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stern-Reportage Ku-Klux-Klan: Der Wahnsinn der verblendeten Rassisten

Sie wollen den Krieg. Mit Schwarzen, mit Liberalen und vor allem mit der Regierung von Barack Obama. Rechtsradikale Fanatiker haben in den USA großen Zulauf. Und ihre Ideologie tötet.

Ku-Klux-Klan-Mitglieder im US-Staat Virginia verbrennen ein Kreuz

Ku-Klux-Klan-Mitglieder im US-Staat Virginia verbrennen das Kreuz - "für Gott, für das Land, für die Familie"

Richard Prestons Bühne ist die Veranda einer weiß getünchten Holzhütte im Süden Virginias. Auf dem Dach steht ein Schild: "Rebel Brigade – Ritter des unsichtbaren Reichs" . Und: "Für Gott, Familie, Rasse, Nation" . Die Hütte liegt am Ende eines Feldwegs in einem dichten Wald, das nächste Grundstück ist außer Hör- und Sichtweite. Preston, Anfang 50, weißer Bart, rotes Tuch mit Südstaatenkreuz um den Kopf, setzt zu seiner Rede an. Seine Hände umklammern das Geländer. Es wird von Pfosten gehalten, die drei große, weiße Ks darstellen. Initialen, die weltweit berüchtigt sind für Rassenhass und Brutalität. Die Initialen des Ku-Klux-Klan.

"Wenn hier jemand glaubt, Amerika ist in Schwierigkeiten, liegt er falsch", barmt Prestons laute Stimme. "Dieses Land ist am Arsch. Zu hundert Prozent am Arsch. Es wird regiert von einem Antichrist. Obamas Vater ist schwarz, die Mutter jüdisch. Er stürzt unsere Nation in einen Rassenkrieg. Unsere Frauen werden vergewaltigt, weiße Männer angegriffen, Christen getötet. Obama will diesen Rassenkrieg, damit er den Notstand ausrufen kann. Damit er für immer im Weißen Haus regieren kann. Aber das werden wir nicht zulassen."

Der Ku-Klux-Klan wirbt in den USA aggressiv um neue Mitglieder.

Preston ist "Klan-Großmeister" aus Baltimore und bekannt für seine einpeitschenden Reden, weshalb er von Klan-Gruppen im ganzen Land eingeladen wird. Auch diesmal lauschen die Mitglieder, die "Ritter", ehrfürchtig. Im Publikum sitzen Billy, er hat eine kleine Autowerkstatt, Raymond, ein invalider Ex-Fallschirmjäger, Carl, ein Wanderprediger, Michelle, Billys 21-jährige Tochter, ein paar weitere Arbeiter und Arbeitslose und Fred, Inhaber einer Waschanlage, der jetzt zu Preston auf die Bühne stürmt. In der Hand hält Fred eine Pistole, die er in die Höhe reckt und entsichert. "Bruder" , sagt er, "wenn es zum Krieg kommt, dann stehe ich neben dir. Und wenn ich gefallen bin, dann wirst du mit meiner Waffe weiterkämpfen!"

Rassenkrieg sei von Washington gesteuert

Organisationen wie der Ku-Klux-Klan werden in den USA "Hate Groups" genannt, Hass-Gruppen. 784 sind es nach Angaben des renommierten "Southern Poverty Law Center". In den vergangenen 15 Jahren stieg ihre Zahl um 30 Prozent. Zunächst nach den Terroranschlägen vom 11. September, dann nach der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten. 2015 registrieren die Experten, dass der Klan und andere rechtsradikale Gruppierungen immer aggressiver um Zulauf werben.

Demonstranten verbrennen eine Konföderiertenflagge

Gegendemonstranten verbrennen während eines Marsches des Ku-Klux-Klans eine Konföderiertenflagge


Das Jahr 2015 ist aus Sicht der Rechtsextremen in den USA ein besonders schlechtes Jahr. Als "Verrat" betrachten sie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum Erzfeind Kuba. Die Zulassung der Homo-Ehe durch den Obersten Gerichtshof ist in ihren Augen Beweis für die Gottlosigkeit der Regierung. Die Proteste von Schwarzen gegen rassistische Polizeigewalt – wie gerade in Ferguson, wo vor einem Jahr der 18-jährige Michael Brown von einem weißen Cop erschossen wurde – sind für sie Aufstände von Kriminellen.

Als größte Niederlage jedoch gilt, dass im Juli auf dem Dach des Kapitols von South Carolina die Konföderiertenflagge eingeholt wurde. Das Symbol aus dem Bürgerkrieg von 1861 steht für die brutale Epoche der Sklaverei, doch in der Hauptstadt Columbia argumentierte man immer, die Flagge sei Teil des historischen Erbes. Dann beging ein 21-Jähriger zwei Autostunden entfernt eines der blutigsten Massaker in der Geschichte des Bundesstaats. Während einer Bibelstunde in der "Emanuel African Methodist Episcopal Church" in Charleston erschoss Dylann Roof neun schwarze Gläubige. Die Flagge war nicht mehr zu halten.

In Virginia ist es jetzt später Nachmittag. Die KKK-Mitglieder der "Rebel Brigade" sitzen in der untergehenden Sonne und essen Nudelsalat, den Cathy für den Nachmittag zubereitet hat. Ihr verstorbener Mann hat dem Klan das Waldgrundstück vermacht. Richard Preston erklärt, dass er den Angriff auf die Konföderiertenflagge für das größte Verbrechen der Obama-Regierung hält. "Sie wollen unsere Identität aus unseren Köpfen streichen. Diese Flagge steht nicht für Hass, sie steht für die Stärke der Südstaaten, die im Sezessionskrieg vier Jahre lang gegen eine Übermacht Widerstand leisteten." Die anderen nicken. Der Rassenkrieg, die Toten von Charleston – alles von Washington aus gesteuert, davon sind sie überzeugt.

"Inside Ku Klux Klan": Wo die Kreuze brennen: bei Rassisten zu Hause
Klan-Mitglieder stellen Kreuz auf

Das Kreuz ist eines der Insignien des Ku Klux Klans und ihrer Unterorganisationen, wie der "Nordic Order Knights" und der "Rebel Brigade Knights". Im Henry County, Virginia richten sie das Kreuz auf, um es später anzuzünden.

Gegründet, um Terror zu verbreiten

"Wir sind Christen", erklärt Carl, der Wanderprediger, den alle nur Bruder Carl nennen. "Wir stehen für Erlösung und Aussöhnung." Ein Aufnäher auf Carls Hemd weist ihn als "Imperial Officer" aus, einen überregionalen Anführer. Er trägt Abzeichen von den "Rittern der Ostküste" und den "Rittern des Grünen Waldes". "Die Leute verstehen nicht, dass wir die besten Freunde der Schwarzen sein könnten. Wir wollen nur nicht, dass unsere Kinder mit Schwarzen rumhängen oder sie heiraten. Gott hat jedem Kontinent seine Rasse gegeben. Gott will keine Mischlinge. Keinen wie Obama, diesen Bastard."

Im Dezember begeht der Ku-Klux-Klan – die Bezeichnung geht auf das griechische Wort für Kreis zurück – sein 150-jähriges Bestehen. Er wurde nach dem Bürgerkrieg gegründet, um Schwarze mit Terror einzuschüchtern. Seine Zeichen: brennendes Kreuz, Kapuzenmasken. Seine Mittel: Propaganda, Übergriffe, Lynchjustiz. Der Klan versteht sich als radikal protestantisch, er war immer eine Mischung aus paramilitärischer und politischer Organisation. Es ist Tradition, dass ganze Familien beitreten, die Mitgliedschaft bleibt in der Regel geheim. Viele Klan-Gruppen sind verfeindet, oft im Streit darum, ob man sich mit anderen rechtsextremistischen Bewegungen verbünden sollte. Die "reinen Klan-Leute", wie die in Virginia, distanzieren sich von Neonazis. "Denn Neonazis sind keine Christen", sagt Carl.

Die Zusammenkunft steuert nun auf ihren Höhepunkt zu: die Verbrennung des Kreuzes als Zeichen für das Licht Christi. Es liegt im Gras, über fünf Meter groß, mit Jutelappen umwickelt. Aus einem Eimer schüttet Carl Kerosin über den Stoff. Hinter ihm ziehen die anderen ihre Roben und Kapuzen über, in Weiß, Schwarz, Rot, Lila. Die Gewänder symbolisieren die Geister der im Bürgerkrieg gefallenen Soldaten, die Farbe kann jeder selbst wählen. Dann wird das Kreuz aufgestellt. "Für Gott, für das Land, für die Familie, für den Klan", rufen die "Ritter", während sie im Kreis marschieren. Mit Fackeln stecken sie das Kreuz in Brand. "White Power!", weiße Macht, skandiert Bruder Carl und reckt den linken Arm zum Himmel. "White Power!", skandieren die anderen.

Von Millionen Klan-Mitgliedern blieben 10.000

Der "Klan" ist die bekannteste extremistische Gruppierung in den USA, doch von mehreren Millionen Mitgliedern um 1920 sind kaum mehr 10.000 geblieben. Andere gelten heute als weit gefährlicher. Etwa die "Nationalsozialistische Bewegung" (NSM) mit Zentrale in Detroit, deren Mitglieder Uniformen aus dem Dritten Reich tragen. Oder die "Arische Bruderschaft", die aus Gefängnissen operiert und sich durch Drogenhandel und Prostitution finanziert. Nach Erhebungen des Southern Poverty Law Center wurden jedoch nahezu alle rechtsmotivierten Anschläge der letzten Jahre von Einzeltätern begangen. Die Studie trägt deshalb den Titel "Einsamer-Wolf-Report".

Daryl Johnson, bis 2010 Analyst im "Department of Homeland Security", ist einer der führenden Extremismus-Experten. Er sagt, Dylann Roof, der Todesschütze von Charleston, sei ein "typischer Vertreter des modernen, weißen Rassisten". "Wie die meisten, die solche kruden Ideologien verfolgen, hatte sich Roof keiner Gruppe angeschlossen, aber ihre Philosophie hat ihn indoktriniert." Das mache diese Gruppen so gefährlich.

Ein Anhänger des Ku-Klux-Klan zeigt ein tätowiertes Hakenkreuz

Ein Anhänger des Ku-Klux-Klan zeigt in South Carolina ein tätowiertes Hakenkreuz


Monatelang hatte Roof im Internet recherchiert, um sich kurz nach seinem 21. Geburtstag eine 45er Glock zu kaufen, mit der er das Massaker beging. Auf seiner Facebook-Seite posierte Roof mit Konföderiertenflagge, in seinem Bekennerbrief schrieb er: "In Charleston gibt es das größte Missverhältnis zwischen Schwarzen und Weißen. Wir haben keine Skinheads, keinen KKK, wir quatschen nur im Internet. Jemand muss den Mut haben, sich der Realität zu stellen."

Experte Johnson warnte schon 2009 vor der Terrorgefahr durch Rechtsextremisten. Sein Bericht wurde auf Druck republikanischer Spitzenpolitiker zurückgezogen, die darin einen Angriff der demokratischen Obama-Regierung auf ihre konservativen Werte sahen. Tatsächlich unterschätzte Amerika die Gefahr durch Rechtsextremisten viel zu lange. Nach dem 11. September 2001 wurden in den USA fast zweimal mehr Menschen durch rechtsgerichtete Fanatiker getötet als durch muslimische.

Sieben islamistische Attentate, den Bombenanschlag auf den Boston-Marathon eingeschlossen, forderten 26 Tote, die 19 Anschläge rechter Extremisten dagegen 48. Die meisten Schlagzeilen machten Wade Michael Page, Mitglied der Skinheadgruppierung "Northern Hammerskins", der 2012 in Wisconsin sechs Menschen in einem indischen Sikh-Tempel tötete, sowie Jerad und Amanda Miller aus Las Vegas, die zwei Polizisten in einer Pizzeria erschossen und Hakenkreuze auf den Leichen hinterließen.

Ideologie aus Furcht und Hass

Soziologen sagen, der Schock nach den Anschlägen auf das World Trade Center verzerre bis heute die öffentliche Wahrnehmung. "Der Islam und al-Qaida erscheinen uns fremd und allein deshalb gefährlich", so William Braniff von der Universität Maryland, "wohingegen wir rechtsextremistische Positionen nachvollziehen können." Das lasse viele Gruppen harmlos erscheinen und mache es ihnen leicht, Mitglieder zu ködern.

Ein kleines Haus im New Yorker Stadtteil Brooklyn. An der Tür hängt ein Aufkleber der "National Rifle Association", der US-Waffenlobby. Keith Schneider, 65, ein Berg aus Muskeln mit kahlem Schädel, streckt seine mächtige Hand aus. "Willkommen, Sir" , kommt es zackig. Sieben Jahre lang, bis 2012, war Schneider einer der einflussreichsten Aktivisten der NSM, der Nationalsozialistischen Bewegung. "Ich war total verblendet", gesteht er. "Ich wollte sonst keine Freunde, nicht mal eine Frau. Die NSM war meine Familie, die rote Armbinde mein Ehering."

Schneider sagt, die NSM sei geradezu meisterhaft darin, Menschen zu indoktrinieren. "Sie befeuern deine Furcht, deinen Hass und stärken dein Selbstbewusstsein." Die meisten seiner Ex-Kameraden, etwa 10.000 Aktivisten, seien einfache Angestellte oder Selbstständige, die gerade über die Runden kommen. Viele stammen aus dem "Rust Belt", dem Rost-Gürtel, der sich von Chicago bis nach Boston erstreckt und wo einst die Großindustrie angesiedelt war. "Sie haben Angst vor Armut und Arbeitslosigkeit", so Schneider, "Banken und Großkapital sehen sie als Feinde."

Schneider wurde Mitglied, als er nach 20 Jahren von seinem Posten als Wachmann auf der New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island in den Ruhestand geschickt wurde. "Schon als Kind hatte mein Vater mir von der arischen Rasse erzählt. Der Gedanke, zu den Stärksten zu gehören, hat mich fasziniert. Im Internet stieß ich auf die NSM, ich rief an, hinterließ eine Nachricht, keine fünf Minuten später kam der Rückruf."

"Anabolika für mein Ego"

In den Augen der Nazi-Bewegung war Schneider zu Höherem berufen, weil er einst unter dem Namen "Duke the Pitbull" ein erfolgreicher Wrestler war, zwölf Mal wurde ihm die Nase gebrochen, seinen legendärsten Kampf bestritt er gegen einen 30 Pfund schwereren Gegner, der ihn mit einer Eisenkette attackierte. Binnen weniger Monate stieg Schneider vom "Stormtrooper" zum Führer der "Security Squad", der SS, auf, einer Truppe zum Schutz von Veranstaltungen. "Wir haben aber auch Leute an die mexikanische Grenze geschickt, um Jagd auf illegale Einwanderer zu machen", sagt Schneider. Er trug eine schwarze Uniform mit Totenkopf auf der Gürtelschnalle, und wenn er einen Raum betrat, sprangen die anderen auf und hoben den Arm zum Hitler-Gruß. "Das war Anabolika für mein Ego."

Bei der NSM würden sie an ein Utopia der weißen Herrenrasse glauben, so beschreibt er die Atmosphäre. "Sie suchen nach abgelegenen Grundstücken in Staaten wie Wisconsin, wo sie den bewaffneten Kampf trainieren und ihren Nazi-Kult leben können. Und sie träumen davon, eines Tages einen Präsidentschaftskandidaten zu stellen."

Die Entscheidung zum Austritt kam bei Schneider über Nacht, als bei ihm ein Tumor in der Luftröhre diagnostiziert wurde. "Da erst habe ich begriffen, dass mir die NSM nicht helfen kann." Schneider überlebte die Krankheit, er gilt heute als geheilt und sieht darin ein Wunder. Sein Leben hat er seitdem auf den Kopf gestellt. Den Kontakt zur NSM brach er ab. "Anfangs bekam ich ein paar Drohungen, aber ich besitze eine Schusswaffen-Lizenz und wüsste nicht, wovor ich mich fürchten sollte." Er geht jetzt viel in die Kirche, und er verliebte sich in eine Frau, die er bei seinem Nebenjob für einen Sicherheitsdienst kennenlernte. 2012 heirateten die beiden. Catherine sitzt neben ihrem Mann auf dem geblümten Sofa. Sie hat ein liebevolles Lächeln, eine sanfte tiefe Stimme – und sie ist schwarz.

Diese Reportage ist dem aktuellen stern entnommen.


18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus