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Künftiger Augsburger Bischof: Zdarsa setzt sich für Ökumene ein

Der künftige Augsburger Bischof Konrad Zdarsa will im neuen Amt die Ökumene zwischen katholischer und evangelischer Kirche vorantreiben. "Wir könnten unglaublich mehr miteinander tun als das, was wir bislang tun", sagte Zdarsa in einem Interview der "Augsburger Allgemeinen".

Der künftige Augsburger Bischof Konrad Zdarsa will im neuen Amt die Ökumene zwischen katholischer und evangelischer Kirche vorantreiben. "Wir könnten unglaublich mehr miteinander tun als das, was wir bislang tun", sagte Zdarsa in einem Interview der "Augsburger Allgemeinen". "Wir müssen nicht gleich den fünften Schritt vor dem ersten tun und gemeinsames Abendmahl feiern. Aber es gibt eine große Sehnsucht nach Einheit." Am Sonntag traf sich Zdarsa erstmals zu Gesprächen mit Vertretern seines neuen Bistums.

In seinem Görlitzer Privathaus habe Zdarsa neben anderen den Augsburger Weihbischof Josef Grünwald empfangen, sagte ein Sprecher. Der 66-jährige Zdarsa war am vergangenen Donnerstag zum Nachfolger des zurückgetretenen Bischofs Walter Mixa ernannt worden. Er soll sein neues Amt am 23. Oktober antreten. Seit Mixas Rücktritt vor rund zwei Monaten führt Grünwald als Diözesanadministrator die Amtsgeschäfte.

Der Sprecher betonte, es sei ein Treffen im privaten Rahmen gewesen. Die Runde habe über die Strukturen im Bistum und mögliche Termine für einen Zdarsa-Besuch in Augsburg gesprochen. Auch die Liturgie für den Einführungsgottesdienst am 23. Oktober sei thematisiert worden. Mixa selbst sei nicht dabei gewesen.

Unter die Affäre Mixa will Zdarsa einen Schlussstrich ziehen: "Ich trete nicht an, um Recherchen über die Vergangenheit zu unternehmen." Zugleich sprach er von einem "kommunikativen und auch personellen Neuanfang". Zuvor hatte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa angekündigt, zunächst mit den Menschen reden zu wollen, "um überhaupt erst mal die Situation kennenzulernen".

Zdarsa warnte in dem Zeitungsinterview zudem davor, die Missbrauchsfälle auf die gesamte Kirche zu beziehen. "Jeder Missbrauchsfall ist einer zu viel", sagte er, "aber man muss auch die Relationen sehen."

Der 66-Jährige leitet seit drei Jahren das Bistum Görlitz mit etwa 30 000 Gläubigen. Nun wechselt er in eine Diözese mit 1,5 Millionen Katholiken. Dort will er auch jene 6000 Menschen zurückgewinnen, die in diesem Jahr im Bistum Augsburg aus der Kirche ausgetreten sind. "Die Entscheidung für den Glauben kann nur eine freie Entscheidung sein", sagte er.

DPA / DPA