VG-Wort Pixel

Familie klagt Kinderwunschklinik: Arzt soll Frauen mit eigenem Sperma befruchtet haben

Rebecca Dixon mit ihren Eltern: Keine Ähnlichkeit?
Rebecca Dixon mit ihren Eltern: Keine Ähnlichkeit?
© Screenshot Twitter
Ein kanadisches Paar ließ sich wegen ihres Kinderwunsches in einer Klinik behandeln. Im Frühjahr fand der Vater heraus: Die 26 Jahre alte Tochter ist nicht seine leibliche. Dafür hat sie eine "unverkennbare Ähnlichkeit" mit dem Arzt, der das Paar behandelt hatte.

Wenn es auf natürlichem Wege nicht klappt, ein Kind zu zeugen, ist eine künstliche Befruchtung oftmals der letzte Weg, um den Kinderwunsch zu erfüllen. So erging es auch einem Paar aus Kanada, das sich Ende der 1980er Jahre in einer Kinderwunschklinik einer künstlichen Befruchtung unterzog. Davina Dixon wurde schwanger und bekam im Jahr 1990 eine Tochter, Rebecca. Die ist heute 26 Jahre alt - und hat nun den Arzt verklagt, der ihre Eltern damals behandelt hat. Wie "Fox News" berichtet, ist Rebecca Dixon der Überzeugung, dass der Mediziner ihre Mutter nicht mit dem Sperma ihres Mannes, sondern mit seinem eigenen befruchtet haben soll. Und es scheint nicht der einzige Fall zu sein.

Dem Bericht zufolge wusste Rebecca Dixon, dass etwas nicht stimmte. Schon als Kind sei sie gefragt worden, ob ihre Eltern sie adoptiert hätten. Die haben nämlich helle Haut und blaue Augen. Rebecca Dixon dagegen hat braune Augen und einen olivfarbenen Hautton. Ihre Eltern versicherten ihr jedoch stets, dass sie ihre leibliche Tochter sei.

Die Familie wurde misstrauisch

Im Frühjahr überschlugen sich dann die Ereignisse. Bei Rebecca wurde Zöliakie diagnostiziert, einer schweren allergieähnlichen Reaktion im Dünndarm (hier lesen Sie mehr über Zöliakie). Die chronische Erkrankung wird meist vererbt, doch in Rebeccas Familie gab es so etwas noch nicht.

Zur etwa gleichen Zeit erfuhr ihre Mutter Davina Dixon, dass Elternteile, die beide blauäugig sind, kein Kind mit brauen Augen haben könnten. Die Dixons wurden misstrauisch. Ein Bluttest ergab schließlich: Daniel Dixon ist nicht der Vater von Rebecca. 

Laut "BBC" begann die Familie schließlich, Nachforschungen über den Arzt Dr. B. anzustellen. Die Dixons fanden heraus, dass der Mediziner in 2013 eine Strafe erhalten hatte, weil er drei Patientinnen in seiner Klinik in Ottawa mit falschem Sperma künstlich befruchtet hatte. Ihnen fiel außerdem auf, dass Dr. B. eine "unverkennbare Ähnlichkeit mit Rebecca hat".

Dr. B. soll noch mehr Kinder gezeugt haben

Wenige Monate später nahm Rebecca Dixon Kontakt zu Kathryn Palmer auf - letztere hatte 2015 herausgefunden, dass Dr. B. ihr biologischer Vater ist. Die Frauen unterzogen sich einem DNA-Test, der ergab, dass die beiden Frauen Halbschwestern sind. Die Eltern von Kathryn Palmer hatten sich auch in der Klinik von Dr. B. aufgrund ihres Kinderwunsches behandeln lassen.

Die Dixons haben Dr. B. nun auf Schadensersatz verklagt. Der Anwalt der Familie gab laut "BBC" an, dass der Mediziner möglicherweise weitere Patientinnen mit seinem eigenen Sperma befruchtet haben könnte. Dr. B. wehrt sich gegen die Vorwürfe.

kis

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker