HOME

Südtirol: Lawine tötet Mutter und Tochter - Bergrettung spricht von "offensichtlicher Unvorsichtigkeit"

Eine Gruppe deutscher Skifahrer fährt abseits der Piste - da lösen sich die Schneemassen: Eine Lawine in Südtirol hat eine Frau und ihre Tochter in den Tod gerissen. Der Leiter der Bergrettung spricht von "offensichtlicher Unvorsichtigkeit".

Lawinenunglück in Südtirol: Die Bergrettung bespricht die Lage am Einsatzort

Lawinenunglück in Südtirol: Die Hilfe der Retter kam für eine Frau und ihre Tochter zu spät

Ihr Urlaub endete im Tod: Am Mittwoch ist eine deutsche Skifahrergruppe im Südtiroler Vinschgau von einer Lawine überrascht worden, eine Mutter und ihre Tochter verloren dabei ihr Leben. Die neunköpfige Gruppe war im Skigebiet Haider Alm abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als sich gegen 14 Uhr die Schneemassen lösten. Während sich sieben Personen retten konnten, wurden die 45-jährige Frau und das Mädchen unter der Lawine begraben. Die Elfjährige erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen, die Mutter starb wenige Stunden später im Krankenhaus von Schlanders (einen Bericht zum Lawinenabgang lesen Sie hier). Der Vater überlebte.

Südtiroler Medienberichten zufolge waren die Todesopfer Mitglieder eines Skiclubs und stammten aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Einsatzleiter Tobias Folie von der Bergrettung Reschen sagte am Donnerstagmorgen dem TV- und Radiosender Rai Südtirol: "Der Reiz des Naturschnees hat die Gruppe scheinbar dazu verführt, öfters des Hang zu queren und zu benutzen." 

Lawine in Südtirol fordert zwei Tote - "Offensichtliche Unvorsichtigkeit"

Wegen schlechter Wetterverhältnisse - starker Schneefall, Wind und Nebel - konnte der Rettungshubschrauber nach dem Lawinenabgang nicht abheben, die Rettungskräfte stiegen laut Berichten mit Skiern zum Einsatzort auf. "Auch die Lokalisierung der Lawine war am Anfang sehr schwierig, da die Sicht kaum 50 Meter betrug", sagte Einsatzleiter Folie. Zudem sei das Gebiet anfällig für weitere Lawinen gewesen. "Als Retter ist uns gestern das passiert, wovor sich jeder Retter fürchtet." Im Bereich der Lawine habe "Panik pur" geherrscht. 

Wer bei solchen Bedingungen in die Berge aufbreche, müsse sich darüber im Klaren sein, dass er damit nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr bringe, sondern auch das von anderen, sagte der Leiter der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung CNSAS Giorgio Gajer im Gespräch mit der italienischsprachigen Südtiroler Tageszeitung "Alto Adige".  Er sprach von "offensichtlicher Unvorsichtigkeit". "Meine Männer, auch daran muss man denken, sind Freiwillige, die sich zur Verfügung stellen, um zu helfen. Sie haben Familie und einen Job und riskieren dennoch ihr Leben."

In Südtirol hat es in den vergangenen Tagen mehrfach kräftig geschneit. Am Mittwoch herrschte im gesamten Gebiet erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfstufigen Skala. Am Donnerstag erreicht die Lawinengefahr laut Südtiroler Lawinenwarndienst gebietsweise Stufe 4. 

Whistler in Kanada: Snowboarder gerät in Lawine und filmt alles mit GoPro
pg