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Urteil in München Patienten mit Insulin getötet: Hilfspfleger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Angeklagte Grzegorz Stanislaw W. Ende 2019 im Gericht in München
Der Angeklagte zum Prozessauftakt Ende letzten Jahres im Gericht in München. Gegen den Hilfspfleger wurde wegen Mordes an mindestens sechs Patienten verhandelt
© Peter Kneffel / DPA
Ein Hilfspfleger wurde wegen Mordes an drei Patienten zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht ordnete außerdem Sicherheitsverwahrung für den polnischen Staatsbürger an.

Wegen Mordes an drei Patienten hat das Landgericht München I einen früheren Hilfspfleger zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Gericht stellte am Dienstag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, er habe seinen pflegebedürftigen Patienten an verschiedenen Tatorten in Deutschland Insulin gespritzt, das als Überdosis tödlich sein kann. Er soll über das Medikament verfügt haben, weil er – im Gegensatz zu seinen Opfern – Diabetiker ist. 

Geständnis: "Was ich getan habe, ist sehr brutal"

Der 38 Jahre alte Pole hatte eine Aussage vor Gericht verweigert, sich in seinem letzten Wort aber bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt und gesagt, er bereue seine Taten zutiefst: "Das, was ich getan habe, ist sehr brutal und bleibt brutal."

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie ausgeschlossen. Danach greift die Sicherungsverwahrung.

Landgericht München: Drei nachweisbare Morde

Ursprünglich waren sechs Mordfälle angeklagt, die Staatsanwaltschaft sah zum Schluss des Prozesses aber nur drei davon als erwiesen an. In zwei weiteren Fällen ging die Anklagebehörde von versuchtem Mord aus, in drei Fällen von gefährlicher Körperverletzung. In vier Fällen verlangte sie Freispruch, weil nicht nachgewiesen werden konnte, ob Insulin zum Tod geführt hatte. Das bedeute aber nicht, dass der Angeklagte nicht auch für diese Todesfälle verantwortlich sein könnte. 

Diese Entscheidung der Staatsanwaltschaft war bei Nebenklägern auf heftige Kritik gestoßen. Die Verteidigung des Angeklagten hatte lediglich ein "sachgerechtes Urteil" gefordert.

meh DPA

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