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Limburger Bischof Tebartz-van Elst Skandalbischof in Rom gelandet


Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nach Rom gereist. Unklar ist, ob er um das Amt kämpfen oder es zur Verfügung stellen will.

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nach Rom gereist. Er halte sich zu Gesprächen im Vatikan auf, sagte Bistumssprecher Martin Wind am Sonntag. Tebartz-van Elst, der wegen der Affäre um die Kostenexplosion beim Bau seiner Limburger Residenz enorm unter Druck steht, hatte angekündigt, er werde die Entscheidung über sein Amt in die Hände von Papst Franziskus legen. Zuvor wurde bekannt, dass die Umbauten am Limburger Bischofssitz noch einmal deutlich teurer werden - die Gesamtkosten könnten auf bis zu 40 Millionen Euro steigen. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Demnach rechne die Limburger Stadtverwaltung zusätzlich zu den veranschlagten 31 Millionen Euro für den Bischofssitz mit Folgekosten in Millionenhöhe, wegen Schäden in der direkten Umgebung der Residenz, die durch die Baumaßnahmen entstanden sind. Bistumssprecher Martin Wind bestätigte, dass solche Kosten auf den Bischöflichen Stuhl zukommen. "Diese Rechnungen werden dann selbstverständlich beglichen."

Grund der Romreise ist der massive öffentliche Druck wegen der Amtsführung des Bischofs. Möglich ist, dass der in die Kritik geratene Kirchenvertreter vor Ort um sein Amt kämpfen möchte. Es verdichten sich allerdings die Hinweise, dass der Bischof dem Papst seinen Rücktritt anbietet.

In einer Mitteilung des Bistums heißt es, es sei für den "Bischof selbstverständlich, dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen des Heiligen Vaters liegt, von dem er in die Diözese gesandt wurde". Zwar betonte ein Sprecher am Abend, dass dies kein Angebot zum Rücktritt sei, sondern eine "neutrale Aussage". Aber selbst innerhalb der katholischen Kirche bröckelt der Rückhalt für den Bischof.

Ein Bischof der römisch-katholischen Kirche kann nicht selbst zurücktreten, laut Kirchenrecht kann er dem Papst aber seinen Amtsverzicht anbieten. Ob der Limburger Bischof dies frewiliig tut, ist völlig offen. Die Entscheidung über die Zukunft des 53-Jährigen liegt so oder so bei Papst Franziskus.

Rückhalt bei einflussreichen Katholiken bröckelt

Zollitsch hält die Lage für untragbar, nachdem die Baukosten für die Residenz des Bischofs auf 31 Millionen Euro in die Höhe geschnellt sind und die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Versicherungen gegen Tebartz-van Elst beantragt hat. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat sich mehrfach öffentlich vom Gebaren des Limburger Bischofs distanziert.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, hält einen Verbleib von Tebartz-van Elst im Amt inzwischen für unwahrscheinlich. "Viele in der Kirche, auch viele seiner bischöflichen Amtsbrüder, erwarten einen Rückzug", sagte Glück der Tageszeitung "Die Welt". Aber sehr viele befürchteten, dass der Bischof nicht zu dieser Einsicht kommen werde: "Am Ende wird wohl Rom die Entscheidung treffen."

Glück hofft, dass es im Vatikan schon in der nächsten Woche zu einer klaren Entscheidung kommt. "Die katholische Kirche in Deutschland muss von der Last dieser schon solang schwelenden Affäre möglichst rasch befreit werden", sagte der Vorsitzende der Laienorganisation: "Es ist nicht mehr ein Problem eines Bischofs allein, sondern der katholischen Kirche in ganz Deutschland."

Irritationen gab es um die Haltung des Kölner Kardinals Joachim Meisner zu Tebartz-van Elst: Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb, Meisner habe dem Limburger Bischof seine Unterstützung entzogen. Meisners Sprechers Christoph Heckeley indes sagte am Samstag der Nachrichtenagentur dpa in Köln: "Der Kardinal beobachtet weiterhin die Vorgänge sehr aufmerksam, und das lässt ihn auch nicht unberührt." Meisner sehe, dass durch den von der Hamburger Staatsanwaltschaft beantragten Strafbefehl "eine neue Lage" eingetreten sei. "Ich weiß aber nicht, wie die FAS zu ihrem Schluss kommt, dass sich der Kardinal vom Bischof distanziert habe", betonte Heckeley. Vielmehr gelte es nun, die Ergebnisse der geplanten Rom-Reise abzuwarten.

Sprunghafter Anstieg der Kirchenaustritte

Viele Gläubige wenden sich inzwischen ab: Das Limburger Amtsgericht registrierte in der vergangenen Woche einen sprunghaften Anstieg der Kirchenaustritte im Bistum. An diesem Sonntag wollen sich enttäuschte Katholiken auf dem Limburger Domplatz versammeln, um über einen Neuanfang im Bistum zu sprechen. "Es muss einfach mal ein Forum gegeben werden für die Gläubigen", sagte Pastoralreferent Joachim Schaefer von der katholischen Domkirchengemeinde Wetzlar am Samstag. Die Menschen sollten die Chance bekommen, Wut und Enttäuschung auszudrücken. Auch Gebete sind geplant.

mai/cjf/DPA DPA

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