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Steinwürfe auf Polizeiautos: Polizei klagt über Steinwurf-Attacken - Linksextremisten antworten zynisch

Mitten in der Nacht in Kreuzberg: Mutmaßlich linke Autonome haben in Berlin Polizeiautos im Einsatz mit Steinen beworfen. Auf Facebook machten sich die Beamten danach mit einem langen Statement Luft - die Reaktion folgte prompt.

Die Berliner Polizei sieht sich immer wieder Angriffen mit Steinwürfen ausgesetzt

In einem Video zeigt die Berliner Polizei Bilder der beschädigten Polizeiautos

Berliner Polizeibeamte sind einiges gewohnt. Doch was sich am vergangenen Wochenende in der Nacht zu Sonntag mitten in Kreuzberg ereignete, erschütterte die Beamten mehr als sonst. Das Social Media Team der Berliner sah sich daraufhin veranlasst, auf ein ausführliches Statement zu veröffentlichen. Unbekannte hatten zunächst Steine auf ein Auto des Objektschutzes geworfen. Als vier weitere Polizeiautos zur Unterstützung der Kollegen eintrafen, prasselten auch auf sie Steine nieder. Ein Beamter wurde leicht verletzt, die Autos schwer beschädigt. Das Polizei-Video, das die beschädigten Wagen zeigt, wurde knapp 300.000 Mal aufgerufen. 

"In unseren Autos befinden sich Menschen", überschreibt das Social Media Team der den Beitrag. Weiter heißt es: "Natürlich machen sie sich dabei (bei ihrer Arbeit, Anm. d. Red.) auch bei dem Einen oder Anderen unbeliebt. Das ist quasi Berufsrisiko und gehört ebenso wie der Dank vieler Berlinerinnen und Berliner zum Dienst dazu. Was jedoch gar nicht geht, sind feige Übergriffe, wie in der letzten Nacht." Die Beamten erinnern daran, welche vielfältigen Aufgaben sie erledigen und dass sie Angehörige habe, die "zuhause darauf hoffen, dass sie gesund nach Hause kommen."

Linksautonome veröffentlichen Bekennerschreiben

Der Angriff ereignete sich in der Nähe des linksautonomen Zentrums "Köpi" in der Köpenicker Straße. Auf der Internetseite "linksunten.indymedia.org" erschien ein Bekennerschreiben, das den Facebook-Eintrag der Polizei zynisch auf's Korn nimmt: "Aber sie (die Autonomen, Anm. d. Red.) zünden auch an, werfen Steine, schmieren Farbe auf Wände und hauen Nazis aufs Maul. Natürlich machen sie sich dabei auch bei dem Einen oder Anderen unbeliebt. Das ist quasi "Berufs"risiko und gehört ebenso wie der Dank vieler Menschen zum Menschsein dazu."

Die Begründung der Linksautonomen für den Angriff lautet: "Die Bullen sind Teil der Unterdrückung und Gewalt gegen die Menschen." Und weiter: "Ja richtig. Angehörige. Die zuhause erzählt bekommen, welch feinen Dienst sie heute geleistet haben. Denen sie in die Augen sehen und kein Wort über die Schläge, dauernden Kontrollen und Festnahmen berichten."

Mehrere Angriffe in den vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren gab es mehrere Vorfälle dieser Art in , häufig in der Nähe von besetzten Häusern und  linksautonomen Zentren wie der "Köpi" oder der Rigaer Straße. Und ihre Zahl steigt deutlich 2010 gab es Angriffe auf drei Polizeiwagen, in den Jahren 2012 bis 2015 waren es schon 12 bis 15 pro Jahr, berichtet der "Tagesspiegel": Vor genau einem Jahr hatten der damalige Innensenator Frank Henkel von der CDU und Polizeipräsident Klaus Kandt angekündigt, Streifenwagen in gefährdeten Abschnitten mit Splitterschutzfolien auszustatten. In die Tat umgesetzt haben sie ihre Ankündigung allerdings bislang nicht.