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Weil sie Gesichtsschleier trägt: Londoner Muslimin darf keinen Schulabschluss machen

Sie trägt einen Gesichtsschleier: Deshalb verbietet die Camden School for Girls in London einer Schülerin, das britische Abitur zu machen. Eine Onlinepetition wirft der Schule Islamfeindlichkeit vor.

Von Lisa-Marie Eckardt

Eine Frau trägt bei einer Demonstration gegen das Verbot einer Vollverschleierung eine Burka

Eine Frau trägt bei einer Demonstration gegen das Verbot einer Vollverschleierung eine Burka

Eine Schule in Großbritannien hat eine Schülerin vom Unterricht verbannt, weil sie mit einem islamischen Schleier Haare und Gesicht verbirgt. Die Muslimin dürfe nicht ihre A-Levels (das britische Abitur) ablegen, bis sie aufhöre, den sogenannten Niqab zu tragen, berichteten britische Medien. Die Camden School for Girls in , die nach eigenen Angaben zu den hundert besten Schulen des Landes gehört, löste mit dem Ultimatum eine öffentliche Kontroverse aus.

Die 16-Jährige geht seit fünf Jahren auf die Schule im Londoner Stadtteil Camden. Ihre 18-jährige Schwester beschrieb die Entscheidung der Schule als "sehr verstörend" für ihre Familie, und sagte der Tageszeitung "The Independent": "Meine Schwester will den Niquab aus eigenen Gründen tragen und zur Schule gehen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihre Schulbildung dadurch eingeschränkt wird oder dass ihr Kleidungsstil beeinflussen sollte, wie andere sie sehen."

1000 Menschen unterstützen Onlinepetition

Mehr als 1000 Menschen haben die Petition "Stop the Islamophobia" ("Beendet die Islamfeindlichkeit") als Protest gegen die Haltung der Schule unterzeichnet. Die Onlinepetition auf Change.org wurde anonym gestartet. Auf der Seite heißt es, dass die 16-jährige Schülerin zuvor ihre Prüfungen mit Gesichtsschleier abgelegt habe und dass vorherige Schülerinnen den Niqab tragen durften.

"Lehrer müssen das ganze Gesicht ihrer Schüler sehen können", erklärte die Schule. Auch für die Sicherheit sei es wichtig, zu wissen, wer vor Ort ist, zudem muss man die Identität der Person erkennen können.

Kirchliche Einrichtungen in Deutschland dürfen Kopftuch verbieten

Derweil sorgt in Deutschland das Kopftuch-Verbot in kirchlichen Einrichtungen für Diskussionen. Kirchliche Einrichtungen dürfen ihren Mitarbeiterinnen in der Regel das Tragen eines muslimischen Kopftuchs verbieten, hatte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am Mittwoch entschieden. Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen seien zumindest zu neutralem Verhalten verpflichtet, hieß es.