HOME

Mai-Krawalle: Verletzte und Festnahmen

In der Walpurgisnacht ist es in Berlin auch in diesem Jahr zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei zeigte sich trotzdem zufrieden.

Zumeist jugendliche Randalierer warfen am Rande eines Straßenfestes im Stadtteil Friedrichshain Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf Polizeibeamte. Dabei kam es zu Rangeleien. Die Polizei zeigte sich trotzdem zufrieden. Die Krawalle seien nicht mit denen in den Vorjahren zu vergleichen gewesen, sagte ein Sprecher am Sonntag. Es habe 69 Festnahmen gegeben. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden. Über die Zahl verletzter Demonstranten konnte er keine Aussage machen. Die Polizei verhängte 46 Platzverweise.

In den vergangenen Jahren war es in der Nacht zum 1. Mai und am Tag der Arbeit selbst in Berlin immer wieder zu Krawallen gekommen. 2004 waren 192 Polizisten verletzt worden. 186 meist jugendliche Straftäter wurden festgenommen. Die Polizei ist dieses Jahr wieder mit einem Großaufgebot auf Krawalle vorbereitet. Insgesamt sind 6.500 Beamte aus dem ganzen Bundesgebiet im Einsatz - rund 1.500 weniger als im Vorjahr. Gewaltsame Auseinandersetzungen werden auch am (heutigen) Sonntag in Kreuzberg erwartet.

Deeskalations-Teams der Polizei wirkten positiv auf Demonstranten

Der Polizeisprecher führte die Abnahme der Gewalt darauf zurück, dass auf dem Areal ein Flaschen- und Dosenverbot geherrscht habe. Darüber hinaus sei der Platz von Scheinwerfern gut ausgeleuchtet gewesen. So genannte Deeskalations-Teams der Polizei hätten positiv auf die Demonstranten eingewirkt. Während die Feier im Mauerpark in Prenzlauer Berg mit 1000 Menschen anders als in den Vorjahren friedlich verlief, verlagerten sich die Krawalle an den Boxhagener Platz in Friedrichshain. Hier waren rund 700 Menschen zusammen gekommen.

2004 waren die Krawalle in Kreuzberg erstmals weniger gewalttätig ausgefallen. Daher hofften die Sicherheitsbehörden auf eine Beruhigung der Lage. Zudem wurde erwartet, dass etliche Autonome am Sonntag zu einer Demonstration gegen eine NPD-Kundgebung in Leipzig fahren. Innensenator Erhart Körting hatte allerdings gewarnt, der "Spuk" sei noch nicht vorbei.

Die "Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration" am Abend des 1. Mai, in deren Folge seit Jahren regelmäßig Steine fliegen, war in diesem Jahr kurzfristig abgesagt worden. Stattdessen riefen die Veranstalter nun dazu auf, sich unter die Besucher des "Myfestes" zu mischen. Mit diesem vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und Bürgerinitiativen organisierten und von der Polizei unterstützten Fest wollen die Anwohner in Kreuzberg die Straße für sich zurückerobern.

AP / AP