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Mehrere Verletzte: Flugzeug rast in Menschenmenge

Mindestens ein Mensch ist bei einem tragischen Unglück im thüringischen Eisenach getötet worden. Ein Sportflugzeug ist nicht vom Boden abgehoben und über die Startbahn hinaus in die Menschenmenge gerast.

Ein Propellerflugzeug ist am Samstag bei einer Flugschau im thüringischen Eisenach nach einem missglückten Startversuch in eine Menschenmenge gerast. Dabei ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Weitere vier Zuschauer wurden laut Polizei schwer verletzt, ebenfalls vier erlitten leichte Verletzungen. "Die Zahl der Opfer kann sich noch erhöhen", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Gotha am Abend der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Maschine habe auf dem Sportflugplatz Eisenach-Kindel nicht vom Boden abgehoben und sei über die Startbahn hinaus in die Menschenmenge gestürmt, die an einer Süßigkeitenbude stand.

Nach Berichten von Augenzeugen sollte die Propeller-Maschine um 15.54 Uhr starten. "Beim Start sah es dann so aus, als sei plötzlich ein Reifen geplatzt", sagte die Betreiberin der Flughafengaststätte, Cornelia Stötzer. Das Flugzeug sei ins Schleudern geraten. "Es hob noch kurz einige Meter vom Boden ab, kam aber nicht mehr auf Höhe und raste dann völlig außer Kontrolle in den Zuckerwatte-Stand", schilderte Stötzer. Die Opfer standen nach Behördenangaben an dieser Bude am Rand des Sportflugplatzes. Die Maschine sei ein Flugzeug- Oldtimer, der zu DDR-Zeiten als Agrarmaschine zum Einsatz kam. Dem Programm des Flugplatzfestes zufolge sollte der Pilot die besonderen Fähigkeiten eines Agrarflugzeuges demonstrieren.

Bei dem Todesopfer handelt es sich um eine Frau, die an dem Stand Zuckerwatte verkaufte. Zuschauer berichteten, dass unter den Schwerverletzten der Pilot und auch ein Kind sein soll. Das konnte die Polizei am Abend noch nicht bestätigen. Auch zum Zustand der Überlebenden machten die Behörden zunächst keine Angaben.

"Der Rettungsgroßeinsatz läuft derzeit noch auf Hochtouren. Wir haben vor Ort einen Krisenstab einberufen", sagte der Polizeisprecher. Auch Feuerwehr und Rettungshubschrauber seien im Einsatz gewesen. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Noch am Abend wurden Experten der Deutschen Flugsicherung erwartet. Sie sollen das Geschehen aufklären. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) reagierte betroffen auf die Unglücksnachricht und bedankte sich bei allen Helfern.

DPA / DPA