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Michel Friedman: "Der Papst ist ein Lügner und Heuchler"

Verbalattacke gegen Benedikt XVI.: Michel Friedman, früherer Vizepräsident des Zentralrats der Juden, hat das katholische Kirchenoberhaupt als Lügner und Heuchler bezeichnet. Der Papst, so Friedman, mache sich die Hände schmutzig, wenn er Leute wie den Holocaust-Leugner Richard Williamson umarme.

Nach der umstrittenen Teil-Rehabilitierung des britischen Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson hat der TV-Moderator und frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, Papst Benedikt XVI. scharf angegriffen. "Der Papst ist unglaubwürdig, ein Lügner und ein Heuchler, wenn er den Menschen einerseits verkaufen möchte, er stünde auf der Grundlage der Kooperation, des Zusammenlebens zwischen Juden und Christen, er kämpfe gegen jeden Antisemiten in der Welt und er kämpfe gegen jeden Holocaust-Leugner, aber mitten im Vatikan genau diese Leute mit offenen Armen aufnimmt", sagte Friedman dem Boulevardmagazin "Maintower" des Hessischen Rundfunks, das am Mittwochabend ausgestrahlt wird.

Der Papst mache sich die Hände schmutzig, wenn er diese Leute umarme. Solange der Papst die Rehabilitation des Holocaust-Leugners Williamson nicht rückgängig mache, gebe es kein Gespräch und keinen Dialog mehr zwischen Juden und Katholiken, sagte der in Frankfurt lebende Friedman weiter.

Benedikt XVI. könne nicht die Solidarität mit den Juden bekunden und gleichzeitig "Holocaustleugner und Antisemiten wieder in den Schoß der Kirche zurückholen", sagte Friedman auch dem Sender Berliner Rundfunk 91!4. "Nur der Ausschluss dieses antisemitischen Hetzers kann die Glaubwürdigkeit des Papstes zurückgeben", betonte Friedman.

Der Vatikan hat inzwischen auf die immer heftigere Kritik im Fall Williamson reagiert und den Holocaust-Leugner zu einer "unmissverständlichen Distanzierung" aufgefordert. Williamson könne erst wieder voll in die Kirche aufgenommen werden, wenn er von seinen Positionen zum Völkermord an den Juden abrücke, hieß es in einer am Mittwochnachmittag verbreiteten Erklärung. Zudem müsse sich die ultrakonservative Piusbruderschaft zu den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils und aller seither gewählten Päpste bekennen. Der Vatikan betonte, Benedikt XVI. habe von den Ansichten Williamsons nichts gewusst, als er der Aufhebung von dessen Exkommunikation sowie der von drei anderen Bischöfen der Piusbruderschaft zugestimmt habe.

FTD.de: Williamson hält Aussage nicht für strafbar

Der Brite Williamson hält seine in einem Fernsehinterview verbreiteten Aussagen einem FTD.de-Bericht zufolge nicht für strafbar. Die Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland" zitierte den Leitenden Regensburger Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel mit den Worten, es habe sich ein Verteidiger für Williamson gemeldet. Dieser habe angegeben, dass Williamson von dem schwedischen Interviewer-Team die Zusage bekommen habe, dass das Interview ausschließlich in Schweden ausgestrahlt werde. "Er meint, das sei nicht strafbar", wurde Ruckdäschel zitiert.

Die Staatsanwaltschaft prüfe die Aussagen, schreibt FTD.de. Einer der beteiligten Journalisten habe sich bereits gemeldet. Unter Umständen würden er und seine Kollegen über ein Rechtshilfeverfahren vernommen. Die bayerische Justiz ermittelt seit dem 23. Januar wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen Williamson. Der Bischof der ultrakonservativen Piusbruderschaft hatte in einem Interview des schwedischen Senders SVT unter anderem behauptet, die historischen Tatsachen sprächen gegen die Vergasung von sechs Millionen Juden. Das Interview wurde im November 2008 im bayerischen Zaitzkofen (Kreis Regensburg) aufgezeichnet. Wegen seiner Aussagen droht Williamson nach deutschem Recht eine Geld- oder Haftstrafe. Da Williamson offenbar nicht vorbestraft sei, sei eine Geldstrafe wahrscheinlich, wurde Ruckdäschel zitiert.

joe/DPA/AP / AP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.