HOME

Mieterbund schlägt Alarm: In Deutschland fehlen 250.000 Wohnungen

Ein bezahlbares Dach über dem Kopf zu bekommen, wird in Deutschland immer schwieriger. Vor allem in Großstädten fehlen tausende Wohnungen für junge Familien, Rentner und Geringverdiener.

Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbunds fehlen in Deutschland rund 250.000 Mietwohnungen. Bezahlbarer Wohnraum werde immer knapper. "Wir steuern geradewegs auf eine echte Wohnungsnot zu", sagte Verbandspräsident Franz-Georg Rips am Donnerstag in Berlin laut einer Mitteilung. Das Problem treffe junge Familien, Rentner, einkommensschwache Haushalte und Normalverdiener, betonte er gegenüber der "Bild"-Zeitung. Am stärksten seien die Menschen in den Großstädten betroffen. Der Mieterbund fordert von der Bundesregierung, die Mieterrechte zu stärken und mehr Fördermittel für den Wohnungsneubau bereitzustellen.

Nach früheren Angaben des Mieterbundes zahlen Mieter bereits mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens (34,1 Prozent) für Miete und Nebenkosten - so viel wie noch nie. Einkommensschwache Haushalte müssen gar 45 Prozent ihres Geldes für die Miete ausgeben. Nach Angaben der Organisation fehlen in den zehn deutschen Städten mit dem stärksten Wohnungsmangel insgesamt 100.000 Mietwohnungen - allein 31.000 davon in München, 17.500 in Frankfurt und 15.000 in Hamburg.

Die Zahl der Sozialwohnungen sei zwischen 2002 und 2010 um rund ein Drittel von knapp 2,5 Millionen auf knapp 1,7 Millionen zurückgegangen. Aus Protest gegen explodierende Mieten und die Verdrängung von Mietern aus ihren Stadtteilen waren im November in Hamburg, Berlin und Freiburg mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen.

juho/mlr/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel