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Missbrauch in der katholischen Kirche: Neue Leitlinien für Deutschlands Geistliche

Was genau die katholischen Bischöfe auf ihrer Sitzung im unterfränkischen Kloster Himmelspforten beschlossen haben, ist noch geheim. Sicher ist nur, dass sich die deutschen Oberhirten auf eine neue Fassung ihrer Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch einigen konnten. Der Inhalt des Papiers soll am 31. August bekanntgegeben werden.

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat sich auf neue Leitlinien bei Missbrauchsfällen verständigt. Man habe dies am Montag im unterfränkischen Kloster Himmelspforten abschließend beraten, erklärte die Bischofskonferenz am Montag. Das Ergebnis soll allerdings erst am 31. August bekanntgegeben werden. Der Text werde in den nächsten Tagen fertiggestellt. Angaben zum Inhalt der Einigung wollte ein Sprecher der Bischofskonferenz nicht machen. Allgemein wird mit einer Verschärfung gerechnet.

Die bayerischen Bischöfe hatten sich bereits im März auf ihrer Vollversammlung im oberfränkischen Bad Staffelstein einstimmig für eine Verschärfung der Leitlinien ausgesprochen. Sie verpflichteten sich, ab sofort jeden Verdacht auf körperlichen oder sexuellen Missbrauch der Staatsanwaltschaft zu melden. In den seit 2002 geltenden Leitlinien sind Verdächtige bisher lediglich zur Selbstanzeige aufgerufen, eine Meldung bei der Staatsanwaltschaft wird angeregt.

Der 1974 eingerichtete Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz kommt jährlich fünf bis sechs Mal zu einer eintägigen Sitzung zusammen. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Beratung von kirchenpolitischen und organisatorischen Fragen. In dem Gremium ist jede Diözese mit einem Bischof vertreten.

Die neuen Leitlinien sollen am 31. August, 15.00 Uhr von Bischof Stephan Ackermann in Trier vorgestellt werden.

APN / APN