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Presseschau

Gipfeltreffen im Vatikan: Enttäuschung, Wut, Resignation: Papst versetzt Missbrauchsopfern einen Schlag ins Gesicht

Der Papst und die Kirche schienen verstanden zu haben. Auf höchster Ebene beschäftigte man sich im Vatikan mit sexuellem Missbrauch in eigenen Reihen. Doch letztlich kreißte der Elefant und gebar eine Maus. Entsprechend harsch fallen die Pressestimmen aus.

Da saßen sie nun zusammen, die katholischen Kardinäle und Bischöfe, und sprachen über sexuellen Missbrauch in der Kirche. Ein Thema, das größer und schlimmer kaum sein könnte. Doch über mehr als ein "mea culpa", ein Eingeständnis der eigenen Schuld, kam diese Versammlung im Vatikan, in Anlass und Zusammensetzung bisher einmalig in der Kirchengeschichte, nicht hinaus. Die mit Spannung erwartete Abschlussrede von Papst Franziskus geriet zu einer einzigen Enttäuschung. Die Kommentatoren gehen mit der Kirche und dem Pontifex zumeist hart ins Gericht.

"Schwäbische Zeitung" (Ravensburg):

Enttäuschung, Wut, Resignation: Die Reaktionen auf die Rede des Papstes am Sonntag zeigt, dass das Pontifikat des Argentiniers am Wendepunkt angekommen sein könnte: Setzten die Reformer in der Kirche ihre Hoffnungen bisher auf den "Mann vom anderen Ende der Welt", so wird nun deutlich: Franziskus droht, an den eigenen Maßstäben zu scheitern. Warum nur verwies er auf andere, angeblich Schuldige? Geständnis, Demut, Reue, Umkehr und Buße in den eigenen Reihen sind angebracht. Natürlich war der Anti-Missbrauchs-Gipfel wichtig und richtig - aber er kam viel zu spät. Die Hoffnung war: Nach all den Jahren, in denen viel geredet, aber wenig unternommen wurde, zeigt die Kirche jetzt, dass es ihr ernst ist. Das Ergebnis hätte lauten müssen: Priester, die missbraucht haben, müssen gehen und werden bestraft. Akten gehören in die Hände des Staatsanwaltes. Bischöfe, die vertuschen, verlieren ihr Amt. Doch nun kündigt der Papst eine "Task Force" und ein Handbuch an. Reichlich dünn.

Frankfurter Rundschau:

Bundesjustizministerin Katarina Barley, nicht eben der Antichrist,  erklärt, die Katholische Kirche habe Vergewaltigungen von Kindern  vertuscht. Das ist leider die Wahrheit, die nicht dadurch weniger  furchtbar wird, dass solche Vergewaltigungen auch in der  Evangelischen Kirche, in Schulen und Elternhäuser geschahen und immer noch geschehen. Den Kirchen schlägt in weiten Teilen des Bürgertums  massives Misstrauen entgegen. Das ist gefährlich, weil die  christlichen Kirchen objektiv nach wie vor wichtige Stützpfeiler der  Gesellschaft sind. Es muss sich nun zeigen, was die gewaltigen Worte  des Papstes wert sind. Es muss sich zeigen, ob die Kirche gewillt  ist, ihr Verständnis von Sexualethik zu überdenken, ihre Auffassung  vom Zölibat, von Weiheämtern für Frauen und von der Unauflöslichkeit  der Ehe. Vermutlich wird das dauern. Aber beim Allerdrängendsten,  beim Missbrauchsskandal, führt jedes weitere Zögern schlimmer ins  Verderben.

"Westfalen-Blatt" (Bielefeld):

Die Katholiken müssen nicht weniger als eine neue  Kirche bauen. Ein Haus Gottes, in der die Machtfülle  der einzelnen  Würdenträger endlich angemessen beschränkt wird. Eine Kirche, die  sich konsequent innerer wie auch rechtsstaatlicher Kontrolle stellt,  die den Frauen deutlich mehr Verantwortung gibt und die Gläubigen auf Augenhöhe sieht. Eine Kirche, die fest im Glauben ist, ohne   weltfremd zu sein. All das wird jedoch keinen Erfolg haben, wenn mit  dem Verweis auf die "Einheit der Weltkirche"   jede  Veränderung  ausgebremst werden kann. Für die Deutsche Bischofskonferenz und für  jedes Bistum kann das nur bedeuten, selbst Verantwortung zu  übernehmen und  Maßstäbe zu setzen. Worte der Reue mögen ein Anfang  sein, aber es geht um mehr.

"Zeit online":

Der Missbrauchsgipfel ist gescheitert. Er war eine Enttäuschung für all jene, die sich von Papst Franziskus in seiner Abschlussrede ein konkretes Schuldeingeständnis und praktische Schlüsse versprachen. Also für die halbe Welt. Franziskus schlingerte gegenüber den vom Missbrauch Betroffenen, die nach Rom angereist waren, aber nicht mitdiskutieren durften. (...) So wird die katholische Kirche weiter an ihrem alten Leiden kranken: Wer sich als alleiniger Übermittler der göttlichen Wahrheit sieht, gerät leicht in Gefahr, seine eigene irdische Glaubwürdigkeit für weniger wichtig zu halten.

"Stuttgarter Zeitung":

Nun kommt es auf den Inhalt des angekündigten Papstschreibens an. Taten müssen auf die Worte folgen. Es müssen Strukturen geschaffen werden, die Transparenz gewährleisten und jeglichen Vertuschungsversuch bereits im Keim ersticken. Es braucht härtere und eindeutige Strafen auch im Kirchenrecht und schnellere und effektivere kanonische Prozesse, in denen auch Laien eine wichtige Rolle spielen. Es muss überprüft werden, ob die seit Jahren bestehenden Richtlinien und Vorgaben in den Diözesen eingehalten werden. Vieles davon wurde am Sonntag versprochen, wenn auch nicht vom Papst selbst. Dabei wird es für das Pontifikat Jorge Mario Bergoglios entscheidend sein, wie und vor allem in welcher Geschwindigkeit dieser Prozess nun weitergeht.

ZDF-"heute journal":

Franziskus bleibt auf halber Strecke stecken. Sieht satanische Kräfte am Werk, wo er Systemfehler seiner Kirche hätte benennen müssen. Der Hoffnungsträger wirkte merkwürdig gehemmt. So richtig es ist, auf sexualisierte Gewalt und ihre Opfer im Alltag hinzuweisen, auf Sextourismus oder digitale Pornographie, heute hätte es eine klare Ansage des Papstes gebraucht, wie er in der Kirche selbst solche Exzesse in Zukunft verhindern und sie wieder glaubwürdig machen will. So erwähnte der Papst den Pflichtzölibat als Teil des Problems nicht einmal oder den Umgang mit Homosexualität in der Kirche. Bei den Entschädigungen für die Opfer oder den rechtlichen Konsequenzen für die Täter gab der Papst keine neuen, konkreten Vorgaben. Die Last liegt jetzt bei den Ortskirchen. Sie müssen Verantwortliche benennen,  mit dem Vertuschen aufhören, mit Staatsanwälten zusammenarbeiten. Die erhoffte Unterstützung hat Franziskus heute nicht geliefert. Wenn der Oberhirte nicht entschlossen durchgreift, ist auch von den Bischöfen wenig Mut zu erwarten.

"Südkurier" (Konstanz):

Der Missbrauchsgipfel in Rom ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Da steht ein Papst, der endlich konkret werden wollte bei der weltweiten Aufarbeitung der schweren Fälle sexueller Gewalt, die ganze Leben zerstört haben. Stattdessen ergeht er sich in Allgemeinplätzen, wie dem steigenden Sextourismus und den schädlichen Auswirkungen des Internets. Franziskus bezeichnet sexuellen Missbrauch von Minderjährigen als "übergreifendes Problem", das überall vorkomme. Er fordert, die Kirche müsse sich von innen reinigen. Doch wie soll das gehen, wenn nicht endlich im Kirchenrecht verankert wird, dass Missbrauchspriester ohne jede Rücksicht ihres Amtes enthoben werden und alle, die sie decken, ebenso? Es wäre höchste Zeit für Klartext gewesen. Doch diese Chance ist erneut vertan.

"Donaukurier" (Ingolstadt):

Dass Papst Franziskus einmal mehr betont hat, wie beschämend und schlimm der Missbrauch in der Kirche ist, macht es für die Opfer, die sich konkrete Schritte erwartet haben, aber nicht einfacher. Sie hätten das verdient. Aber es muss auch klar sein: Man kann in vier Tagen nicht aufarbeiten, was Generationen von Bischöfen falsch gemacht haben.

"Volksstimme" (Magdeburg):

(Der Papst) sprach über Missbrauch als gesamtgesellschaftliches Phänomen, nahm die Kirche gar in Schutz. Der Subtext: So etwas kommt auch woanders vor. Für eine Institution, die sich selbst als Gralshüter moralischer Autorität sieht, ist das fatal. Mit solcher Halbherzigkeit wird die Kirche das Vertrauen der Menschen nicht zurückgewinnen."

"Rhein-Neckar-Zeitung" (Heidelberg):

Wenn Priester Kinder vergewaltigen, gehören sie vor Gericht. Und selbstverständlich müssen sie auch dienstrechtlich bestraft werden. Immer wieder ist von den Strukturen die Rede, die den Missbrauch in der Kirche begünstigten. Wenn aber ein sündiger Priester mit der Aberkennung seiner Pensionsansprüche rechnen muss, wenn der ihn schützende Bischof ebenfalls institutionell bestraft wird, dann lassen sich genau diese Strukturen aufweichen, in deren Schatten so viele Opfer missbraucht worden sind. Dazu hätte Franziskus etwas sagen sollen. Stattdessen bemühte er Bilder eines heidnischen Kultes. Und erntete Kopfschütteln.

"de Volkskrant" (Niederlande):

Die Worte, mit denen Papst Franziskus den viertägigen Gipfel über Missbrauch am Sonntag abschloss, waren hart und für einen Papst sogar beispiellos. So wie eigentlich diese ganze Woche im Vatikan außergewöhnlich war. Noch nie zuvor hat dieser Papst die Leiter aller Bischofskonferenzen der Welt gebeten, nach Rom zu kommen, noch nie zuvor wurde so viel über sexuellen Missbrauch in der Kirche gesprochen und noch nie zuvor hat ein Papst so viel Besserung versprochen. Und doch überwiegt bei vielen Missbrauchsopfern die Enttäuschung. Denn so energisch all diese Worte auch klingen mögen, sie verpflichten noch immer nicht zu konkreten Maßnahmen.

"Pravda" (Slowenien):

Als "Werkzeuge des Teufels" bezeichnete Papst Franziskus jene Priester, die Kinder sexuell missbrauchen. Starke Worte für einen Pontifex, doch sollte die römisch-katholische Kirche die Fehler lieber bei sich suchen statt im Höllenreich. Die Opfer in den Pfarreien und Kirchenschulen hätten von ihm mehr erwartet, vor allem nachdem er selbst zu Beginn des Gipfels die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zu konkreten Maßnahmen aufgefordert hatte.

"La Repubblica" (Italien):

Und auch wenn die Überheblichkeit gegenüber der Opfer nicht mehr da zu sein scheint, konkrete Heilmittel sind nicht in Sicht. Es ist dieser Punkt, an dem sich die Opfer verraten fühlen. (...) Auch wenn Franziskus scheinbar entschieden ist, die internen Widerstände gegen den Wandel bestehen.

"Der Standard" (Österreich):

Es war vielleicht nicht der große Wurf, aber ein Treffen mit Symbolcharakter. Ein gemeinsames Erwachen in Rom. Papst Franziskus hat den Finger auf die große Wunde gelegt, um die Schmerzen spürbar zu machen. Jetzt gilt es, nicht mehr nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern das Übel an der Wurzel zu packen.

"Die Presse" (Österreich):

So konkret die Vorwürfe gegen die Gesellschaft sind, so unkonkret und dünn sind Vorschläge, wie Missbrauch in der katholischen Kirche aufgearbeitet und verhindert werden soll. Hehre, im Grunde völlig selbstverständliche Absichtserklärungen sind es - mehr ist beim besten Willen aus den Worten des Papstes nicht herauszulesen. (...) Die Rede von Papst Franziskus enttäuscht also auf eine so nicht erwartete Art. Franziskus scheint gefesselt. Entweder durch die Macht der vatikanischen Kurie, die ein Einbekenntnis des Versagens nicht verkraften kann, durch nur scheinbar unveränderbare Strukturen, oder durch eigene Fantasie- und Mutlosigkeit. Das Thema Missbrauch ist nicht erledigt.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(