Misshandlungsvorwürfe Mixa verliert Rückhalt in Schrobenhausen


Die Leitung des Kinderheims in Schrobenhausen hat bekräftigt, die Misshandlungsvorwürfen gegen Bischof Walter Mixa ernst zu nehmen. Ebenfalls distanzierte sich der heutige Stadtpfarrer Josef Beyrer vom Augsburger Oberhirten.

Im Zusammenhang mit den Misshandlungsvorwürfen gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich die Leitung des Kinderheims in Schrobenhausen bei den mutmaßlichen Opfern entschuldigt. In einem Brief an die Betroffenen heißt es nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", dass die Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa ernst genommen würden.

Dem Bischof wird in mehreren eidesstattlichen Erklärungen vorgeworfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen von 1975 bis 1996 Kinder mit der Faust, Stock oder Teppichklopfer brutal geschlagen zu haben. Der Bischof bestreitet dies. Er habe niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewendet und habe ein "reines Herz".

Dem ARD-Fernsehmagazin "Panorama" liegt nach eigenen Angaben eine weitere eidesstattliche Erklärung einer heute 51-jährige Frau vor. Sie erhebt darin ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Mixa, bei dem sie 1971 Firmunterricht hatte. "Er hat mich mehrmals geschlagen, mit der flachen Hand... Ich mußte mich bei ihm entschuldigen und seine Hand küssen", berichte die Frau. Sie würde das auch vor Gericht bezeugen, betont das Magazin in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung.

In dem Schreiben an die Betroffenen, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, heißt es, die Vorwürfe seien "mit großer Erschütterung" aufgenommmen worden. "Leider haben wir keinen Einfluss darauf, wie Herr Bischof Dr. Mixa mit Ihren Vorwürfen umgeht", heißt es weiter. Man sei sich bewusst, dass eine Entschuldigung das Geschehene nicht ungeschehen und den Schmerz und die Gefühle gegenüber dem Heim und Bischof nicht lindern könne.

Der von dem Heim eingesetzte Sonderermittler Sebastian Knott (Ingolstadt) sagte, der Schutz der Opfer habe oberste Priorität. "Es wird nichts passieren, was die Betroffenen nicht im Geringsten wollen", sagte Knott. Er will an diesem Freitag einen ersten Bericht zu den Misshandlungsfällen an dem Kinderheim und zu umstrittenen Ankäufen von Kunstgegenständen durch Mixa als damaligen Stadtpfarrer von Schrobenhausen aus Mitteln der Stiftung vorlegen will.

DPA/AFP DPA

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