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Nach Rassismuskritik Berliner Verkehrsbetriebe wollen U-Bahnhof "Mohrenstraße" umbenennen

In Berlin Mitte befindet sich an der Ecke Glinkastraße-Mohrenstraße die gleichnamige U-Bahnhaltestelle. Nicht jedem gefällt das, und auch die Berliner Verkehrsbetriebe BVG findet den Namen überholt. „Ja, im Rahmen des Diversity-Tages haben wir uns bei der BVG entschieden den Bahnhof umzubenennen. Bei der BVG arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einundfünfzig Nationen, Berlin ist eine weltoffene Stadt, wir als BVG heißen die Welt hier sehr gerne willkommen, und wir haben uns gedacht, in den jetzigen Zeiten ist es dann vielleicht angebracht, den Bahnhof auch umzubenennen." Laut des Netzwerks Eine Welt Stadt Berlin geht der Name auf die Zeit zurück, in der Sklaven am Berliner Hof arbeiteten, während die Straße im 1706 ihren Namen erhielt, sei der U-Bahnhof erst nach der Wiedervereinigung in Mohrenstraße umbenannt worden. Diese Berliner Passanten sind geteilter Meinung über die Namensänderung. Herr Mohr beispielsweise sagt: „Ich finde da auch, die Betroffenen sollte man fragen, wie sie das empfinden. Ich habe in meinem Freundeskreis Menschen, schwarze Menschen, die damit ganz entspannt umgehen, ich habe auch mal ganz lustig darauf hingewiesen, dass ich demnächst meinen Nachnamen ändern werde, um politisch korrekt zu sein." „Ich finde das fantastisch, tatsächlich, weil ich finde das gehört sich nicht im einundzwanzigsten Jahrhundert Straßen nach rassistischen Beleidigungen für schwarze Personen zu benennen. Und es ist längst überfällig, also es ist zu wünschen, dass sich auch die, tatsächlich die Straße und nicht nur die U-Bahnstation einen besseren Namen findet." „Ich find's nicht in Ordnung, ganz ehrlich. Weil Mohren ist für mich eigentlich kein Schimpfwort, überhaupt gar nicht, kenne ich gar nicht, ich kenne noch Mohrenkopf und den Sarotti-Mohr und ich empfinde dabei jetzt auch keine Diskriminierung irgendwie von irgendeiner Volksgruppe, oderso, ich finde das nicht schlimm. Ich mein, ich sage auch Neger, ich meine das auch nicht böse, ich kenne das einfach so, ja." Auch laut Duden ist das Wort veraltet und diskriminierend. Spätestens zum Jahresende soll die Haltestelle als Glinkastraße auf den Netzplänen der BVG zu finden sein.
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Seit Jahren fordern verschiedene Initiativen eine Umbenennung der Berliner Straße. Nun soll die dortige U-Bahn-Haltestelle einen anderen Namen bekommen.

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