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400 Anrufe innerhalb weniger Tage: Dreiste Abzocke: Telefonbetrüger geben sich als Polizisten aus und erbeuten so Millionen

Innerhalb weniger Tage hat die Polizei München über 400 Betrugsanrufe verzeichnet. Die Täter rufen aus Callcentern an und geben sich als Polizisten aus. Der verursachte Schaden soll in Millionenhöhe liegen. Jetzt geht die Polizei in die Offensive.

Telefonbetrüger (Symbolbild)

Die Telefonbetrüger erbeuten in München mit ihrer Masche Summen in Höhe von mehreren Millionen (Symbolbild)

Getty Images

Was würden Sie tun, wenn bei Ihnen jemand anruft und auf dem Display 110 – die Nummer der Polizei – steht? Die meisten von uns würden wohl abnehmen. Schließlich ruft die Polizei an. Doch genau das ist eine beliebte Masche von Betrügern. Wie die Polizei München berichtet, rufen die Täter von Callcentern aus dem Ausland an, geben sich dann als Polizisten aus und erbeuten so jede Menge Geld. Bereits 2017 warnte die Münchener Polizei vor den "falschen Polizisten". Damals waren in einem halben Jahr über 650 solcher Betrugsfälle und -versuche registriert worden. Doch in den letzten Tagen war der Anstieg so extrem, dass sich die Polizei nun in aller Dringlichkeit an die Bevölkerung wendet. Sogar eine Pressekonferenz wurde einberufen.

Wie die Polizei in der auf Twitter gestreamten Veranstaltung erklärte, gab es allein in München seit dem vergangenen Wochenende – also innerhalb weniger Tage – weit über 400 Anrufe. Der Anstieg ist erschreckend hoch, auch weil die Masche in mehreren Fällen erfolgreich war. Der Callcenter-Betrug läuft wie folgt ab: Häufig würden besonders ältere und isolierte Menschen als Opfer ausgemacht. Diese werden von einer vermeintlichen Polizeinummer (110) angerufen. Die Nummer soll Vertrauen schaffen.

Täter wenden die Überrumpelungstaktik an

Dann wenden die Täter die sogenannten Überrumpelungstaktik an und schüren bei dem Angerufenen Angst. Manchmal geben sich die Anrufer auch als Bankmitarbeiter oder Staatsanwälte aus. Der Klassiker sei, so berichtet es die Polizei, dass die falschen Polizisten von einem Einbruch in der Nachbarschaft berichten. Dort sei ein Notizheft des vermeintlichen Einbrechers gefunden worden, in dem auch die Adresse des Angerufenen gefunden worden sei. Deshalb komme bald ein Polizeibeamter vorbei, um schnell alle Wertsachen abzuholen und zur Polizei zu bringen. 

Eine andere beliebte Methode sei, dass sich der Anrufer als Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes ausgebe. Dieser erkläre dann, dass gegen den Anrufer ein Haftbefehl aus der Türkei vorliege. Der Grund: Mitgliedschaft in einem Kinderporno-Ring. Die Beschuldigten bekämen große Angst und bezahlten daraufhin eine geforderte Kaution. Nur so lasse sich nach Aussagen der Betrüger nämlich die Ausweisung in die Türkei verhindern. Immer wieder fallen Opfer auf die falschen Beamten rein und werden so um ihr Geld gebracht.

Bei der jüngsten Pressekonferenz präsentierte die Polizei auch den Mitschnitt eines Betrugsanrufs. So wollen die Beamten auf die dreiste Abzocke aufmerksam machen und rufen dazu auf, gerade ältere Menschen über die Masche aufzuklären.

Polizei München verzeichnet extremen Anstieg

Große Sorgen bereitet der Polizei nun der immense Anstieg der Anrufe in den letzten Tagen. Deshalb wendet sich die Polizei jetzt über verschiedene Medien an die Öffentlichkeit. Auf der Pressekonferenz erklärten die Beamten außerdem, dass das Phänomen nicht nur ein Münchener Problem sei. Im gesamten deutschsprachigen Raum schlagen die Täter demnach zu. Die Polizei machte auch nochmal darauf aufmerksam, dass die Polizei selbst nicht von der Nummer 110 anruft. Das sei eine Nummer um einen Notruf abzugeben. 

Quelle: Polizei München

Rentner
hh