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Woher kommen sie - wem nützen sie?: Die Verschwörungstheorien zum Amoklauf in München

Ob 9/11 oder Kennedy-Attentat: Je monströser das Verbrechen, desto schneller tauchen Verschwörungstheorien dazu auf. Der Amoklauf von München macht da keine Ausnahme. Wer erfindet sie und wem sollen sie nützen?

Passanten gehen auf dem Gehweg vor dem Fastfood-Restaurant McDonald's gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrum

Im McDonald's gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrum in München begann der Amoklauf

Ein schreckliches Ereignis beherrscht die Schlagzeilen - und nur wenige Minuten später kursieren die ersten Verschwörungstheorien. Unmittelbar nach dem Amoklauf in München am Freitag hatten sich gleich mehrere Mitglieder der AfD auf Twitter geäußert in der festen Überzeugung, ein Migrant sei für die Todesopfer verantwortlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel solle "doch endlich die Grenzen dicht" machen, hieß es unter anderem.

Doch der Täter war kein Migrant. Sondern ein Deutscher (der auch noch einen zweiten Pass hatte). Das Gerücht, es handele sich um einen Migranten, hatte sich längst verbreitet, als die wahre Identität des Schützen bekannt wurde.

"Dass nicht sein kann, was nicht sein darf"

Zu einer Verschwörungstheorie kommt es, wenn die Wahrheit nicht ausreichend spektakulär erscheint; wenn den Verbreitern eine fantastisch-erstaunliche Komponente fehlt, die jede Geschichte eben ein klein wenig interessanter macht. Das ist förderlich für eine rasche Verbreitung; zudem kann man sich die Welt mit einer simplen Verschwörungstheorie eben einfacher erklären, die komplexe Wirklichkeit in ein überschaubares Raster zwängen.

Ein anderer Grund, sich und anderen ein Ereignis ganz neu zu erklären, ist, dass man etwas besonders Ungeheuerliches schlicht nicht wahrhaben möchte. Ein deutscher Junge, der so voller Hass auf Ausländer ist, dass er sein eigenes Leben leichtfertig hergibt, um sie zu töten? Lieber bleibt man bei der schon bekannten Idee des schrecklichen IS-Kämpfers, die seit Monaten die Runde macht. Das scheint einfacher zu verkraften zu sein. Weil - frei nach Christian Morgenstern - eben nicht sein kann, was in den Augen der Verschwörungstheoretiker nicht sein darf.

Manipulierte Fotos

Einen Sonderfall der Verschwörungstheorien stellt die Fotomontage dar, wie sie auch zum Amoklauf in München im Internet kursiert. Angeblich, so die Verschwörungstheoretiker, zeigt die Kombination zweier Fotos jeweils eine Szene des Amoklaufs. Beide Fotos bilden den Täter ab, heißt es - allerdings mit unterschiedlicher Kleidung. Für die Verschwörungstheoretiker ist damit klar: Der Täter kann gar nicht tot sein, er läuft noch frei herum! Der Mann, der da (rechts) erschossen wurde, ist doch nicht derselbe Mann.

Das stimmt auch. Schon an der Körperstatur ist zu sehen: Das ist nicht derselbe Mensch. Doch die Bilder stammen noch nicht einmal vom selben Tag. Das linke Foto zeigt tatsächlich den Attentäter - das rechte jedoch einen Vater, über den im Rahmen eines eskalierten Sorgerechtsstreits im April berichtet worden war. Das Foto war etwa in einem alten "Bild"-Artikel aufgetaucht; Quellenangabe dort: "Privat".

Eine solche manipulierte Montage unterscheidet sich explizit von den allgemeinen ominösen Verschwörungstheorien: Eine solche Fälschung muss jemand bewusst erzeugen, selbst mit einer Foto-Software erstellen - und dann gezielt verbreiten. (Wie Sie gefälschte Bilder im Netz einfacher entlarven können, lesen Sie hier.)

Das ausgeschaltete Mobilfunknetz

Ein Klassiker der Verschwörungstheorien ist beinahe schon das ausgeschaltete Mobilfunknetz. Auf Facebook geht das Gerücht um, das Mobilfunknetz sei am Tag des Amoklaufs deutschlandweit bewusst und absichtlich abgeschaltet worden; das GSM-System sei flächendeckend ausgefallen, heißt es, denn ein Admin der Telekom habe den Auftrag erhalten, alle Funkmasten "auf Wartung zu stellen".

Das ist nicht bloß hanebüchen, auch die Auswirkung gab es nie: Wie das Sicherheits-Blog "Mimikama"  aus Österreich berichtet, gab es am 22. Juli nicht mehr Störungsmeldungen als sonst auch; die Störungskarte habe keine übermäßigen Nutzermeldungen aufgewiesen. Lediglich zum Zeitpunkt des Amoklaufs gab es im Raum München vereinzelt Probleme mit dem Mobilfunknetz - schlicht aus dem Grund, dass das Netz überlastet war: Viele Menschen waren in Sorge, telefonierten mit Angehörigen, Freunden, der Polizei und wählten den Notruf. Entsprechend hatte auch das "Handelsblatt" berichtet.

Der Amokläufer "aus dem Nichts"

Und dann war da noch dieses Video, das den Beginn des Amoklaufs zeigt. Ein von einem Amateur mit einer Handykamera aufgenommener Clip zeigt, wie der Schütze aus dem McDonald's-Restaurant läuft und draußen auf Passanten schießt. Da die Pixel verschwimmen, ist der Attentäter auf dem Amateurvideo nicht dauerhaft deutlich zu erkennen. Das Blog "Mimikama" hat das Phänomen genauer erklärt.

Es ist eben nicht die einzige Option, dass der Schütze nachträglich in das Video (mit panisch davonlaufenden Menschen) eingesetzt wurde - oder schlicht "aus dem Nichts" kommt, wie es zuweilen heißt. "Wenn ein Video wirklich manipuliert wurde, warum melden sich da nicht die Menschen aus der Film- und Videozunft zu Wort?", fragt der "Mimikama"-Autor. "Es gibt so eine große Menge an Menschen, die sich beruflich mit Videoschnitt und Tricktechnik beschäftigen, es gibt Medienfakultäten an Universitäten, die über Schnitträume verfügen, in denen Studierende Videoeffekte und Bearbeitung erlernen, warum vermeldet aus diesen großen Kreisen niemand diese Zweifel?"

Dem ist nichts hinzuzufügen. Eines hilft immer gegen jede Verschwörungstheorie: Fachwissen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.