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München: Neue Synagoge wird eröffnet

Sie ist mit Kosten in Höhe von 71,5 Millionen Euro das teuerste jüdische Bauprojekt in Europa: die neue Synagoge in München. 68 Jahre nach der NS-Pogromnacht wird sie nun eröffnet.

Gut 60 Jahre nach dem Ende der Nazi- Schreckensherrschaft wird am Donnerstagnachmittag in München die neue jüdische Hauptsynagoge eröffnet. Bei dem Festakt mit Bundespräsident Horst Köhler und der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wird Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) das jüdische Gotteshaus am St.-Jakobs-Platz aufschließen.

Zu dem Festakt mit rund 1200 Gästen werden neben dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) auch hochrangige Vertreter des jüdischen Glaubens aus aller Welt erwartet, darunter auch Präsident Edgar Bronfman vom Jüdischen Weltkongress.

Ensemble mitten in der Altstadt

Die neue Synagoge ist der Mittelpunkt des neuen Jüdischen Zentrums, zu dem auch ein Gemeindehaus und ein Museum gehören. Nach Angaben von Knobloch handelt es sich bei dem rund 71,5 Millionen Euro teuren Ensemble mitten in der Altstadt um das derzeit größte jüdische Bauprojekt in Europa.

Mit der Synagogen-Eröffnung kehrt - 68 Jahre nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 - das jüdische Leben wieder in das Zentrum Münchens zurück. In der Pogromnacht hatten Nationalsozialisten die Synagogen in Deutschland in Brand gesetzt und jüdische Geschäfte zerstört. Die frühere Münchner Hauptsynagoge hatten die Nazis aber schon fünf Monate vor der Pogromnacht abgerissen - auf ausdrücklichen Befehl des Nazi-Diktators Adolf Hitler. Die neue Synagoge "Ohel Jakob", hebräisch für "Zelt Jakobs", trägt den Namen des damals zerstörten Gotteshauses.

AP / AP