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Anlehnung an "Judenstern": "Umgeimpft"-Sterne auf Anti-Corona-Demos: München verbietet das Tragen solcher Symbole

Auf manch einer Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland trugen Protestler gelbe Sterne, die an Symbole aus der Nazizeit erinnern. Die Stadt München verbietet diese nun.

"Ungeimpft" steht auf einem nachgebildeten Judenstern am Arm eines Mannes auf einer Demonstration in Frankfurt am Main

"Ungeimpft" steht auf einem nachgebildeten Judenstern am Arm eines Mannes auf einer Demonstration in Frankfurt am Main

DPA

Die Stadt München verbietet das Tragen von gelben Sternen auf Demonstrationen. Zuletzt hatten solche Symbole mit der Aufschrift "ungeimpft" für Irritationen gesorgt, die Teilnehmer von Protesten gegen die Anti-Corona-Maßnahmen im ganzen Land auf ihrer Kleidung trugen. In München gilt das Tragen eines gelben Sterns nun als Verstoß gegen die geltenden Versammlungsbestimmungen. Wer mit dem Symbol an der Kleidung angetroffen wird, müsse mit Bußgeldern rechnen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" einen Polizeisprecher.

Die Nationalsozialisten nutzten den sogenannten Judenstern, um Angehörige eben jener Religion zu kennzeichnen und zu brandmarken. Entsprechend war die Verwendung dieser Symbolik mit der Aufschrift "ungeimpft" auf massive Kritik gestoßen. Der Antisemitismusbeauftragte der Regierung, Felix Klein, hatte bereits Mitte Mai ein Vorgehen gegen das Tragen der Sterne gefordert. "Das ist absolut nicht hinnehmbar und sollte gegebenenfalls auch strafrechtlich verfolgt werden", hatte Klein der "Rheinischen Post" gesagt. Auf solchen Demos werde der Holocaust relativiert, indem etwa die Maskenpflicht mit dem Tragen des Judensterns im Nationalsozialismus verglichen werde. "Mit Sorge" beobachte er auch "die Zunahme der Verbreitung antisemitischer Verschwörungsmythen im Netz", hatte Klein gesagt.

"Maßnahme gegen Antisemitismus"

Das Verbot in München wurde von Politikern positiv aufgenommen. So twitterte etwa der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter: "Ich begrüße die Maßnahme ausdrücklich, um dem widerlichen Antisemitismus einen Riegel vorzuschieben." 

Für das verlängerte Pfingstwochenende wurden erneut zahlreiche Demonstrationen gegen die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronakrise angekündigt. In München demonstrierten am Samstag auf der Theresienwiese unter dem Motto "Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung" rund 700 Menschen. Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung höchstens 1000 Menschen teilnehmen.

Quelle: Twitter / "Rheinische Post" / "Süddeutsche Zeitung"

fin