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Festnahme in Hamburg: Mutmaßlicher türkischer Spion plante offenbar Attentate in Europa

Der gerade in Hamburg festgenommene mutmaßliche Spion aus der Türkei soll nicht nur Menschen ausgekundschaftet, sondern auch Attentate in Europa geplant haben. Enttarnt wurde er offenbar durch seine Ex-Frau.

Festnahme von mutmaßlichem Türkei-Spion: Aufnahme der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe

Der mutmaßliche Spion der Türkei ging der Bundesanwaltschaft vergangene Woche ins Netz (Symbolbild)

Ein in Hamburg festgenommener mutmaßlicher Spion des türkischen Geheimdiensts soll nach einem Medienbericht Attentate in Europa geplant haben. Der Mann habe zwei hochrangige Kurden töten lassen sollen - der eine aus Bremen, der andere aus Brüssel, berichtete "bild.de" unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Festgenommenen. Ende November reisten demnach Männer aus der Türkei nach Deutschland, um die Taten auszuführen. Die Bundesanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Bundesinnenministerium verwies auf die Karlsruher Behörde.

Diese hatte den mutmaßlichen Spion festnehmen lassen, wie sie am Freitag mitteilte. Ihm soll es demnach um Informationen über Aufenthaltsorte, Kontaktpersonen und politische Tätigkeiten gegangen sein. Der 31 Jahre alte Türke werde dringend verdächtigt, sowohl einzelne Menschen als auch kurdische Einrichtungen ausgekundschaftet zu haben. 

Mutmaßlicher Spion von Ex-Frau enttarnt?

Wie die "Hamburger Morgenpost" erfahren haben will, wurde der mutmaßliche Spion möglicherweise von seiner Ex-Frau enttarnt. Diese soll die Polizei dem Bericht zufolge mit Informationen versorgt haben, die letztlich zur Festnahme führten. Sie soll inzwischen unter Polizeischutz stehen und an einen unbekannten Ort gebracht worden sein, heißt es.

Der Konflikt mit der kurdischen Minderheit in der Türkei dauert seit mehr als 30 Jahren an. Seit Sommer 2015 hat er sich zugespitzt. Die auch in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK kämpft für ein Autonomiegebiet im Südosten des Landes. Die Regierung in Ankara geht inzwischen auch gegen die pro-kurdische Opposition hart vor.


mod / DPA