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23-Jährige aus Hellersdorf verurteilt: Mutter ließ ihre Kleinkinder allein, ohne Nahrung und dehydriert in verdreckter Wohnung

Durch bitterliches Weinen aus der Nachbarwohnung war eine 73-Jährige auf zwei allein gelassene Kleinkinder aufmerksam geworden. Der zur Hilfe gerufenen Feuerwehr boten sich schreckliche Bilder, als sie die Tür aufbrach.

Schild des Amtsgerichts Tiergarten mit dem Berliner Stadtwappen

Die Anhörung fand im Amtsgericht Tiergarten statt

DPA

Die Kinder von Julia M. sind noch klein, sie selbst ist auch erst 23 Jahre alt. Offenbar zu jung, um die Verantwortung für den dreijährigen Leon und seinen elfmonatigen Bruder zu übernehmen. Denn sie hatte die beiden allein zu Hause gelassen – an einem Ort, der das Wort "Zuhause" nicht verdient. Wie der "Berliner Kurier" berichtet, stand Julia M. nun vor Gericht, wegen Aussetzung und Verletzung der Fürsorgepflicht.

Es war der 13. Dezember 2017, als eine 73-Jährige in Hellersdorf bitterliches Weinen aus einer Nachbarwohnung hörte. Als sie vor der Wohnungstür stand und klopfte, öffnete niemand. Sie rief die .

Bestialischer Gestank und grauenvolle Bilder

Als die Rettungskräfte um 10.30 Uhr vor der Wohnung standen, hörten sie lautes Schreien der Kinder. "Weil sie offensichtlich allein waren, öffneten wir die Tür gewaltsam", sagte ein Beamter als Zeuge. Die Szene, die sich ihnen bot, sei schrecklich gewesen. "Ein Junge stand im Gitterbett und war sichtbar dehydriert." Der Größere habe versucht, den kleinen Bruder mit Pulver aus einer Backmischung zu füttern. "Das Zeug war verschimmelt." Die Wohnung sei völlig verdreckt gewesen. "Es stank bestialisch." Die Kinder seien ohne Nahrung gewesen.

Die hatte gestanden, die Jungen am Abend zuvor allein gelassen und bei einer Freundin übernachtet zu haben. "Mir war alles zu viel", so die Angeklagte. Der Vater ihrer Jungen habe sie im Stich gelassen. Nun würden ihre Söhne bei der Mutter ihres Ex-Partners leben.

12 Monate Haft auf Bewährung

Der Angeklagten sei vorzuwerfen, dass sie sich keine Hilfe geholt habe, hieß es weiter im Urteil. Es habe zudem Angebote gegeben. Der Staatsanwalt hatte 14 Monate Haft auf Bewährung gefordert. Die Verteidigerin stellte keinen konkreten Antrag. Der Richter verurteilte sie zu einem Jahr Haft auf Bewährung.

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bal mit DPA