HOME

Nach dem Amoklauf in München: Polizei droht Trittbrettfahrern: "ein ganzes Leben lang abbezahlen"

Die Münchner Polizei will die Verursacher von Fehleinsätzen kräftig zur Kasse bitten. Wer absichtlich und grundlos einen Einsatz auslöse, müsse die Kosten tragen. "Es gibt dabei keine finanzielle Obergrenze."

Warnung an alle Trittbrettfahrer - Post der Polizei München

"Wir prüfen jede einzelne (Falsch-)Meldung und ermitteln den Verursacher"

Auch im Nachgang des Amoklaufs von München agiert die Polizei der bayerischen Landeshauptstadt klar und bürgernah: "Es gibt zur Zeit Menschen, die meinen, es sei ein 'Spaß', mit der Angst ihrer Mitmenschen zu 'spielen'. Dieses widerliche Verhalten kann nicht nur strafrechtliche Folgen haben, es werden auch erhebliche finanzielle Konsequenzen auf den Einzelnen zukommen."

In einem knallroten Post in den sozialen Medien haben die Beamten am Donnerstag bekannt gegeben, dass Verursacher von Fehleinsätzen kräftig zur Kasse gebeten werden. "Wir prüfen jede einzelne (Falsch-)Meldung und ermitteln den Verursacher. Wer absichtlich und grundlos einen Polizeieinsatz auslöst, muss die Kosten dafür übernehmen. Es gibt dabei keine finanzielle Obergrenze." Dabei spiele es keine Rolle, auf welche Art und Weise diese Falschmeldung verbreitet werde - "soziale Medien, Messenger, mündlich".


Zahlen werden auch genannt: "Pro eingesetztem Beamten und Stunde stellen wir jeweils 54 € in Rechnung. Kommt ein Hubschrauber zum Einsatz, werden 3460 € pro Stunde in Rechnung gestellt." Bei mehreren Hundertschaften samt Hubschrauber komme "sehr schnell ein Betrag zusammen, den derjenige dann ein ganzes Leben lang abbezahlen muss", heißt es weiter.

In der bayerischen Landeshauptstadt hat am vergangenen Freitag ein Amokläufer neun Menschen und anschließend sich selbst getötet, was manche Menschen offensichtlich zum Anlass nehmen, mit der Angst ihrer Mitbürger zu spielen. Wie die Münchner Zeitung "Merkur" berichtet, laufen bereits zehn Verfahren.

Themen in diesem Artikel