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Norwegen Erstes Sommerlager auf Utøya nach dem Breivik-Terror


Für viele Norweger ist die Insel Utøya nach dem Anschlag von Anders Behring Breivik ein Ort des Terrors. Nun findet dort erstmals wieder das Sommerlager statt - viele Norweger sehen das mit gemischten Gefühlen.

Vier Jahre nach den Terroranschlägen von Anders Behring
Breivik
lädt die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei
(AUF) wieder zu einem Sommerlager auf der Insel Utøya ein. Vom 7.
bis 9. August werden dort mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. "So
viele wie noch nie zuvor", sagte der AUF-Vorsitzende Mani Hussaini am
Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf der Insel.

Insel Utøya wurde umfassend umgestaltet

Am 22. Juli 2011 waren 69 überwiegend junge Leute im Kugelhagel des Attentäters ums Leben gekommen. Seitdem ist die Insel im Tyrifjorden, 45 Minuten westlich von Oslo, umfassend umgestaltet worden. Ein

Neubau aus Holz und Glas beherbergt nun Küche, Speisesaal,
Konferenzräume und Aufenthaltsräume. Die Cafeteria, in der viele
junge Menschen ermordet wurden, soll zu einem Lernzentrum umgebaut werden.

"Bislang haben wir da nicht renoviert, wegen der Schusslöcher in den
Wänden sind die Räume vorerst nicht zugänglich", sagte
AUF-Generalsekretärin Ragnhild Kaski bei einem Rundgang über die
Insel. Über einer Lichtung hängt ein stählerner Ring, in dem die
Namen der Opfer eingraviert sind. "Dies ist eher ein Ort, an dem man
für sich trauern kann", so Kaski.

Sommerlager bleibt bei vielen Norwegern umstritten

Die AUF ist sich sehr bewusst, dass die Wiederinbesitznahme der Insel
auch umstritten ist. "Wir verstehen, dass es dazu unterschiedliche
Meinungen gibt", sagt Hussaini, "aber wir haben gesagt, unsere
Antwort auf die Attacke wird mehr Offenheit und mehr Demokratie sein. Und dass wir unser Sommerlager wieder auf Utøya veranstalten, ist Teil dieser Antwort."

Für die Jugendorganisation sei es eine große Herausforderung, die richtige Balance zu finden und diesen Ort, der voller schwerer Erinnerungen ist, wieder zu einem Ort der Freude zu machen.
"Wir wünschen uns, dass Utøya ein weltweites Symbol für Toleranz und Frieden wird", sagte der Projektleiter für die Insel, Jørgen Frydnes.

Dass sich zu dem Jugendcamp eine Rekordzahl von 1000 Teilnehmern angemeldet hat, sieht die AUF als Bestätigung dafür, dass sie den richtigen Weg gegangen ist. Utøya ist von zentraler Bedeutung für die
Arbeiterpartei: Seit 1950 finden hier die Sommercamps der AUF statt.
Am Wochenende werden die ehemaligen Ministerpräsidenten Jens
Stoltenberg
und Gro Harlem Brundtland sowie der Chef der
Arbeiterpartei Jonas Gahr Støre zu den Jugendlichen sprechen.

hev DPA

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