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Nach Entführungsplänen: Britischer Väter-Verein löst sich auf

Der britische Väter-Verein "Fathers 4 Justice" ist bekannt für spektakuläre Aktionen. Doch die Pläne einiger Mitglieder, Tony Blairs Sohn zu entführen, gehen dem Gründer zu weit. Deshalb hat er nun den Verein aufgelöst.

Die britische Protestgruppe "Väter für Gerechtigkeit" löst sich auf, nachdem Pläne zur Entführung des jüngsten Sohns von Premierminister Tony Blair bekannt geworden waren. "Ich will nichts mit einer Organisation zu tun haben, die durch so etwas Schlagzeilen macht", erklärte der Gründer der "Fathers 4 Justice", Matt O’Connor in einem Interview. Die Gruppe werde alle Aktivitäten einstellen.

Mit ihren oft spektakulären Kampagnen - darunter eine Erkletterung des Buckingham-Palastes - hatte die vor drei Jahren geschaffene Organisation auf die seelische Notlage von Scheidungsvätern aufmerksam gemacht, denen der Zugang zu ihren Kindern verwehrt wird.

Nachdem die "Väter für Gerechtigkeit" am Mittwoch in großen Schlagzeilen der geplanten Entführung des fünfjährigen Leo Blair beschuldigt wurden, bleibe nur noch die Auflösung, sagte O’Connor am Mittwochabend dem TV-Sender Channel 4.

Allerdings habe es derartige Pläne, von denen er keine Kenntnis gehabt habe, höchstens in einer kleinen Randgruppe ehemaliger Mitglieder geben können. Die "Väter für Gerechtigkeit" hatten im vergangenen Jahr 30 Mitglieder ausgeschlossen, die sie als "extremistisch" ansahen.

Die Boulevardzeitung "Sun" hatte am Mittwoch berichtet, Scotland Yard habe die Entführungspläne im Frühstadium vereitelt. Die Polizei bestätigte die Angaben zwar nicht, dementierte sie aber auch nicht. Das Büro des Premierministers verweigerte jeden Kommentar.

DPA / DPA
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