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Nach Explosion in Kohlebergwerk 27 neuseeländische Kumpel verschüttet


In Neuseeland hofft man auf ein Grubenwunder wie in Chile: Nach einer Gasexplosion in einer Kohlemine werden mehr 27 Kumpel vermisst. Die Verschütteten werden in rund 120 Meter tief im Inneren der Grube vermutet. Zwei Bergleute konnten sich an die Oberfläche retten.

Nach einer Explosion in einem neuseeländischen Kohlebergwerk werden 27 Bergleute vermisst. Fünf Arbeiter konnten sich nach Behördenangaben aus der Grube retten. Zu den übrigen Männern aber hätten die Rettungskräfte keinen Kontakt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ereignete sich die Explosion im Bergwerk Pike River an der Westküste der Südinsel gegen 16.00 Uhr (04.00 Uhr MEZ), eine Stunde nach Beginn der Spätschicht. Der Strom fiel aus und damit auch das Belüftungssystem, das die Luft austauscht. Deshalb konnten die Bergungsarbeiten zunächst nicht beginnen, da weitere Gasexplosionen befürchtet wurden. Die Vermissten wurden in rund 120 Metern Tiefe vermutet.

Was zu der schweren Explosion geführt hatte, ist auch Stunden später noch unklar. Die beiden Überlebenden würden derzeit behandelt und zu dem Vorfall befragt, sagte Whittall dem Sender TV3. Sie berichteten demnach, dass noch drei weitere Kumpel versucht hätten, nach oben zu gelangen. Doch bis zum Einbruch der Dunkelheit erreichte niemand mehr den Ausgang. Wieviele Kumpel genau noch in der Tiefe steckten, war zunächst unklar: Der Betreiber sprach von 27 Vermissten, eine Polizeisprecherin sagte, von insgesamt 36 Arbeitern fehle jede Nachricht.

"Es sieht nicht gut aus"

Nach Angaben von Bergbauminister Gerry Brownlee wird die Regierung keine Kosten und Mühen scheuen, um die Vermissten zu bergen. "Wichtigstes Ziel ist es, die Leute lebend herauszubekommen", sagte Brownlee. Den Angehörigen sprach er sein Mitgefühl aus. Nach Angaben des Chefs des betroffenen Bezirks Grey, Tony Kokshoorn, könnten die Rettungsarbeiten Tage dauern. Er bete, dass die Vermissten noch am Leben seien, sagte er dem Sender Radio New Zealand. "Wir drücken die Daumen, aber es sieht nicht gut aus." Dennoch dürfe niemand die Hoffnung verlieren, sagte Kokshoorn später - das habe die wundersame Rettung der 33 verschütteten Kumpel in Chile im vergangenen Monat gelehrt.

Die Pike River Mine mitten im unwegsamen Kohlerevier von Neuseeland betreibt als eine der wenigen Steinkohleabbau unter Tage. Der Zugang zur Mine erfolgt über einen 2,4 Kilometer langen Tunnel, an dem zehn Jahre lang gebaut wurde. Das Bergwerk ging erst im vergangenen Jahr in Betrieb, Minister Brownlee lobte seine "solide Bauweise". Dagegen berichtete die Internetseite des Medienkonzerns Fairfax Media, dass sich der Beginn der Kohleförderung wegen einer Reihe von Problemen verzögert - unter anderem, weil ein Luftschacht eingebrochen war.

Minenunglücke sind in Neuseeland eher selten. Bei der bisher schwersten Schlagwetter-Katastrophe im Jahr 1896 starben 65 Kumpel.

be/AFP AFP

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