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Nach Gewalttour durch München Schweizer Schläger legt Geständnis ab


Sie machten aus ihrer Klassenfahrt eine Gewaltorgie: Drei Schweizer Schüler, die in München stark alkoholisiert mehrere Menschen brutal zusammengeschlagen haben, stehen derzeit vor Gericht. Nun hat einer der Schüler ein Geständnis abgelegt, angeblich bereut er seine Taten.

Kurz vor dem geplanten Prozessende hat einer der drei wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Mordes angeklagten Schweizer Schüler ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Der Anwalt des Jugendlichen sagte am Donnerstag am Rande des Prozesses vor der Jugendkammer des Landgerichts München, sein Mandant habe "insgesamt plausibel gemacht, dass er bereut, was ihm vorgeworfen wird". Er habe auch ein Entschuldigungsschreiben an das Hauptopfer überreicht.

"Glaubhaft reuig"

Laut Anklage schlugen die drei Jugendlichen in der Nacht zum 1. Juli 2009 insgesamt fünf Passanten in München brutal zusammen. Nach Angaben der Ermittler befanden sich die Schüler einer Weiterbildungsschule in Küsnacht auf Klassenfahrt in München und waren alkoholisiert, als sie beschlossen, beliebige Personen zu attackieren. Einen Kaufmann, der sich auf dem Weg zu seinem Hotel befand, prügelten die Jugendlichen laut Anklage zu Boden und attackierten ihn mit Fußtritten gegen den Kopf. Wie ein Sachverständiger aussagte, wurden die Schläge dabei mit "äußerster Kraft" ausgeführt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin war das "ganze Gesicht des Mannes zertrümmert" worden.

Der geständige Schüler hat sich laut der Sprecherin bei dem Mann auch persönlich entschuldigt und "glaubhaft reuig" gewirkt. Er habe zudem bedauert, dass er die Vorwürfe erst zu einem so späten Zeitpunkt einräume. Der Angeklagte habe dies nach eigener Aussage bereits seit Prozessbeginn vorgehabt, ihm sei aber von seinem früheren Verteidiger davon abgeraten worden.

Höchststrafe liegt bei zehn Jahren

Der Sprecherin zufolge wirkt sich ein Geständnis "im Falle einer Verurteilung in jedem Fall strafmildernd aus". Ob sich auch die beiden anderen 18 Jahre alten Angeklagten zur Sache äußern werden, sei noch unklar. Die für Donnerstag ursprünglich vorgesehenen Plädoyers wurden verschoben.

Da die Angeklagten bei der Tat alle jünger als 18 Jahre waren, findet das Verfahren nach dem Jugendstrafrecht statt, das eine Höchststrafe von zehn Jahren vorsieht. Die Öffentlichkeit ist während der gesamten Verhandlung ausgeschlossen. Der Prozess hatte bereits im März dieses Jahres begonnen. Die drei Schüler befinden sich mittlerweile seit über 15 Monaten in Untersuchungshaft.

be/DAPD dapd

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