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Nach Plagiat-Skandal Oberrabbiner in Frankreich legt sein Amt nieder


Er hatte in seinen eigenen Schriften andere Autoren kopiert, ohne darauf hinzuweisen. Jetzt zieht Gilles Bernheim die Konsequenzen aus seinem Vergehen: Der Oberrabbiner von Frankreich tritt ab.

Der Oberrabbiner von Frankreich, Gilles Bernheim, gibt sein Amt wegen Plagiatsvorwürfen ab. Er könne seine Aufgaben nicht mehr mit der notwendigen Gelassenheit und Ruhe erfüllen, begründete der 2008 gewählte Bernheim in einer am Donnerstag in Paris veröffentlichten Erklärung. Während einer Krisensitzung des Zentralrats der Juden in Frankreich bat Bernheim nun um Beurlaubung.

Der Oberrabbiner hatte am Dienstagabend eingestanden, in mehreren eigenen Schriften andere Autoren kopiert zu haben. Einen Rücktritt hatte er jedoch abgelehnt. Bernheim gab außerdem zu, dass er eine hohen akademischen Titel in Philosophie, der in mehreren seiner Lebensläufe vermerkt war, gar nicht besitze.

Bernheim war 2008 für sieben Jahre zum Oberrabbiner Frankreichs gewählt worden. Sein Amt trat der damalige Rabbiner der Großen Synagoge von Paris 2009 an. Seine intellektuelle Stellung im Bereich der Religionen hatte vergangenen Dezember noch an Bedeutung gewonnen, als der damalige Papst Benedikt XVI. aus einem seiner Essays gegen die Homo-Ehe zitierte. Auch in diesem Essay mit dem Titel "Homo-Ehe, Homo-Elternschaft und Adoption: Was man dabei oft zu sagen vergisst" hatte er andere Autoren abgekupfert. Bernheim bezeichnete die Plagiate als "Anleihen". Einen Rücktritt hatte er mit der Begründung abgelehnt, das wäre wie eine "Fahnenflucht".

fle/AFP/DPA DPA

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