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Nach Rücktritt: Mixa verbringt Ruhestand im Frauenkloster

Er hat dem Ansehen der katholischen Kirche erheblich geschadet, doch offensichtlich vergibt und vergisst man in den christlichen Reihen recht schnell: Ex-Bischof Walter Mixa geht als Kaplan in die Diözese Eichstätt, wohnt im Frauenkloster, aber soll auch in der Jugendarbeit eingesetzt werden.

Der zurückgetretene Bischof von Augsburg, Walter Mixa, wird seinen Ruhestand in einem Frauenkloster verbringen. Das Augsburger Ordinariat bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Danach wird Mixa ohne seelsorgerischen Auftrag bei den Franziskanerinnen der Maria-Stern-Schwestern in Fünfstetten im Landkreis Donau-Ries wohnen. Sein Ruhestands-Domizil liegt in der Diözese Eichstätt, in der Mixa zwischen 1996 und 2005 Bischof war. Dort bekommt er nach Angaben des Kultusministeriums rund 70 Prozent seiner früheren Bischofsbezüge als Ruhestandsgeld. Das sind brutto etwa 5400 Euro - plus einer Aufwandsentschädigung als früherer Militärbischof.

Der Fünfstettner Pfarrer Wolfgang Woppmann empfängt ihn mit offenen Armen und hat keine Vorbehalte gegen ihn: "Ich bin guter Dinge, die meisten mögen ihn." Auch die jungen Gemeindemitglieder freuten sich auf den Neuzugang. Die Jugend sehe Mixas Ankunft "locker und cool", so Woppmann. "Die freuen sich, dass eine solche Berühmtheit hier herkommt." Er will Mixa sogar in die Gemeindearbeit einbinden.

Gerüchte um Woppmann und Mixa

Die Ankündigung von Mixas Umzug hat im beschaulichen Fünfstetten erheblichen Wirbel ausgelöst. Es gab Gerüchte, Woppman sei der Sohn Mixas. Von der Kanzel herab hatte der 39-Jährige dies dementiert: "Meine Mutter hat Walter Mixa bis zu meiner Diakonenweihe nicht gesehen." Als Seelsorger mit Bodybuilder-Ausbildung sehe er sich in der Lage, den emeritierten Bischof zu schützen und zu coachen.

Nonnen sind wenig begeistert

Offenbar hat man Mixas Vergangenheit vergessen oder aber dem Ex-Bischof bereits vergeben. Mixa war nach Prügelvorwürfen aus seiner Zeit als Stadtpfarrer in Schrobenhausen im Mai von seinem Amt zurückgetreten. Und das mag auch der Grund sein, warum die Nonnen sich über den Zuzug wenig begeistert äußerten. Es habe eine Diskussion gegeben, sagte Provinzvikarin Schwester Beda Rauch der "Hamburger Morgenpost". "Wir haben ihn nicht eingeladen", die Nonnen seien gebeten worden, ihn bei sich aufzunehmen. Das Kloster ist Altersruhesitz für 13 Nonnen. Allerdings wohne noch ein weiterer Geistlicher dort, der blind sei. Auf die Frage, ob Mixa im Kloster mithelfe solle, sagte Schwester Beda: "Es ist nicht geplant, seine Seelsorge in Anspruch zu nehmen."

Mixa hat als emeritierter Bischof keinen Dienstherren. Es steht ihm frei, Aushilfen in der Seelsorge anzunehmen und Sakramente wie Firmungen zu spenden. Während sein Nachfolger der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa vom Papst berufen wurde und im Oktober in Augsburg ins Amt eingeführt werden soll, sieht Mixa seinen Aufgaben gelassen bis freudig entgegen. "Jetzt werde ich halt Ihr Kaplan", soll Mixa beim ersten Treffen mit Woppmann gesagt haben.

swd/DPA / DPA