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Nach Tod von schwarzem Teenager Journalisten bei Protesten festgenommen


Nachdem in St. Louis ein schwarzer Teenager von einem Polizisten erschossen wurde, haben erneut hunderte Anwohner gegen die Behörden demonstriert. Ein junger Mann wurde dabei schwer verletzt.

Nach dem Tod eines schwarzen Jugendlichen in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri ist es die fünfte Nacht in Folge zu Protesten gekommen. In der Nacht zum Donnerstag setzten Polizisten laut US-Medienberichten Tränengas und Rauchbomben ein, um die Demonstration aufzulösen. Nach Polizeiangaben warfen einige Demonstranten Molotowcocktails und versuchten Beamte anzuzünden.

Laut dem Sender CNN und anderen Medien rückten Polizisten in schwerer Schutzmontur gegen eine Gruppe von rund 30 Demonstranten vor, die sich nahe einer ausgebrannten Tankstelle versammelt hatten. Zwei Reporter wurden nach eigenen Angaben festgenommen. In der "Washington Post" beschreibt Wesley Lowery, wie er und sein Kollege von der "Huffington Post" von der Polizei in einem Schnellrestaurant verhaftet wurden. Der Artikel führte zu einer angeregten Diskussion, in der viele ihre Empörung über die Festnahme von Journalisten zum Ausdruck brachten.

Beide Journalisten wurden demnach festgenommen, als die Beamten ein Schnellrestaurant stürmten und die Besucher zum Verlassen des Lokals aufriefen. Einer der Reporter erklärte, er sei dabei auch tätlich angegriffen worden. Polizisten hätten ihn gewaltsam gegen einen Getränkeautomaten geschleudert, als sie versuchten, das Lokal zu räumen. Ein 19-jähriger Mann, der bei Protesten in der vorangegangenen Nacht von Polizisten angeschossen wurde, schwebte in einem Krankenhaus in Lebensgefahr.

"Hände hoch! Nicht schießen!"

In den Straßen standen sich Polizisten und Hunderte Demonstranten gegenüber. Zuvor hatte ein Protestmarsch nahe der Stelle, an der ein 18-Jähriger von einem Polizisten erschossen wurde, geendet. Michael Brown soll seinen Todesschützen bei einer Auseinandersetzung in sein Dienstfahrzeug gedrängt haben. Zeugen berichteten dagegen, der Jugendliche habe sich kurz vor seinem Tod ergeben und als er erschossen wurde, die Hände in die Höhe gehalten.

Einige Demonstranten hielten bei den Protesten vom Mittwochabend Ortszeit die Arme über den Kopf und skandierten "Hände hoch! Nicht schießen!", berichtete der Sender "Fox News". Sie spielten damit auf den Tod von Brown an. Sie riefen auch: "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden!"

Die überwiegend schwarzen Bewohner der Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern fordern eine umfassende Aufklärung des Vorfalls, was US-Justizminister Eric Holder bereits versprochen hat. Doch da die Polizei den Namen des verantwortlichen Beamten zu dessen Schutz geheim hält, wird ihr vorgeworfen, den umstrittenen Fall verschleiern zu wollen. Demonstranten fordern die Bekanntgabe des Namens. Um die Lage in Ferguson zu beruhigen, sollen die Schulen am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben.

Nach dem Tod des Teenagers war es seit der Nacht zum Sonntag wiederholt zu Protesten, Plünderungen und Dutzenden Festnahmen gekommen.

she/ono/DPA/AFP DPA

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