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Hamburg und Korbach Erneut Frauen durch brutale Tritte in den Rücken verletzt

Tretattacken in Hamburg und Korbach: Frau auf einer Rolltreppe (Symbolbild)
Auch in Hamburg und im nordhessischen Korbach wurden Frauen durch gezielte Tretattacken verletzt (Symbolbild)
© Picture Alliance
Berlin, München, Stuttgart - und jetzt auch Hamburg und Korbach: Die brutale Tretattacke auf eine Frau in einem U-Bahnhof der Hauptstadt findet offenbar immer mehr Nachahmer. Die Opfer sind auch bei den jüngsten Vorfällen wieder Frauen.

Seit vergangenem Wochenende sitzt der mutmaßliche Haupttäter der brutalen Tretattacke auf eine junge Frau in einem Berliner U-Bahnhof in Haft. Polizisten hatten den 27-jährigen Bulgaren auf dem Zentralen Omnibusbahnhof der Hauptstadt festgenommen, als er aus Südfrankreich kommend nach Berlin zurückkehrte. Gegen den Mann wird seither weiter ermittelt. Wurde er zunächst wegen gefährlicher Körperverletzung per Haftbefehl gesucht, prüft man derzeit auch, ob ihm versuchter Totschlag vorgeworfen werden kann. "Es wird in alle Richtungen ermittelt, ob da möglicherweise auch ein Tötungsdelikt in Betracht kommt, hängt vom weiteren Ergebnis der Ermittlungen ab", hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Berlin. 

Unterdessen werden immer mehr Fälle aus Deutschland bekannt, die dem heimtückischen Angriff aus Berlin stark ähneln. So berichtet die "Frankfurter Rundschau" von einer Attacke auf eine 45-jährige Frau im nordhessischen Korbach, das "Hamburger Abendblatt" von einem Vorfall im Stadtteil Billstedt der Hansestadt.

Korbach: Polizei sucht Zeugen der Tretattacke

In Korbach wurde das Opfer demnach bereits am vergangenen Donnerstag durch einen Tritt eine Treppe hinuntergestoßen. Weil sich die Geschädigte jedoch nicht bei der Polizei meldete und die Beamten letztlich erst durch Berichte in sozialen Netzwerken von der Tat erfuhren, konnte die Geschädigte erst am Montag ausfindig gemacht werden. Im Gespräch mit der Polizei habe sie angegeben, plötzlich einen Stoß gespürt zu haben und daraufhin bis zu zehn Treppenstufen hinabgestürzt zu sein, schreibt die Zeitung. Dabei zog sich die Frau, die zuvor drei junge Männer hinter sich bemerkt haben will, Schürfwunden und Prellungen zu. Als sie sich wieder aufgerappelt hatte, war das Trio dem Bericht zufolge verschwunden. Da die mutmaßlichen Täter vom Opfer nur unzulänglich beschrieben werden konnten, hofft die Polizei nun auf Zeugen, die den Vorfall beobachten haben. Auch sucht sie nach einem älteren Mann, der die Frau nach dem Sturz angesprochen und seine Hilfe angeboten hatte.

Hamburg: Aus Frust über Zurückweisung zugetreten?

Zwei Tage zuvor kam auch in Hamburg eine Frau nach einem Tritt zu Schaden. Anders als in Korbach konnte der mutmaßliche Täter jedoch von Passanten bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Dem 39-Jährigen wird vorgeworfen, die 57-Jährige am Dienstag vergangener Woche ohne erkennbaren Anlass mit voller Wucht in den Rücken getreten zu haben. Das Opfer stürzte daraufhin mit dem Hinterkopf auf den Boden und brach sich beim Aufprall das rechte Handgelenk. Bisherigen Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der Mann vor der Tat vergeblich versucht, drei ältere Frauen um Geld anzubetteln. Möglicherweise aus Frust über die Zurückweisung kam es wenig später zum Angriff auf die 57-Jährige. Der Tatverdächtige selbst sei erkennungsdienstlich behandelt worden, sei inzwischen und aufgrund fehlender Gründe für einen Haftbefehl aber wieder auf freiem Fuß, heißt es in dem Bericht. Gegen ihn werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Weitere Attacken in München und Stuttgart

Vor Korbach und Hanburg waren zudem ähnliche Vorfälle aus München und Stuttgart bekannt geworden. In der bayerischen Landeshauptstadt hatten drei Jugendliche eine 38-Jährige überfallen und diese dabei so getreten, dass sie eine Rolltreppe hinunterstürzte. In Stuttgart-Hedelfingen verletzten Unbekannte eine Frau durch einen Tritt in den Rücken. Beide Attacken ereigneten sich bereits am vorletzten Wochenende. Die Ermittlungen laufen noch.

mod

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