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Nachfolge von Juan Carlos Felipe VI. besteigt den spanischen Thron


Spanien hat einen neuen König. Nachdem Juan Carlos nach 39 Jahren auf dem Thron abgedankt hat, ist Sohn Felipe jetzt das neue Staatsoberhaupt. Seine Vereidigung im Parlament soll bescheiden ablaufen.

Nach der Abdankung von König Juan Carlos, bei der der 76-Jährige nach fast 39 Jahren auf dem spanischen Thron seinen Sohn Felipe zum neuen Staatsoberhaupt gemacht hat, wird dieser heute bei einer feierlichen Zeremonie im Parlament vereidigt. Für Spanien bricht eine neue Epoche an.

Bei der Vereidigung von König Felipe VI. werden ausländische Staatsgäste und Mitglieder anderer Königshäuser nicht dabei sein. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte sich das Königshaus für einen vergleichsweise bescheidenen Rahmen entschieden. Juan Carlos war unter anderem in die Kritik geraten, weil er sich in Krisenzeiten eine Elefantenjagd in Afrika geleistet hatte.

Letizia Ortiz erste bürgerliche Königsgemahlin

Juan Carlos hatte am Mittwoch in einer schlichten Zeremonie seine Abdankung unterzeichnet. Das Gesetz zum Thronverzicht wurde nach Mitternacht im Amtsblatt veröffentlicht und damit rechtswirksam.

Der Feier wohnten im königlichen Palast im Zentrum von Madrid etwa 160 geladene Gäste bei. Dazu gehörten neben der bisherigen Königin Sofía, 75, und Felipe die neue Königin Letizia, die neue Thronfolgerin Leonor, 8, ihre Schwester Sofía, 7, Ministerpräsident Mariano Rajoy und alle Mitglieder der Regierung.

Der an einem Stock gehende Juan Carlos wirkte gebrechlich und innerlich bewegt. Als der Text der Abdankung verlesen wurde, schien er kurz mit den Tränen zu kämpfen. Nach der Unterzeichnung tauschte er mit Felipe symbolisch den Platz. Nach wenigen Minuten war die Zeremonie vorbei.

Felipes Ehefrau, die frühere Fernsehjournalistin Letizia Ortiz, 41, wurde die erste Königsgemahlin in der Geschichte der spanischen Monarchie, die einer bürgerlichen Familie entstammt.

Königsfieber hält sich in Grenzen

Als Schauplatz hatte Juan Carlos den symbolträchtigen Säulensaal des Palasts ausgewählt. Dort hatte Spanien 1985 seinen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet, wie die Europäische Union damals hieß. In dem Saal war 1975 nach dem Tod von Francisco Franco der Leichnam des Diktators in dem Raum aufgebahrt worden. Juan Carlos hatte Spanien nach dem Tod des Diktators in die Demokratie geführt.

Vor dem Thronwechsel schien es, als hielte das Königsfieber in der spanischen Hauptstadt sich in Grenzen. An der Strecke, die das neue Königspaar nach der Zeremonie im Rolls Royce zurücklegen wird, wurden Bushaltestellen, Säulen und Straßenlaternen mit Banderolen in den spanischen Nationalfarben geschmückt. 16.000 Blumen zierten die Straßen der Hauptstadt. Für die Zeit der Zeremonie im Parlament wurden Protestkundgebungen von Gegnern der Monarchie im Zentrum der Hauptstadt verboten.

kis/DPA DPA

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