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"STERN nachgefragt" "Die Lage war noch nie so angespannt" – Pflegerin Böhler über einen Beruf am Limit, der jetzt Ihre Unterstützung braucht


Mit einer Pflege-Petition will der stern die Politik mobilisieren, die Lage der Pflegekräfte in Deutschland endlich zu verbessern. In diesem Podcast berichtet die Krankenschwester und Buchautorin Franziska Böhler, wie auch seit Corona viele Chancen verpasst worden sind.

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Impfpflicht für Pfleger? Mit diesem Vorstoß hat CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für Furore gesorgt. Dabei ist das zentrale Problem in der Pflege ein anderes: Es gibt zu wenige Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland. Und die, die ständigen Zeitdruck, Überlastung und Schichtarbeit aushalten, sind nach dem ersten Corona-Jahr ernüchterter denn je. Denn das viele Klatschen hat ihnen substanziell wenig gebracht, wie so viele Versprechen zuvor.

Der stern hat deshalb eine Petition für eine bessere Pflege gestartet, Motto: Mensch vor Profit. Für eine Pflege in Würde. Das erste Etappenziel: Binnen vier Wochen sollen 50.000 Menschen diese Petition unterstützen, damit eine öffentliche Diskussion im Parlament angeschoben werden kann.

Pflegerin Böhler: "Die Lage war noch nie so angespannt"

In "nachgefragt", dem stern-Podcast, spricht Host Florian Güßgen ausschließlich über das Thema Pflege, und zwar mit Franziska Böhler. Die ist Krankenschwester, Instagram-Star und Buchautorin und prangert seit Jahren die Zustände in den deutschen Kliniken an. "Die Lage war noch nie so angespannt", sagt Böhler. "Das, wovor wir seit Jahren gewarnt haben, ist jetzt eingetreten: Die Krankenhäuser sind am Limit und meine Kollegen sind auch am Limit, mental und körperlich."

Präzise beschreibt sie, wie gerade im vergangenen Corona-Jahr wieder Chancen verpasst worden sind, Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland zu stützen, diesen Beruf auch wieder attraktiv zu machen. "Ich habe die große Befürchtung, dass es eine Personalflucht in der Pflege geben wird. Was da gerade passiert, ist keine normale personelle Fluktuation mehr. Ich glaube, dass nach diesem Corona-Jahr viele Kollegen aus dem Beruf ausscheiden, weil sie einfach sagen: Es geht nicht mehr. Ich kann nicht mehr." In dem Gespräch beschreibt Böhler, mit welchen Träumen sie ihren Beruf angetreten hat, warum sie lange ausgerechnet auf der Intensivstation arbeitete – und wie für sie eine Welt zusammenbrach, als ihre Kollegin Antje plötzlich weinte.

In der Folge spricht Güßgen auch mit Chefarzt Michael Wünning, dem Leiter des Zentrums für Notfall- und Akutmedizin des Marienkrankenhauses in Hamburg. Wünning beschreibt, was aus seiner Sicht in der Pflege verpasst worden ist – und wie sich die Corona-Situation in seiner Klinik gerade darstellt.

stern

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