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"Wir und Corona": Lehrer-Vertreterin Simone Fleischmann: "Stop-and-Go geht in der Schule nicht"

Ab dem 4. Mai soll es an den Schulen wieder Unterricht geben. Doch wie könnte der aussehen? Darüber spricht die bayerische Lehrer-Vertreterin Simone Fleischmann im Podcast "Wir und Corona".

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Jetzt steht es fest. Die Schulen in Deutschland sollen ab Anfang Mai in weiterführenden Schulen und in den letzten Jahrgängen der Grundschulen wieder in den Unterricht einsteigen. Dies Schritt für Schritt, mit konkreten Vorgaben zum Schutz vor Ansteckung mit dem Corona-Virus. Wie kann das konkret funktionieren? Was sind die Hürden? Sind die Lehrerinnen und Lehrer für diese Herausforderung gewappnet? Darüber spricht Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, in der aktuellen Folge von "Wir und Corona", dem gemeinsamen Podcast von stern und RTL.

Coronavirus: Schulen brauchen klare Ansagen

Fleischmann dringt vor Unterrichtsbeginn besonders auf genaue Vorgaben der Landesregierungen, wie vor allem die Schutzmaßnahmen umgesetzt werden sollen. "Wir brauchen hier eine klare Ansage der Staatsregierung, was sie sich auf Grundlage der Beratung von Biologen und Medizinern vorstellen, welche Schutzmaßnahmen an den Schulen in Deutschland umgesetzt werden sollen", sagt Fleischmann.

Dabei begrüßt sie, dass der Unterricht nicht sofort nach den Osterferien, die etwa in Bayern noch bis zum 19. April andauern, wieder eingesetzt wird. "Der Schalter kann nach den Osterferien nicht einfach umgelegt werden. Und das ist auch gut so. Wir brauchen Zeit zur Vorbereitung. Wir brauchen die Schutzmaßnahmen zu hundert Prozent an den Schulen, damit wir die Sicherheit der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler und aller, die an den Schulen tätig sind, gewähren können."

Umgang mit Krisen lehren?

In dem Podcast spricht Fleischmann über die Schwierigkeit, den Schulbetrieb zu unterhalten, obwohl einige Lehrerinnen und Lehrer zu Risikogruppen gehören und nicht werden unterrichten können – und fordert Realitätssinn bei der Umsetzung der Maßnahmen. Fleischmann dringt darauf, den Lehrplan vor den Sommerferien auf das Wesentliche zu reduzieren – und dabei auch darüber zu diskutieren, was wesentlich ist.

"Die Zeit, die uns vielleicht ab Anfang Mai mit den Schülerinnen und Schülern bis zu den Sommerferien bleibt, sollten wir so verwenden, dass wir fokussiert das unterrichten, was jetzt zentral zu tun ist, was im Mittelpunkt steht." Und das, so Fleischmann, könne durchaus bedeuten, dass es wichtiger ist, Krisenbewältigung zu unterrichten als reines Fachwissen: "Es ist gesund, Schritt für Schritt zu diskutieren und diese Krise auch ein bisschen zu nutzen, um zu sehen: Was ist denn eigentlich Lernen, was muss Schule erledigen? Was glauben wir denn, was Kinder von heute lernen müssen, dass sie in der Gesellschaft von morgen bestehen? Vielleicht ist es der Umgang mit Krisen."

Das ganze Gespräch mit Simone Fleischmann hören Sie in der heutigen Podcast-Folge.

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