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Tag im Ticker: CDU kritisiert türkische Demonstration scharf

16 Tote bei Absturz von Heißluftballon in Texas +++ Nach Urteil gegen Kindermörder Silvio S. legen Staatsanwaltschaft und Verteidigung Revision ein +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Peter Tauber, Generalsekretär der CDU, kritisiert die Demonstration der Erdogan-Anhänger in Köln

CDU-Generalsekretär Peter Tauber wirft den Erdogan-Anhängern in Deutschland Demokratiefeindlichkeit vor

Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker.

+++ 20.05 Uhr: Reutlingen gedenkt mit Trauermarsch getöteter Frau +++

Nach der Tötung einer 45-jährigen Frau auf offener Straße in Reutlingen ist mit einem Trauermarsch an das Opfer erinnert worden. Zu der Aktion am Samstag rund um den Tatort in der Innenstadt kamen rund 150 Menschen, sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Teilnehmer blieb damit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Sie hatten mit bis zu 500 Menschen gerechnet. Aufgerufen zu dem Trauermarsch hatte die polnische Gemeinde in Reutlingen. Die 45-Jährige, die am vergangenen Sonntag getötet worden war, hatte polnische Wurzeln.

+++ 19.33 Uhr: CDU kritisiert Demonstration von Erdogan-Anhängern +++

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die Demonstration für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit bis zu 30 000 Teilnehmern an diesem Sonntag in Köln kritisiert. "Wer der Abwicklung der türkischen Demokratie applaudiert, steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes", sagte er der "Welt am Sonntag". Konflikte in anderen Regionen oder Ländern dürften nicht in Deutschland ausgetragen werden. 

+++ 19.29 Uhr: 16 Tote bei Absturz von Heißluftballon in Texas +++

Beim Absturz eines Heißluftballons in den USA sind nach CNN-Angaben alle 16 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Sender berief sich dabei auf Polizeiangaben. Die Flugaufsichtsbehörde FAA bestätigte den Unfall und nahm Ermittlungen auf. Nach Angaben der Sheriff-Abteilung von Caldwell County hatte der Ballon am Samstagmorgen über Zentraltexas anscheinend Feuer gefangen und stürzte bei Lockhart auf eine Weide. Wie es weiter hieß, ging bei der Polizei ein Notruf ein, demzufolge an einem Straßenrand ein Fahrzeug brenne. Es habe sich dann herausgestellt, dass es der Korb eines Ballons war, der in Flammen stand.

Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Neben FAA-Ermittlern wurden auch Experten der Transportsicherheitsbehörde NTSB noch am Samstag am Absturzort erwartet. Lockhart liegt etwa 50 Kilometer südlich von Austin.

+++ 17.23 Uhr: Verdächtiger in Belgien wegen versuchten "terroristischen Mordes" beschuldigt +++

Gegen einen der beiden Terrorverdächtigen in Belgien ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der 33-jährige Nourredine H. werde des versuchten "terroristischen Mordes" beschuldigt, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Zudem werde ihm die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen. Sein Bruder Hamza H., der ebenfalls festgenommen worden war, kam dagegen wieder auf freien Fuß. Die beiden Männer waren bei Razzien in Mons und Lüttich am Freitagabend festgenommen worden. Zunächst hieß es, die Brüder hätten ein oder mehrere "terroristische Attentate in Belgien" geplant. In Mons im Westen des Landes wurden sieben Häuser durchsucht, in Lüttich im Osten eines. Laut Staatsanwaltschaft wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden.

+++ 15.51 Uhr: Niedersachsen will schnelleres Aus für Atomkraftwerke im Norden +++

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat ein schnelleres Ende für die Atom- und Kohlekraftwerke in Norddeutschland gefordert. Dies könne helfen, die Strompreise für Verbraucher und die Entsorgungskosten zu senken, sagte der Grünen-Politiker am Samstag der dpa. Über den Vorstoß hatten zuerst der "Weser-Kurier" und die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" berichtet. Wenzel nannte die Atomkraftwerke in Lingen, Grohnde und Brokdorf sowie die Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven und Hamburg-Moorburg. "Diese unflexiblen Kolosse laufen selbst dann weiter, wenn zu viel Strom im Angebot ist."

+++ 15.43 Uhr: Mindestens 26 Hochzeitsgäste bei Straßen-Überschwemmung in Pakistan gestorben +++

Bei Überschwemmungen in Pakistan sind mindestens 26 Hochzeitsgäste getötet worden, deren Fahrzeug von den Wassermassen in eine Schlucht gerissen wurde. Unter den Opfern seien 18 Kinder, sagte ein Behördensprecher am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt hätten in dem Kleintransporter 29 Menschen gesessen, nur drei überlebten das Unglück. Sie wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Das Unglück ereignete sich nach Angaben von Behördensprecher Rahimullah Mehsud am Samstag auf einer Bergstraße in einem abgelegenen Dorf in der Region Khyber an der Grenze zu Afghanistan. Der Kleintransporter sei von den Wassermassen getroffen und in eine Schlucht gerissen worden. In ihm saßen den Angaben zufolge die Hochzeitsgäste des Bräutigams.

+++ 15.10 Uhr: Revision nach Urteil gegen Kindermörder Silvio S. +++

Nach der Verurteilung des Kindermörders Silvio S. haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung Revision eingelegt. Die Ankläger begründen ihren Schritt mit der nicht verhängten Sicherheitsverwahrung, wie ein Sprecher den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" sagte. Für eine Stellungnahme war die Behörde zunächst nicht erreichbar. Auch die Verteidiger von Silvio S. fechten das Urteil an. "Wir haben am Freitag vorsorglich fristwahrend Revision eingelegt", sagte Anwalt Mathias Noll. Verteidigung und Staatsanwaltschaft wollen die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, die in ein paar Wochen kommt. Dann zeige sich, ob eine Revision erfolgreich sein könne, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.


+++ 12.53 Uhr:  Seehofer distanziert sich scharf von Merkels "Wir schaffen das" +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich scharf von der Haltung der Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Bewältigung der Flüchtlingskrise distanziert. Zu Merkels Satz "Wir schaffen das" sagte Seehofer am Samstag nach einer Kabinettsklausur der bayerischen Landesregierung am Tegernsee: "Ich kann mir diesen Satz auch beim besten Willen nicht zu eigen machen. Dafür ist die Problemlage zu groß." Und: "Ich würde damit all meiner Verantwortung, die ich auch in einem Eid abgelegt habe, nicht gerecht."


+++ 11 Uhr: Zwei Brüder wegen Anschlagsplänen in Belgien festgenommen +++

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne hat die Polizei in Belgien zwei Verdächtige festgenommen. Die Brüder Noureddine und Hamza H. seien bei Razzien in Mons und Lüttich gefasst worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Demnach wollten die beiden Männer "Attentate in Belgien" verüben.

Seit den islamistischen Anschlägen von Paris am 13. November, die wesentlich in Brüssel geplant worden waren, ist Belgien in erhöhter Alarmbereitschaft. Im März wurden zudem bei zwei Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof in Brüssel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt.

+++ 10.42 Uhr: Marsch von Rechten gegen Erdogan darf endgültig stattfinden +++

Ein Demonstrationszug von Rechten gegen die für Sonntag geplante Pro-Erdogan-Kundgebung in Köln darf endgültig stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht in Münster wies eine Beschwerde der Kölner Polizei dagegen zurück, wie ein Sprecher des Gerichts am Samstag bestätigte.

Hinter dem ebenfalls für Sonntag geplanten Demonstrationszug steht unter anderem die rechtsextremistische Partei Pro NRW. Sie will unter dem Motto demonstrieren: "Keine Huldigungen für Erdogan in Deutschland: Stoppt den islamistischen Autokraten vom Bosporus". Die Polizei befürchtet Ausschreitungen, doch das Verwaltungsgericht Köln sieht dafür keine ausreichenden Anhaltspunkte. Es wurde nun in zweiter Instanz bestätigt.

 +++ 9.29 Uhr: Deutsche glauben nicht an Merkels "Wir schaffen das" +++

"Wir schaffen das" - das wird vermutlich der prägende Satz von Angela Merkel (CDU) in ihrer Kanzlerschaft bleiben. Am 31. August 2015 wollte sie in ihrer Jahrespressekonferenz damit die Bürger zur Bewältigung der Flüchtlingskrise motivieren. Am vergangenen Donnerstag wiederholte sie das. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vertrauen auf diesen Satz derzeit allerdings nur acht Prozent der Bevölkerung.

Von 1017 im Zeitraum vom 26. bis 29. Juli befragten Bürgern antworteten hingegen 48 Prozent: "Ich stimme ihr ganz und gar nicht zu." Die Frage war: "Wie stehen Sie dazu, dass Merkel in Bezug auf die hohe Zahl der Flüchtlinge und deren Aufnahme und Versorgung in Deutschland mehrfach gesagt hat: Wir schaffen das?" 

+++ 8.51 Uhr: Steinmeier ruft Türken zur Mäßigung auf +++

Vor der in Köln geplanten Großkundgebung von Türken hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Teilnehmer zur Mäßigung aufgefordert. Innenpolitische Spannungen aus der Türkei nach Deutschland zu tragen und Menschen mit anderen politischen Überzeugungen einzuschüchtern, "das geht nicht", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

In Deutschland gebe es dafür keinen Platz, "und das werden wir auch nicht zulassen", sagte er. An der für Sonntag geplanten Kundgebung könnten nach Schätzungen der Polizei bis zu 30.000 Menschen teilnehmen. 

+++ 8.49 Uhr: Haseloff fordert rasche Überprüfung aller Flüchtlinge +++

Nach der teils nur wenig kontrollierten Zuwanderung von Flüchtlingen im vergangenen Jahr hat Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) eine umgehende Überprüfung gefordert. "Wir hatten 2015 und Anfang 2016 faktisch ein Kontrolldefizit, temporär sogar einen Kontrollverlust an den Grenzen", sagte Haseloff. Dies müsse so schnell wie möglich abgearbeitet werden, wie es derzeit über das Bundesamt geschehe. In Deutschland lebten rund 150.000 Menschen, von denen unbekannt sei, wo sie herkommen, wer sie wirklich sind und ob die von ihnen gemachten Angaben zutreffen.

+++ 8.47 Uhr: Brasilianische Justiz leitet Verfahren gegen Lula ein +++

ie brasilianische Justiz hat ein Verfahren gegen den ehemaligen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva eingeleitet. Ein Gericht in Brasília nahm den Anklageantrag der Staatsanwaltschaft gegen Lula wegen mutmaßlicher Behinderung laufender Ermittlungen an. Der Ex-Präsident (2003-2011) soll an dem Versuch teilgenommen haben, einen Zeugen des Korruptionsskandals um den Erdölkonzern Petrobras mit Zahlungen zum Schweigen zu bringen.


kis/anb / DPA