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Naher Osten: Papst unterwegs ins Heilige Land

Papst Franziskus reist am Wochenende nach Amman, Bethlehem und Jersualem. Sein Besuch wird in der konfliktgeprägten Region mit Spannung erwartet.

Papst Franziskus bereist derzeit das Heilige Land

Papst Franziskus bereist derzeit das Heilige Land

Papst Franziskus ist am Samstag zu seiner ersten Reise ins Heilige Land aufgebrochen. Die Alitalia-Maschine mit dem Argentinier an Bord hob am Morgen pünktlich ab. Es ist die zweite Auslandsreise des Pontifex. Die dreitägige Pilgerreise in die von Konflikten geprägte Region führt den 77-Jährigen zunächst nach Jordanien. Von dort reist er dann in die Palästinensergebiete und nach Israel weiter. Franziskus soll am Samstag gegen 12.00 Uhr in Amman landen.

Mit der Reise will Franziskus an den historischen Besuch seines Vorgängers Paul VI. im Heiligen Land vor 50 Jahren erinnern. Das Oberhaupt der katholischen Kirche soll während der Reise unter anderem den Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., und Vertreter anderer christlicher Kirchen treffen, mit syrischen und palästinensischen Flüchtlingen zusammenkommen und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besuchen.

Viele Erwartungen, die erfüllt werden müssen

Die Erwartungen an den Besuch sind groß und gegensätzlich, das Programm dicht gedrängt und die Sicherheitsvorkehrungen immens. Allein in Israel werden mehr als 8000 Polizisten zum Schutz des Pontifex im Einsatz sein. Israels Tourismusminister Uzi Landau hofft auf einen Imagegewinn für sein Land, das wegen der Siedlungs- und Besatzungspolitik zunehmend in der Kritik steht. Die Palästinenser sehen den Papstbesuch hingegen als Bestärkung ihres Kampfes um einen eigenen Staat. Und die unter Druck stehenden christlichen Gemeinden vor Ort wünschen sich vor allem Zuspruch und Beistand des Kirchenführers.

Aber dem Zwietracht zwischen Israel und den Palästinensern und arabischen Nachbarn wird sich Franziskus kaum entziehen können. Besucht Franziskus die mögliche Taufstätte Jesu am Ostufer des Jordan-Flusses in Jordanien, vergrätzt er damit die Israelis, die "ihre" Taufstelle am anderen Ufer für die einzig wahre halten. Legt der Papst einen Kranz am Grab von Theodor Herzl nieder, dem Begründer des modernen Zionismus, erzürnt er die Palästinenser.

she/DPA / DPA