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+++ Der Tag im Ticker +++: Deutschland führt Nato-Einsatz in Litauen

Deutschland übernimmt Führung von Nato-Bataillon +++ Heckenschütze von Dallas ist laut Medienberichten Identifiziert +++ In Pamplona gibt es mehr als ein Dutzend Verletzte bei Stiertreiben +++ Diese und weitere Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Nato-Gipfel in Warschau: Angela Merkel mit Polens Präsident Andrzej Duda (r.) und Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Nato-Gipfel in Warschau: Angela Merkel mit Polens Präsident Andrzej Duda (r.) und Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg.

+++ 23.14 Uhr: Schüsse auf Polizisten in Dallas - keine Verbindung zu Terrororganisationen +++

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten haben die Ermittler bislang keine Hinweise auf mögliche Verbindungen zu Terrororganisationen gefunden. Das sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Freitag in Warschau. Bei einem Protestmarsch gegen Polizeigewalt waren am Donnerstagabend (Ortszeit) in Dallas fünf Polizisten erschossen worden. Mindestens sieben weitere Polizisten sowie zwei Zivilisten wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Die Polizei tötete einen mutmaßlichen Angreifer. Unklar blieb, ob es weitere Täter gab. 

+++ 19.20 Uhr: Deutschland führt Nato-Einsatz in Litauen +++

Bei der Verstärkung der Nato-Präsenz in Osteuropa übernimmt die Bundeswehr die Führung über ein Bataillon in Litauen. Deutschland werde dort "als Rahmennation" zusammen mit Norwegen, der deutsch-französischen Brigade und den Benelux-Staaten für den Einsatz zuständig sein, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag beim Nato-Gipfel in Warschau. Das Bündnis reagiert mit der Truppenentsendung nach Litauen sowie Estland, Lettland und Polen auf das Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt.

+++ 17.27 Uhr: Heckenschütze von Dallas Medienberichten zufolge identifiziert

Der nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in Dallas getötete mutmaßliche Heckenschütze ist Medienberichten zufolge identifiziert. Wie die Sender CBS News und NBC News berichteten, handelt es sich bei dem Mann, der sich nach dem Angriff stundenlang in einem Parkhaus verschanzt hatte, um den 25-jährigen Micah Johnson. Er lebte demnach in Mesquite bei Dallas.

+++ 17.12 Uhr: Clinton und Trump sagen Wahlkampfauftritte ab +++

Nach den tödlichen Schüssen auf fünf Polizisten in Dallas haben die beiden voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump ihre Wahlkampfauftritte für heute abgesagt. Wegen der tragischen Ereignisse in Dallas habe Trump seinen Auftritt in Miami annulliert, teilte sein Team mit. Clinton verschob einen gemeinsamen Auftritt mit US-Vizepräsient Joe Biden in Pennsylvania.

+++ 16.52 Uhr: Schwerer Imageschaden für VW in Frankreich +++

Das Image von Volkswagen hat in Frankreich durch die Abgasaffäre schweren Schaden genommen. In einem Ranking des Beratungsunternehmens Reputation Institute über das Ansehen großer Konzerne in Frankreich stürzte VW von Platz 15 auf Platz 149 ab. Die Rangliste zum Ruf von 270 Unternehmen basiert auf der Befragung von 41.000 Menschen.

Volkswagen habe vor der im vergangenen September publik gewordenen Affäre einen "exzellenten Ruf" gehabt, sagte der Leiter des Frankreich-Zweigs des Reputation Institute, Olivier Forlini, der Nachrichtenagentur AFP. Der gute Ruf habe unter anderem auf Werten wie Transparenz und Unternehmensethik aufgebaut. "Was passiert ist, widerspricht dem vollkommen."

+++ 16.37 Uhr: 40 Festnahmen bei Drogen-Razzia auf Mallorca +++

Bei einer Razzia im Drogenhändlermilieu hat die spanische Polizei auf der Ferieninsel Mallorca etwa 40 Verdächtige festgenommen. Wie die Sicherheitskräfte mitteilten, durchsuchten die Beamten zahlreiche Wohnungen vor allem in der Inselhauptstadt Palma. Für die mehrstündige Aktion seien eigens Dutzende Polizisten vom spanischen Festland auf die Insel abkommandiert worden. Die Beamten stellten größere Mengen an Drogen sicher. 

Die Razzia bildete nach diesen Angaben den Schlusspunkt einer umfangreichen Operation, mit der die Polizei gegen internationale Banden von Drogenschmugglern und Geldwäschern vorging. Zuvor hatten die Beamten auf dem Festland ähnliche Aktionen in Madrid, Burgos und Segovia unternommen. Dabei wurden bisher seit Mai insgesamt 94 Verdächtige festgenommen.

+++ 16.17 Uhr: USA schicken rund 1000 Soldaten nach Polen +++

Zur Verstärkung der Nato-Ostflanke werden die USA rund 1000 Soldaten nach Polen schicken. Das sagte US-Präsident Barack Obama beim Nato-Gipfel in Warschau nach einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda. 

Die Nato will mit der Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner reagieren. Sie fühlen sich seit dem Beginn der Ukrainekrise verstärkt von Russland bedroht.

Dass die USA das Bataillon in Polen führen werden, war schon länger bekannt. Unklar war aber bislang, mit wie vielen Soldaten sie sich beteiligen werden. 

+++ 15.21 Uhr: Dritter Skelettfund in Thüringen innerhalb weniger Tage +++

Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ist in Thüringen eine skelettierte Leiche gefunden worden. Zwei Kinder in Erfurt hätten sie am Donnerstag beim Spielen entdeckt, teilte die Polizei am Freitag mit. Es handele sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um die Leiche eines seit Mai vermissten 70 Jahre alten Mann aus der Landeshauptstadt. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es derzeit nicht. Weshalb der Mann starb, weiß die Polizei noch nicht. Am Montag waren bei Creuzburg im Wartburgkreis menschliche Überreste gefunden worden. Die Identität des Toten sei noch unklar, erklärte eine Polizeisprecherin. Es gebe noch keine Untersuchungsergebnisse.

Gewissheit herrscht dagegen bei dem am vergangenen Wochenende gefundenen Kinderskelett in einem Wald im Saale-Orla-Kreis: Ein DNA-Abgleich ergab, dass es sich um Knochen der vor 15 Jahren verschwundenen Schülerin Peggy handelt.

+++ 15.16 Uhr: Polizei: Heckenschütze von Dallas wollte weiße Polizisten töten +++

Einer der mutmaßlichen Heckenschützen von Dallas wollte nach Polizeiangaben gezielt weiße Polizisten töten. Er habe während seiner Verhandlungen mit der Polizei gesagt, er habe "Weiße töten" wollen, "vor allem weiße Polizisten", sagte der Polizeichef der texanischen Metropole, David Brown, am Freitag. Der mutmaßliche Heckenschütze hatte sich nach den Schüssen auf Polizisten am Donnerstag stundenlang in einem Parkhaus verschanzt, die Polizei umstellte das Gebäude. Schließlich wurde der Mann getötet - nach Angaben Browns durch einen von der Polizei eingesetzten Sprengsatz, der auf einem ferngesteuerten Roboter platziert war.


+++ 15.14 Uhr: Zwölf Tote bei dreitägigem Dauerstau in Indonesien +++

Bei einem dreitägigen Dauerstau sind in Indonesien zwölf Menschen ums Leben gekommen. Bei den Todesopfern handele es sich vor allem um ältere Menschen, sagte Verkehrsminister Hemi Pramuraharjo am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Einige seien schlicht an Erschöpfung gestorben. Örtlichen Medien zufolge starb zudem ein einjähriges Kind an einer Vergiftung, die durch die Autoabgase verursacht wurde. Der Stau ereignete sich den Angaben zufolge an einer Autobahnabfahrt auf der Insel Java zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Jedes Jahr gibt es in Indonesien - dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt - zu dieser Zeit Megastaus auf den Straßen, weil alle zum Fest Aid al-Fitr in ihre Heimatdörfer wollen. In diesem Jahr starben zu den Festtagen nach Angaben des Verkehrsministers insgesamt mehr als 400 Menschen auf den Straßen des Landes.

+++ 14.52 Uhr: Extremkletterer Thomas Huber abgestürzt - "1000 Schutzengel" +++

Der Extrembergsteiger Thomas Huber ist beim Klettern abgestürzt und hat sich dabei verletzt. Er scheint nach dem Unglück aber wieder auf dem Wege der Besserung zu sein: "Nach 12 Meter Absturz, viele Schutzengel, perfekter Versorgung und euerer Energie gehts wieder aufwärts. Euer Thomas", schrieb er am Mittag vom Krankenlager aus auf Facebook. Auf einem Foto ist er mit zum Teil abrasierten Haaren und Pflastern am Kopf zu sehen.
Zuvor hatte Huber gepostet: "Gegen all den Meldungen: mir gehts soweit gut....hatte 1000 Schutzengel." Viele Menschen schickten ihm auf Facebook Genesungswünsche. Thomas Huber und sein Bruder Alexander aus Bayern haben sich als "Huberbuam" einen Namen als Extremkletterer gemacht.

+++ 14.30 Uhr: 14 Verletzte bei Stierhatz in Pamplona +++

Bei der traditionellen Stierhatz in Pamplona sind mehrere Teilnehmer von den Tieren mit den Hörnern in die Luft geschleudert worden. Insgesamt seien 14 Menschen verletzt worden, teilten die Behörden der nordspanischen Stadt mit. Unter ihnen seien acht Ausländer aus den USA, Portugal, Großbritannien und Südafrika. Zwei Männer wurden den Angaben zufolge schwer verletzt, bei ihnen handelt es sich um einen 58-jährigen Einwohner der Stadt sowie einen 73-jährigen Südafrikaner. Beide wurden von den Stieren mit den Hörnern erwischt. Die Stierhatz ist Teil des jährlichen San-Fermín-Festivals. Sie beginnt mit je sechs Stieren jeden Morgen um 08.00 Uhr und dauert nur wenige Minuten. Die Teilnehmer rennen dabei vor den Tieren etwa 800 Meter durch die engen Gassen der nordspanischen Stadt - es gilt bei vielen als besonders mutig, die Stiere möglichst nah herankommen zu lassen. Das San-Fermín-Fest zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Vor allem junge Männer, die sich mit Sangria und Wein Mut antrinken, suchen in den Straßen Pamplonas den Nervenkitzel. Neben der Stierhatz finden auch zahlreiche Konzerte, Feste und religiöse Prozessionen statt.

+++ 14.03 Uhr: Baufälliges Gefängnis in Münster ist geräumt +++

Das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster ist geräumt. Am Mittag verließ der letzte Gefangenentransporter die JVA Münster, um Häftlinge aus dem baufälligen Gebäude an andere Orte zu verlegen. Nachdem am Donnerstag bereits 380 Gefangene in andere Justizvollzugsanstalten des Landes verlegt worden waren, mussten am Freitag die verbliebenen rund 80 Insassen umziehen. Weitere 47 der insgesamt mehr als 500 Insassen sind in einem nicht baufälligen Teil des mehr als 160 Jahre alten Gefängnisses untergekommen. Der Notfallplan mit der Räumung innerhalb von 48 Stunden war am Mittwoch angelaufen. Zuvor hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt. Nach einem neuen Gutachten ist das alte Gefängnis akut einsturzgefährdet.

+++ 13.26 Uhr: Englischer Zoo lässt entlaufenen Luchs mit Heli und Drohne suchen  +++

Einem ausgebüxten Luchs hat die britische Polizei mit einem Hubschrauber und einer Drohne mit Wärmebildkamera nachgestellt. Mitarbeiter des Dartmoor-Wildgeheges in der Nähe von Plymouth in Südengland hatten Donnerstag bemerkt, dass Flaviu fehlte. Am Freitag blieb der Zoo geschlossen: Das Personal arbeite "sehr hart rund um die Uhr" daran, das Tier zurück nach Hause zu bringen, meldete er auf Twitter. Über Nacht seien Spuren gesichtet worden. 

+++ 13.20 Uhr: Mittelmeer-Schleuser zu vier Jahren Gefängnis verurteilt +++

Weil er eine Schleuser-Aktion mit tödlichen Folgen organisiert haben soll, ist ein Syrer vom Landgericht Frankfurt an der Oder zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zwei Bootsführer und drei Flüchtlinge waren im vergangenen Jahr bei der gescheiterten Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ertrunken. Nach dem Unglück hatte sich der Schleuser als Flüchtling zu seiner Familie nach Strausberg in Brandenburg durchgeschlagen, war aber von Angehörigen der Ertrunkenen erkannt und im Dezember 2015 festgenommen worden.

+++ 13 Uhr: Neun Jahre Jugendhaft für 16-Jährige wegen Mordes +++

Nach einer tödlichen Messerattacke auf ihren Stiefvater ist eine 16-Jährige in Bielefeld wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Die Jugendliche hatte nach Überzeugung des Landgerichts zunächst ihre schlafende Mutter mit einem Messer attackiert und schwer verletzt und dann ihren Stiefvater mit mindestens neun Stichen getötet. Im Prozess hatte das Mädchen seine Mutter beschuldigt, den Stiefvater erstochen zu haben. Ein Motiv für die Tat ließ sich nach Angaben des Gerichts "nicht sicher" ermitteln. Zum Schutz des Mädchens war die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

+++ 12.54 Uhr: Bundesrat billigt mehr Datenaustausch mit ausländischen Geheimdiensten +++

Der Verfassungsschutz kann zum Schutz vor Terroranschlägen künftig mehr Daten mit ausländischen Geheimdiensten austauschen. Der Bundesrat billigte am Freitag das Ende Juni dazu vom Bundestag beschlossene Gesetz. Verschärft werden mit der Neuregelung auch die Regeln beim Kauf einer Prepaid-SIM-Karte für Mobiltelefone. Das neue Gesetz soll es dem Bundesamt für Verfassungsschutz erlauben, für die Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten gemeinsame Dateien einzurichten. So sollen grenzüberschreitend Bestrebungen oder Tätigkeiten erforscht werden, "die sich auf bestimmte Ereignisse oder Personenkreise beziehen", wie es in dem Gesetz heißt. Vorgesehen ist der Datenaustausch insbesondere mit EU- und Nato- Ländern.

+++ 12.16 Uhr: Reker-Attentäter legt Revision gegen Urteil ein +++

Das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird den Bundesgerichtshof beschäftigen. Von Seiten des Angeklagten, seines Verteidigers und eines weiteren Anwalts sei fristgerecht Revision eingelegt worden, teilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht mit. Der rechtsradikale Frank S. war vor einer Woche wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte bereits nach der Urteilsverkündung angekündigt, die Entscheidung anzufechten. Die Bundesanwaltschaft hatte lebenslange Haft, der Verteidiger maximal 15 Jahre gefordert. Der Attentäter hatte Reker am 17. Oktober 2015, einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von Köln, ein großes Jagdmesser in den Hals gerammt. Die 59-Jährige hatte die Attacke nur knapp überlebt.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker wurde am 17. Oktober 2015 Opfer eines Attentats

+++ 12.13 Uhr: Mutmaßliche Trümmerteile von Egyptair-Maschine in Israel angeschwemmt +++

An einem israelischen Strand sind mehrere Trümmerteile entdeckt worden, die vermutlich von dem Mitte Mai ins Mittelmeer gestürzten Egyptair-Flugzeug stammen. Die Teile seien alle eingesammelt worden und würden nun untersucht, hieß es aus dem Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. "Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie von dem ägyptischen Flugzeug stammen." Die Trümmerteile wurden an einem Strand bei Tel Aviv entdeckt. Die Maschine der ägyptischen Fluggesellschaft Egyptair war am 19. Mai auf dem Weg von Paris nach Kairo mit 66 Menschen an Bord über dem Mittelmeer abgestürzt. Bis heute ist die genaue Unglücksursache unbekannt. Klar ist nach Auswertung des Flugdatenschreibers nur, dass in der Maschine unmittelbar vor dem Absturz automatisch Rauchalarm ausgelöst wurde.

+++ 12 Uhr: Stärkster Sturm seit mehr als hundert Jahren fegt über Taiwan hinweg +++

Der stärkste Sturm seit mehr als hundert Jahren hat Chaos in Teilen Taiwans ausgelöst. Etwa 15.000 Menschen flohen wegen Super-Taifun "Nepartak" aus ihren Häusern. In fast einer halben Million Haushalten fiel der Strom aus. Zwei Menschen wurden durch das Unwetter getötet, mehrere weitere verletzt. Mit sintflutartigem Regen erreichte "Nepartak" am frühen Freitagmorgen den Osten des Inselstaates. Besonders betroffen war die Region Taitung, wo nach Angaben des staatlichen Wetteramtes mit fast 200 Kilometern pro Stunde die stärksten Windgeschwindigkeiten seit 1901 registriert wurden. Vielerorts kam es zu Überschwemmungen, Häuser wurden beschädigt und zerstört.

+++ 11.47 Uhr: Steuerschlupfloch mit "Cum-Cum"-Geschäften wird gestopft +++

Bund und Länder stopfen ein weiteres Steuerschluploch über umstrittene Dividendengeschäfte. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat ein Gesetz, mit denen sogenannte Cum-Cum-Gestaltungen verhindert werden sollen. Über die Aktiengeschäfte konnten große Kunden aus dem Ausland Steuern auf Dividenden von deutschen Unternehmen umgehen. Nach den Gesetzesplänen soll dieses Steuerschlupfloch rückwirkend zum 1. Januar 2016 geschlossen werden. Die Pläne sind Teil der Reform der Investmentbesteuerung. Bei "Cum-Cum"-Geschäften werden von ausländischen Anlegern gehaltene Anteile kurz vor dem Dividendenstichtag an inländische Anteilseigner übertragen, etwa an Banken. Diese können sich dann anders als die ausländischen Investoren die Kapitalertragssteuer anrechnen beziehungsweise erstatten lassen. Danach werden die Aktien samt Dividende zurückgereicht, die gesparte Steuer wird geteilt.

+++ 11.38 Uhr: Bundesrat trägt Fracking-Gesetz mit +++

Eine kommerzielle Förderung von Schiefergas mit der umstrittenen Fracking-Methode bleibt in Deutschland tabu. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat den Kompromiss der Koalition zu der umstrittenen Fördermethode. Die Länderkammer verzichtete auf Anrufung des Vermittlungsausschusses. Danach gilt ein unbefristetes Verbot des sogenannten unkonventionellen Frackings, bei dem Gas aus tiefen Gesteinsschichten durch Einpressen von Flüssigkeiten gefördert wird. Zu wissenschaftlichen Zwecken darf es Probebohrungen geben, um die Folgen für die Natur zu erkunden - aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer dem zustimmen.

+++ 11.35 Uhr: Modeschöpferin Chiuri heuert nach Abschied von Valentino bei Dior an +++

Die italienische Modedesignerin Maria Grazia Chiuri heuert nach ihrem Abgang von Valentino beim Modehaus Dior an. Die 52-Jährige wird als künstlerische Direktorin für die Haute-Couture- und Prêt-à-Porter-Kollektionen sowie die Damenaccessoires der französischen Luxusmarke verantwortlich sein, wie Dior mitteilte. Sie folgt damit auf den Belgier Raf Simons, der Dior im vergangenen Herbst verlassen hatte. Chiuri hatte die vergangenen acht Jahre zusammen mit Modeschöpfer Pierpaolo Piccioli die Valentino-Kollektionen entworfen. Sie ist die erste Frau an der Spitze des französischen Traditionshauses und wird am 30. September bei der Pariser Fashion Week ihre erste Kollektion vorstellen. Die gebürtige Römerin sprach von einer "großen Ehre" und "großen Verantwortung". Dior lobte Chiuris "sinnliche und poetische Vision der Frau", die im Einklang stehe mit der von Markengründer Christian Dior.

+++ 10.17 Uhr: US-Polizei nimmt Verdächtigen nach Morden an zwei Obdachlosen fest +++

Nach den Morden an zwei Obdachlosen und Angriffen auf mehrere weitere auf der Straße lebende Menschen hat die Polizei im kalifornischen San Diego einen Verdächtigen gefasst. Es handele sich um einen 36-jährigen Mann, teilte Polizeichef David Nisleit mit. Die Motive des mutmaßlichen Täters waren zunächst unbekannt. Nach einer Serie von brutalen Attacken hatte die Polizei die Obdachlosen in der Stadt im Westen der USA zur Vorsicht gemahnt und ihnen geraten, nicht allein draußen zu schlafen. Zuletzt war am Mittwoch ein auf der Straße lebender Mann Opfer eines Angriffs geworden. Ein Passant hatte den Obdachlosen entdeckt, der in Flammen stand, und mit schweren Verbrennungen am Oberkörper ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter mindestens drei weitere Angriffe begangen hat. Das erste Opfer wurde am Sonntag tot gefunden. Zeugen hatten zuvor einen brennenden Mann auf Gleisen rennen sehen, andere sahen einen Mann mit einer Gasflasche, der sich vom Tatort entfernte. Am Montagmorgen wurde ein Obdachloser mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Wenige Stunden später wurde ein weiterer Obdachloser tot aufgefunden.

+++ 9.02 Uhr: 14-Jähriger zündelt - fünf Verletzte bei Brand in Kinderheim +++

Ein 14 Jahre alter Junge hat in einem Kinderheim im thüringischen Nordhausen vermutlich aus Wut mehrere Brände gelegt. Fünf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 Jahren wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, wie eine Polizeisprecherin sagte. Der 14-Jährige hatte in seinem Zimmer das Bett in Brand gesteckt und weitere kleine Brände im Haus gelegt. Mögliches Motiv ist laut Polizei ein Streit mit einer Erzieherin. Dabei sei es wohl auch darum gegangen, wo der Junge die Sommerferien verbringt. Er wurde nun in eine Kinderpsychiatrie gebracht. Der Feuerwehr zufolge sollen sich zum Ausbruch des Brandes mehr als 20 Menschen in dem Kinderheim aufgehalten haben. Der Schaden wird auf 30 000 Euro geschätzt. Die Heimbewohner wurden nach Polizeiangaben vorerst in einer Jugendherberge untergebracht.

+++ 8.47 Uhr: Acht Papageien bei Brand getötet +++

Acht Papageien sind bei einem Brand in einem Stall in Baden-Württemberg verendet. Der Besitzer hatte zuvor im Käfig einen Baustamm ausgebrannt, in dem sich Ungeziefer befand, wie die Polizei mitteilte. In dem Stallanbau in Bühlertann befand sich eine Papageienzucht. Ob Tiere überlebten, war unklar. Der Schaden betrug 40.000 Euro.

+++ 7.46 Uhr: Drei Millionen Euro Schaden bei Lagerhallenbrand in Hessen +++

Beim Brand einer Lagerhalle und eines Bürogebäudes in Hessen ist ein geschätzter Schaden von drei Millionen Euro entstanden. Die Flammen griffen in der Nacht von gelagertem Kunststoff auf die Halle in Herbstein nahe Fulda über, wie die Polizei mitteilte. Schließlich geriet auch das Bürogebäude in Brand. Rund 150 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, die teils bis zu 20 Meter hoch schlugen. Dabei entstanden große Rauchschwaden. Sechs Mitarbeiter des Unternehmens konnten sich in Sicherheit bringen - sie blieben unverletzt. Die Polizei habe keine Hinweise auf Brandstiftung, hieß es. Die Ursache des Feuers war unklar.

+++ 6.41 Uhr: Richterbund hält strengeres Sexualstrafrecht für problematisch +++

Das vom Bundestag verschärfte Strafrecht wird nach Ansicht der Berufsverbände von Richtern und Anwälten die Gerichte vor erhebliche Probleme stellen. Verfahren, bei denen künftig ein "Nein" des Opfers für eine Bestrafung eines Sexualtäters ausreichen solle, seien kompliziert, sagte der Vorsitzende des Richterbundes, Jens Gnisa, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Diese Prozesse werden in der Regel schwierig zu führen sein, weil Aussage gegen Aussage steht und es keine weiteren Indizien gibt", argumentierte Gnisa. Die Tat habe schließlich ohne Widerstand oder Gewalt stattgefunden, sonst wäre es eine Vergewaltigung. Der Strafrechtsexperte Rüdiger Deckers vom Deutschen Anwaltverein verwies auf die Möglichkeit, dass auch falsche Beschuldigungen ausgesprochen werden könnten. "Es wird im Prozess, wenn es dann um die Frage geht, hat es ein Nein gegeben, große Schwierigkeiten geben, ein Urteil zu finden", sagte Deckers der Deutschen Presse-Agentur. Er sehe eine große Gefahr, dass die Zahl von Fehlurteilen anwachsen werde.

Nach den Silvester-Übergriffen in Köln hat der Bundestag im Schnellverfahren das Sexualstrafrecht verschärft.

"Nein heißt Nein": Nach den Silvester-Übergriffen in Köln hat der Bundestag im Schnellverfahren das Sexualstrafrecht verschärft.

+++ 6.09 Uhr: Nordkorea nennt US-Sanktionen Kriegserklärung +++

Nordkorea hat die jüngsten US-Sanktionen gegen Diktator Kim Jong Un als "offene Kriegserklärung" bezeichnet, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mitteilte. Das nordkoreanische Außenministerium erklärte die Sanktionen zum "schlimmsten Verbrechen, das niemals vergeben" werden könne. Zudem drohte Pjöngjang damit, alle diplomatischen Kanäle mit Washington abzubrechen.  Am Donnerstag haben die USA erstmals direkte Sanktionen gegen Kim Jong Un und 16 Einzelpersonen und Organisationen ausgesprochen, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

+++ 5.41 Uhr: Gabriel betont SPD-Anspruch auf Kanzlerschaft +++

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist nach eigener Aussage optimistisch, dass die SPD 2017 wieder den Bundeskanzler stellen kann. "Die Umfragewerte bessern sich langsam. Der Abstand zwischen CDU/CSU und SPD wird geringer und Bundestagswahl ist erst in gut einem Jahr", sagte er der "Passauer Neue Presse". Die SPD müsse "den Anspruch erheben, den nächsten Bundeskanzler zu stellen". "Trotzdem: Ich rate meiner Partei zu einem Wahlkampf, in dem es um Inhalte geht", fügte der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister hinzu. Wer Kanzlerkandidat der SPD werden soll, ließ Gabriel weiter offen. "Wir haben in der SPD einen klaren Fahrplan: Der Kanzlerkandidat oder die Kandidatin wird Anfang des Jahres nominiert", sagte der SPD-Chef der "PNP". Zudem verteidigte er seine Idee eines Mitgliederentscheids zur Klärung der K-Frage: "Meine Meinung ist ja bekannt: Ich finde es spannend, wenn es mehrere gibt, die ins Rennen gehen", sagte Gabriel. Ob dies der Fall sein werde, werde sich zeigen.

+++ 5.28 Uhr: "Welt": Zahl der Asylsuchende zurückgegangen +++

Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist nach einem Bericht der "Welt" stark zurückgegangen. Im bundesweiten Registrierungssystem "Easy" seien bis zum Donnerstagmorgen insgesamt 225.368 Migranten gezählt worden, wie das Blatt weiter schreibt. Im vergangenen Jahr seien bundesweit insgesamt 1.091.894 Asylsuchende gezählt worden. Die stagnierende Zuwanderungszahl sorge dafür, dass die Zahl der Menschen, die beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) noch keinen Asylantrag gestellt haben, deutlich zurückgegangen sei. Die Nürnberger Behörde ist unter anderem für die Bearbeitung von Asylanträgen zuständig. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise stellen am Freitag die Asylzahlen für das zweite Quartal 2016 vor.

+++ 4.45 Uhr: USA und Südkorea vereinbaren Stationierung von Raketenabwehrsystem +++

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Nordkorea haben Washington und Seoul die Stationierung eines modernen Raketenabwehrsystems in Südkorea vereinbart. Das Raketenschild THAAD solle zum Schutz Südkoreas und seiner Bürger installiert werden, teilten die Verteidigungsministerien beider Länder in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Verhandlungen hatten im Februar begonnen und waren bei China und Russland auf Ablehnung gestoßen. THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defence, ein modernes Raketenabwehrsystem, das Geschosse abfeuert, um feindliche Raketen abzuschießen. Nordkorea hatte im Januar erneut eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Nordkorea verstieß damit gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land.

+++ 3.16 Uhr: Nahles will mehr Verbindlichkeit bei Altersvorsorge +++

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) will die Eigenvorsorge fürs Alter in Deutschland verbindlicher machen. Das geht aus der Tagesordnung für ein Spitzentreffen bei Nahles hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
So soll diskutiert werden, dass Arbeitgeber Betriebsrenten den Beschäftigten in stärkerem Maß anbieten müssen. Bei der steuerlich geförderten privaten Riester-Rente steht zur Debatte, damit Lücken bei der Betriebsrente zu stopfen. Mit dem Spitzentreffen und zwei weiteren Veranstaltungen dieser Art im Oktober will Nahles ein großes Reformkonzept für die Rente im Herbst vorbereiten.

Andrea Nahles will Bürger und Betriebe bei der Eigenvorsorge fürs Alter stärker in die Pflicht nehmen.

Andrea Nahles will die eigene Altersvorsorge verbindlicher machen

+++ 2.57 Uhr: Großbritannien will 650 Soldaten in Estland und Polen stationieren +++

Großbritannien will nach Angaben aus Regierungskreisen beim Nato-Gipfel in Warschau verkünden, dass es sich mit insgesamt 650 Soldaten an den Bataillonen der Allianz in Estland und Polen beteiligt. Das Königreich wolle "auf Dauer" 500 Soldaten nach Estland und 150 weitere nach Polen entsenden, sagte ein Vertreter der britischen Regierung. Dies wolle Premierminister David Cameron am Freitag in Warschau verkünden. Großbritannien wolle weiterhin "einer der wichtigsten Motoren in der Atlantischen Allianz sein", hob der Regierungsvertreter hervor und fügte hinzu: "Wir werden nicht nur unsere entschiedene Unterstützung für die Nato bekräftigen, wir werden sie beweisen, indem wir Bodentruppen stationieren."

+++ 2.55 Uhr: Cable-Car-Fahrer bei Klingelwettbewerb zum "World Champion" gekürt +++

Mit einem fetzigen Klingelton hat sich der Kalifornier Leonard Oats in San Francisco einen Weltmeister-Titel geholt. Der 53-jährige Gripman, der seit 16 Jahren in der Westküstenstadt als Cable-Car-Fahrer arbeitet, ist zum "World Champion Bell Ringer" gekürt worden. Bei einem Wettbewerb, in dem die Fahrer und Schaffner ihre Klingelkünste zeigen, setzte er sich gegen sechs Mitbewerber durch. "Man muss eine Menge üben und Rhythmus in den Fingern haben", erzählte der stolze Sieger. Seine Klingelmelodie sei eine Mischung von mehreren Songs, darunter Michael Jacksons "Bad", gewesen. Oats gewann eine riesige Trophäe und einen Scheck über 500 Dollar.  An dem traditionellen Wettbewerb, der zum 53. Mal in San Francisco ausgetragen wurde, nahm erstmals auch eine Frau teil. Die 45-jährige Cassandra Griffin schaffte es zwar nicht unter die ersten drei Plätze, wurde aber laut bejubelt. Im kommenden Jahr wollte sie erneut antreten, versprach die Schaffnerin.

+++ 2.29 Uhr: 30 Tote und 50 Verletzte bei Anschlag auf schiitisches Mausoleum in Bagdad +++

Bei einem Anschlag auf ein schiitisches Heiligtum in Bagdad sind 30 Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Wie irakische Sicherheitskräfte in einer Erklärung weiter mitteilten, ereignete sich der Anschlag in der Nacht zum Freitag an einem schiitischen Mausoleum im Norden von Bagdad. Dabei seien Selbstmordattentäter sowie Schusswaffen und Granaten eingesetzt worden. Am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag im belebten Geschäftsviertel Karrada im Zentrum von Bagdad nach neuen Angaben mindestens 292 Menschen getötet worden. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erklärte laut dem auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen Site, der Selbstmordanschlag habe sich gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit gerichtet. Die sunnitische IS-Miliz verübt immer wieder Anschläge auf Zivilisten in Bagdad und anderen irakischen Städten.

+++ 2.15 Uhr: Ehemaliger Heereschef in Chile wegen Teilnahme an Massaker verhaftet +++

In Chile ist ein ehemaliger Heereschef wegen seiner mutmaßlichen Teilnahme an einem Massaker von Oppositionellen der Militärdiktatur verhaftet worden. Der General Juan Emilio Cheyre wurde der Mittäterschaft 1973 an der Tötung von 15 Regimegegnern angeklagt. Die Opfer wurden in La Serena festgenommen, gefoltert und erschossen, im Rahmen des Einsatzes des Sonderkommandos der sogenannten Todeskarawane. Diese Truppe hat unter der Führung ranghoher Militärs auf ihrem Zug durch ganz Chile insgesamt 70 Oppositionelle getötet. Cheyre war als Leutnant in der Garnison von La Serena, 400 Kilometer nördlich von Santiago de Chile, als die Karawane dort mehrere Menschen festnahm.

+++ 2.05 Uhr: Kretschmann sieht bei der AfD Züge von Fanatismus +++

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat scharfe Kritik an der tief zerstrittenen AfD im Stuttgarter Landtag geübt. "Die AfD kultiviert eine brutale, bisweilen gewalttätige Sprache, die Züge von Fanatismus in sich trägt", sagte Kretschmann der "Heilbronner Stimme". "Das ist sogar um Einiges schlimmer als bei den Republikanern, die ich auch im Landtag erlebt habe."Nach der Spaltung der AfD-Fraktion bezeichnete Kretschmann die rechtspopulistische Partei als "ganz banalen Intrigantenstadl ohne klares Wertesystem". "Bei der AfD sind Leute zusammengerührt, die sich weder vertragen noch eine Haltung haben." Die AfD war nach der Landtagswahl im März als stärkste Oppositionspartei in den Landtag eingezogen. Die Fraktion hatte sich Anfang Juli im Streit um antisemitische Positionen eines ihrer Abgeordneten gespalten.

+++ 1.58 Uhr: US-Justiz knöpft sich Facebook vor +++

Der Online-Riese Facebook ist wegen seiner Steuerpraktiken ins Visier der US-Behörden geraten. Das Justizministerium will das Unternehmen durch eine gerichtliche Anordnung zwingen, bei einer Untersuchung des Finanzamts zu kooperieren. Wie aus eingereichten Gerichtsunterlagen hervorgeht, soll Facebook unter anderem angeforderte Unterlagen zur Buchführung nicht herausgegeben haben. Die US-Justiz will die Einsicht in diese Akten nun mit dem Antrag auf eine richterliche Verfügung auf dem Rechtsweg durchsetzen. Der Internetkonzern steht im Verdacht, seine Steuerlast durch dubiose Geschäfte mit einer irischen Tochtergesellschaft zu niedrig angegeben zu haben. Die Prüfungen betreffen die Steuererklärung für das Jahr 2010. Ein Facebook-Sprecher erklärte gegenüber dem US-Sender CNN, dass das Unternehmen sich an die geltenden Regeln halte.

+++ 1.51 Uhr: State Department setzt Untersuchung von Clintons E-Mail-Affäre fort +++

Nach dem Verzicht des US-Justizministeriums auf eine Anklage gegen die voraussichtliche demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre will das Außenministerium seine Untersuchung der Angelegenheit wieder aufnehmen. Die interne Untersuchung solle "so schnell wie möglich" abgeschlossen werden, teilte Ministeriumssprecher John Kirby in Washington mit. Clinton hatte als Außenministerin private Server für ihren dienstlichen E-Mail-Verkehr genutzt.

+++ 1.30 Uhr: Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf schiitischen Schrein im Irak +++

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen schiitischen Schrein nördlich von Bagdad sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden bei dem Attentat 70 Menschen verletzt. Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Anschlags auf ein beliebtes Einkaufsviertel in Bagdad vom vergangenen Sonntag stieg unterdessen auf fast 300 Menschen, wie irakische Medien am Donnerstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichteten. Dieser Anschlag war einer der schlimmsten in Bagdad seit dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003. Die Bombe explodierte in dem Stadtteil Al-Karada wenige Tage vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte sich zu der Explosion bekannt.

+++ 1.05 Uhr: Obama ruft USA nach dem Tod zweier Schwarzer zu Solidarität auf +++

Der Tod zweier Schwarzer durch Polizeikugeln ist nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama ein Ereignis, das alle Amerikaner gleichermaßen angehen muss. "Wir erleben so etwas viel zu oft", sagte Obama unmittelbar nach der Landung in Warschau, wo er in der Nacht zum Freitag zum Nato-Gipfel eintraf. Die beiden Männer waren binnen 48 Stunden in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana von Polizisten erschossen worden. Emotional zitierte Obama mehrere Statistiken, die die Benachteiligung von Afroamerikanern im US-Alltag belegen. "Menschen guten Willens können das besser", sagte Obama. "Der Wandel passiert zu langsam. Wir müssen dem mehr Dringlichkeit verleihen."

+++ 0.40 Uhr: Zeitung: Sanders stellt sich am Dienstag offiziell hinter Clinton +++

Der demokratische US-Senator Bernie Sanders wird sich laut einem Zeitungsbericht kommenden Dienstag endgültig hinter die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin seiner Partei, Hillary Clinton, stellen. Sanders wolle Clinton bei einem Treffen im Bundesstaat New Hampshire seine Unterstützung aussprechen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf drei an der Planung des Ereignisses beteiligten Demokraten. Clintons Wahlkampfteam bestätigte, dass die Ex-Außenministerin am Dienstag New Hampshire besuche, ihr Rivale Sanders wurde dabei allerdings nicht erwähnt. Allerdings hatte Sanders am Mittwochabend (Ortszeit) bei einem Interview mit dem Nachrichtensender MSNBC angesprochen auf Mutmaßungen, er werde Clinton offiziell seine Unterstützung aussprechen, geantwortet: "Das ist richtig."

jek / DPA / AFP