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Erster Todestag: Südafrika ehrt Nationalhelden Mandela

Ein Jahr nach dem Tod Nelson Mandelas hat Südafrika seines ersten schwarzen Präsidenten gedacht. Der Friedensnobelpreisträger führte Südafrika zur Demokratie und Aussöhnung.

Bereits gestern Abend gedachten Menschen, wie hier in Soweto, dem am 5. Dezember 2013 verstorbenen Nelson Mandela

Bereits gestern Abend gedachten Menschen, wie hier in Soweto, dem am 5. Dezember 2013 verstorbenen Nelson Mandela

Südafrika hat mit Gebeten und Reden des vor einem Jahr verstorbenen Anti-Apartheidkämpfers Nelson Mandela gedacht. "Wir haben 20 Jahre Demokratie dank Mandela", sagte ein Anführer der südafrikanischen Urbevölkerung der Khoisan, Ron Martin, zur Eröffnung der offiziellen Gedenkzeremonie. "Jedes Gefühl des Stolzes war während der Apartheid unterdrückt, doch wir finden unser Erbe heute wieder." Martin verbrannte zu der morgendlichen Zeremonie Gräser in einem Antilopenhorn, bevor christliche, hinduistische, islamische und jüdische Gebete gelesen wurden.

Mandela, der für seinen Einsatz gegen die Rassentrennung mit dem Friedensnobelpreis geehrt und nach dem Ende der Apartheid 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, war am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren gestorben. "Er fehlt mir, nicht nur als bedeutende Politiker, sondern auch als älterer Bruder", sagte mit zitternder Stimme Ahmed Kathrada, der mit Mandela zusammen inhaftiert war. Präsident Jacob Zuma, der bei einem Wirtschaftsgipfel in Peking weilte, sprach von einem "traurigen Tag" und würdigte Mandelas Verdienste um die Demokratie.

Drei Minuten und sieben Sekunden Lärm

Mandelas Witwe Graça Machel erinnerte bei den Feiern in Johannesburg an die Weggefährten ihres Mannes im Kampf für die Gleichstellung der Schwarzen. Sie sei dankbar, das Privileg gehabt zu haben, "in der Dämmerung seines Lebens die Schulter gewesen zu sein, auf die er sich stützen konnte", sagte die 69-Jährige. Erzbischof Desmond Tutu, der ebenfalls eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Apartheid spielte, rief dazu auf, weiter an "einer Gesellschaft auf der Grundlage der Menschenrechte" zu bauen, wie sie sich Mandela vorgestellt habe.

Nach der morgendlichen Feier waren alle Südafrikaner aufgerufen, drei Minuten und sieben Sekunden Lärm zu machen und anschließend drei Schweigeminuten abzuhalten. Damit sollte an Mandelas 67 Jahre politischer Aktivität erinnert werden, von denen er 27 Jahre in Haft verbrachte. In den kommenden Tagen sind zahlreiche weitere Veranstaltung im Gedenken an Mandela geplant.

and/AFP / AFP
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