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Neue Dokumente für den Pontifex: Braucht ein Papst einen Reisepass?

Muss der Stellvertreter Gottes seinen Ausweis vorzeigen, wenn er im Ausland unterwegs ist? Ja, muss er. Deswegen hat Franziskus nun neue Pässe bekommen - und die doppelte Staatsbürgerschaft abgelehnt.

Des Papstes neue Pässe

Des Papstes neue Pässe

Papst Franziskus ist einer der letzten absoluten Monarchen der Welt. Sein Reich ist winzig, kleiner als das Nürnberger Reichstagsfeld, aber was er sagt, ist Gesetz – für 1,2 Milliarden Menschen. Und, ob nun Christ, Moslem oder ungläubig, diesen Mann würden in seiner weißen Soutane die meisten Menschen vermutlich erkennen. Braucht so jemand einen Ausweis? Muss der Stellvertreter Gottes seinen Pass vorzeigen, wenn er in seiner Funktion als Staatsoberhaupt dienstlich im Ausland unterwegs ist? Ja. Übrigens genau wie deutsche Staats- und Regierungschefs.

2007 etwa flog Franziskus Vorgänger Benedikt XVI. nach Brasilien – ohne Papiere. Er kam zwar durch den Zoll, doch die Fluggesellschaft Alitalia musste eine Strafe zahlen, weil sie einen "Ausländer ohne Reisedokumente ins Land gebracht hatte". Ob British Airways ebenfalls ein Knöllchen bekommt, wenn sie Queen Elisabeth durch die Welt fliegt, ist leider nicht bekannt. Jedenfalls ist sie die einzige Britin, die keinen Pass besitzt.

Üblicherweise steht dem Bischof von Rom die vatikanische Staatsbürgerschaft zu – allerdings nur im Doppelpack mit der seines Herkunftslandes. Altpapst Benedikt war also deutscher und vatikanischer Staatsbürger. Franziskus dagegen will weiterhin nur Argentinier bleiben und als Jorge Mario Bergoglio unterwegs sein. So geht es zumindest aus seinem neuen Pass hervor, den der argentinische Innenminister nun stolz der Öffentlichkeit präsentierte – ausgestellt übrigens am Valentinstag. Auf dem Foto trägt der Pontifex die volle Dienstmontur inklusive dem Pileolus, das Scheitelkäppchen. Eigentlich müssen Argentinier auf ihren Reisedokumenten oben ohne sein, aber gut, dieser Argentinier ist eben nicht von dieser Welt.

Niels Kruse