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Neue Klage in L'Oreal-Affäre: Mutter und Tochter fetzen sich weiter

Neue Runde im Streit um das Milliarden-Erbe beim Kosmetik-Giganten L'Oreal: Ein Gericht gab jetzt der Klage von Tochter Francoise Bettencourt-Meyers gegen den Freund ihrer Mutter Liliane statt. Der Vorwurf: Er soll sich Geschenke im Wert von einer Milliarde Euro von der L'Oreal-Patriarchin erschlichen haben.

Der Familienstreit im französischen Kosmetikimperium L'Oréal geht in eine neue Runde. Ein Gericht in Nanterre westlich von Paris entschied am Freitag, der Klage der künftigen Haupteignerin, Françoise Bettencourt-Meyers, gegen einen Freund ihrer Mutter stattzugeben. Die Erbin des milliardenschweren Kosmetikkonzerns wirft dem Künstler François-Marie Banier vor, ihre 87-jährige Mutter ausgenutzt zu haben.

Das Gericht in Nanterre will nun am 15. und 16. April kommenden Jahres über den Fall verhandeln. Die Richter forderten außerdem ein medizinisches Gutachten zum Gesundheitszustand der 87-jährigen Liliane Bettencourt an. Die drei Ärzte sollen ihren Bericht demnach vor dem 10. März bei Gericht einreichen.

Bettencourt - die derzeitige Haupteignerin von L'Oréal und drittreichste Frau der Welt - hatte Banier über Jahre Geschenke in Form von Kunstwerken, Lebensversicherungen und Geld im Wert von fast einer Milliarde Euro gemacht. Ihre Tochter reichte daraufhin eine Klage gegen Banier ein. Sie wirft ihm vor, die körperliche und geistige "Verletzlichkeit" ihrer Mutter ausgenutzt und sich die treuren Geschenke erschlichen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen dem 62-jährigen Promi-Fotografen und Schriftsteller bis zu drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe in Höhe von 375.000 Euro.

Gericht hatte Entmündigung abgelehnt

Erst am Mittwoch hatte ein Gericht im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine den Antrag der Tochter abgelehnt, ihre Mutter entmündigen zu lassen. Bettencourt hat den Kontakt zu ihrer Tochter abgebrochen und Berichte über ihre angebliche Unzurechnungsfähigkeit als "idiotisch" bezeichnet. In seinem ersten Interview zu der Angelegenheit in der Zeitung "Le Monde" hatte Banier am Donnerstag gesagt, die L'Oréal-Erbin sei "vollkommen klar" im Kopf.

AFP / AFP