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Neue Studie: Nachfrage nach Kinderbetreuung in Deutschland steigt

Die Nachfrage nach Kinderbetreuung in Deutschland steigt. Das geht aus einer am Montag vorgestellten Untersuchung der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" bereits vorab zitiert hatte.

Die Nachfrage nach Kinderbetreuung in Deutschland steigt. Das geht aus einer am Montag vorgestellten Untersuchung der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" bereits vorab zitiert hatte. Demnach besuchten im vergangenen Jahr knapp 30 Prozent der Zweijährigen in Westdeutschland eine Krippe, einen Kindergarten oder eine Tagesmutter. Bei den westdeutschen Dreijährigen erreicht die Quote sogar über 80 Prozent.

Auch in Ostdeutschland, wo traditionell besonders viele Kinder in Kindertagesstätten betreut werden, ist die Nachfrage der Eltern den Angaben zufolge weiter gestiegen. Dort gingen 2009 bereits fast 60 Prozent der Einjährigen in eine Kindertagesstätte.

Von August 2013 an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist. Die Kommunen gehen davon aus, dass bis dahin für etwa 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze geschaffen werden müssen. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung legt jedoch nahe, dass die Nachfrage deutlich höher ausfallen könnte.

Mit dem nötigen weiteren Ausbau verbunden wären hohe Investitionen. Bereits zwischen 2005 und 2007 stiegen die Ausgaben für das frühkindliche Bildungssystem laut Studie in Deutschland insgesamt um zwölf Prozent. Dabei investieren die einzelnen Bundesländer jedoch unterschiedlich viel in den Nachwuchs. So lag Berlin, das im Jahr 2007 durchschnittlich 4.158 Euro für jeden unter Sechsjährigen ausgab, an der Spitze, gefolgt von Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Schlusslicht war Schleswig-Holstein, das durchschnittlich 1.952 Euro in jeden unter Sechsjährigen investierte. Nur knapp davor platzierten sich Niedersachsen und Bayern. Insgesamt gaben die ostdeutschen Bundesländer durchschnittlich 600 Euro mehr für den Nachwuchs aus als die Länder im Westen.

Die Bertelsmann-Stiftung sieht diese finanzielle Zurückhaltung mit Besorgnis. "Wer bei den Investitionen in die frühkindliche Bildung und Erziehung spart, zahlt in der Zukunft drauf", warnte der für Bildung zuständige Vorstand der Bertelmann-Stiftung, Jörg Dräger. Seinen Angaben zufolge belegen Langzeitstudien den positiven Einfluss guter Kitas auf die Bildungschancen insbesondere auch von benachteiligten Kindern. "Das Geld, das eine Gesellschaft für eine gute frühkindliche Bildung investiert, nutzt dem einzelnen Kind ebenso wie unserer volkswirtschaftlichen Entwicklung", sagte er.

APN / APN