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Neue Synagoge an geschichtsträchtiger Stätte: Wulff bei Einweihung eines jüdischen Gemeindezentrums in Mainz

Die Freude des Tages sei "untrennbar verbunden mit dem Gedenken an Millionen Menschen, die der Schoah zum Opfer fielen", so Christian Wulff auf der Einweihungsfeier der neuen Synagoge in Mainz.

Im Beisein von Bundespräsident Christian Wulff ist am Freitag in Mainz eine neue Synagoge feierlich eingeweiht worden. Sie wurde an der Stelle errichtet, an die frühere Hauptsynagoge stand, die in der Reichspogromnacht im November 1938 niedergebrannt worden war. Wulff sprach bei der Feier von einem "Zeichen der Hoffnung", mit dem Mainz an die bedeutende Tradition seines jüdischen Lebens anknüpfe. Die rheinland-pfälzische Hauptstadt hat eine der ältesten jüdischen Gemeinden Deutschlands.

Wulff erinnerte bei der Einweihungsfeier auch an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Freude des Tages sei "untrennbar verbunden mit dem Gedenken an Millionen Menschen, die der Schoah zum Opfer fielen". Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass gehörten auch heute noch zu den "großen Übeln unserer Zeit."

An der Einweihungsfeier nahmen auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, teil. Beck nannte den Bau der Synagoge ein "Zeichen der Versöhnung und Hoffnung". Knobloch sprach von einem "selbstbewussten Signal für die Heimkehr des deutschen Judentums". Die Bundesrepublik sei für die Juden wieder eine Heimat geworden. An einem "Tag wie heute" wisse sie, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg richtig gewesen sei zu bleiben.

Der Grundstein für die neue Synagoge wurde 70 Jahre nach ihrer Zerstörung im November 2008 gelegt. Das jüdische Gemeindezentrum, das auch zur Begegnungsstätte werden soll, entstand nach Plänen des Kölner Architekten Manuel Herz. Er zählt zu den Schülern des Star-Architekten Daniel Libeskind, nach dessen Plänen unter anderem das Jüdische Museum in Berlin entstand. Herz übergab am Ende der Zeremonie symbolisch den Schlüssel des Gebäudes an die Jüdische Gemeinde Mainz. Die Baukosten von rund zehn Millionen Euro wurden von der Stadt und dem Land Rheinland-Pfalz gemeinsam getragen.

AFP / AFP