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Richard Gutjahr in Nizza Journalist als Augenzeuge: "Das war wie in einem Kinofilm"

Journalist Richard Gutjahr erlebte den Anschlag in Nizza
Journalist Richard Gutjahr erlebte den Anschlag in Nizza
© Picture Alliance
Bei einem Anschlag in Nizza sterben mindestens 84 Menschen. Journalist und Blogger Richard Gutjahr war Augenzeuge. Ihm kam der Lkw von Anfang an seltsam vor.

Frankreich steht unter Schock: Wieder hat es einen Anschlag gegeben, wieder gibt es viele Todesopfer. Mindestens 84 Menschen kommen ums Leben, als ein Lastwagen in Nizza in eine feiernde Menge rast. Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr ist Augenzeuge des Anschlags und hat den Attentäter sogar kurz vor der Tat gefilmt. Gegenüber "Spiegel Online" schildert er, was er gesehen hat.

"Ich stand auf dem Balkon meines Hotelzimmers. Das Feuerwerk zum Nationalfeiertag war gerade vorüber", sagte Gutjahr. "Plötzlich rollte ein weißer Lkw vorbei. Das passte nicht ins Bild, denn die Straßen waren für alle Fahrzeuge gesperrt. Der Lastwagen fuhr sehr langsam, einige Leute haben gebrüllt." Er habe angefangen, mit seinem Handy zu filmen, da ihm die Situation komisch vorgekommen sei. 

Täter von Nizza nicht politisch radikalisiert

Ein Motorradfahrer sei an den Lkw herangefahren und habe vergeblich versucht, die Fahrertür zu öffnen. "Es war wie in einem Kinofilm." An einer Kreuzung hätten Polizisten das Feuer eröffnet, der Fahrer habe Gas gegeben und erste Menschen überfahren. 

Der Journalist ging anschließend herunter auf die Straße, machte Fotos und Videos. Das Material habe er bewusst nicht in sozialen Netzwerken veröffentlicht, sondern dem WDR zugespielt. "Dort entscheiden Profis, was veröffentlicht werden sollte und wie", sagte Gutjahr.

Der Fahrer des Lastwagens soll nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei nicht als politisch radikalisiert bekannt gewesen sein. Das berichtete der Nachrichtensender BFMTV unter Berufung auf Ermittlerkreise.

kis mit DPA

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