Österreich Sexskandal am Priesterseminar


Am katholischen Priesterseminar St. Pölten ist massenhaft pornographisches Material aufgetaucht. Nun werden Rücktrittsforderungen gegenüber Bischof Kurt Krenn laut.

In Österreich sorgt ein Sexskandal an einem katholischen Priesterseminar für Empörung. Auf Computern des Seminars in St. Pölten seien 40.000 Bilder und zahlreiche Filme "mit teils abartigen Sexdarstellungen" sichergestellt worden, berichtet das österreichische Nachrichtenmagazin "Profil". Auf den Fotos sollen neben Sex mit Kindern auch homosexuelle Handlungen zwischen Seminarteilnehmern und ihren Vorgesetzten zu sehen sein. Die dortige Bischofskonferenz kündigte eine "vollständige und zügige Untersuchung" an.

Alles, was mit Homosexualität oder Pornografie zu tun hat, habe an einem Priesterseminar keinen Platz, hieß es in einer Erklärung. Nach einem Fernsehbericht ist Seminarleiter Regens Ulrich Küchel schon vor einigen Tagen zurückgetreten. Auch sein Stellvertreter Wolfgang Rothe habe den Rücktritt eingereicht. Bischof Kurt Krenn bestätigte gegenüber dem ORF, er habe ein Bild gesehen, auf dem Seminarleiter Küchel einem anderen bekleideten Mann ans Geschlechtsteil greife. Stellvertreter Rothe sei bei einem innigen Kuss zu sehen.

Bischof Krenn spricht von "Buben-Dummheiten"

Dabei handele es sich jedoch "in keiner Weise um Dinge, die etwas mit Homosexualität zu tun haben", zitierte die Nachrichtenagentur APA den Bischof. Vielmehr habe es sich um "Buben-Dummheiten" gehandelt. Die Äußerungen sorgten für Empörung und führten zu Rücktrittsforderungen seitens der Grünen. Diese wies Krenn jedoch zurück. Nach einem Bericht des österreichischen Rundfunks wollen Mitglieder der Diözese von St. Pölten den Vatikan aufrufen, Bischof Krenn zu entlassen.

Gemäß dem "Profil"-Bericht entdeckten Mitarbeiter der Kirche schon vor einem Jahr die ersten Bilder auf einem Computer des Seminars. Das Magazin veröffentlichte Aufnahmen, auf denen sich die angehenden Priester mit ihren Ausbildern küssen und liebkosen. Zudem ist von Saufgelagen und Sexorgien die Rede. Die Kinderpornos stammten hauptsächlich von polnischen Internetseiten, schrieb das Magazin weiter.

DPA DPA

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