Oster-Feierlichkeiten Papst prangert Demütigung von Frauen an


Bevor Papst Benedikt XVI am Ostersonntag den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" spricht, hat er den symbolischen Kreuzweg in Rom angeführt. In seinen Ansprachen gedachte er den "gedemütigten und vergewaltigten Frauen, die ausgegrenzt und unwürdigen Stammespraktiken unterworfen sind".

Bei strahlendem Sonnenschein steuern die katholischen Osterfeierlichkeiten in Rom auf ihren Höhepunkt zu: Am Sonntag steht auf dem Petersplatz die traditionelle Ostermesse auf dem Programm, bei der Papst Benedikt XVI. auch den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) sprechen wird. Zuvor wird er am Samstagabend gemeinsam mit tausenden von Gläubigen die nächtliche Osterwache im Petersdom halten. Im Verlauf der stimmungsvollen Zeremonie wird in der Vorhalle das Osterlicht entzündet und in die bis dahin im Halbdunkel liegende Basilika gebracht. Die Kerze soll die Auferstehung Jesu von den Toten symbolisieren.

Am Freitag hatte Benedikt den traditionellen Kreuzweg in Rom geleitet. Tausende lauschten bei Fackelschein bedächtig den Meditationen und Gebeten. Gemeinsam mit zahlreichen Pilgern machte sich das katholische Kirchenoberhaupt auf den Weg, um die 14 Stationen von der Verurteilung Jesu zum Kreuzestod bis zu seiner Grablegung nachzuvollziehen. Die Texte, die an jeder der Stationen verlesen wurden, hat in diesem Jahr der Bibelwissenschaftler Gianfranco Ravasi geschrieben.

Den Fischerring abgelegt

Bei der ersten und letzten Station trug Benedikt das Kreuz selbst. Einer alten Tradition folgend hatte der Papst erstmals den Fischerring, das Symbol seiner Macht abgelegt: Diese Geste am Karfreitag soll für die Trauer des Kirchenführers stehen.

Inhaltlich prangerte der Vatikan bei der Via Crucis vor allem die Leiden von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart an: So erinnerte er in der neunten Station speziell an "die gedemütigten und vergewaltigten Frauen": An diejenigen, "die ausgegrenzt und unwürdigen Stammespraktiken unterworfen sind, an die Frauen, die angesichts ihrer Mutterschaft eine Krise erleben und allein sind, an die jüdischen und die palästinensischen Mütter und an diejenigen aller Länder, in denen Krieg herrscht, an die Witwen und an die alten Frauen, die von ihren Kindern vergessen wurden". Die Zeitung "La Repubblica" titelte am Samstag: "Eine Via Crucis im Namen aller gedemütigter Frauen".


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