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Pädophilie: Mann. Macht. Missbrauch.

Mädchen werden häufiger missbraucht als Jungen - Tatort ist meist die Familie. Was viele nicht wissen: Die Täter sind oft gar nicht pädophil. Sagt die Kriminologin Monika Frommel.

Die meisten Straftaten im Deliktfeld Kindesmissbrauch werden – das muss man klarstellen – nicht von Pädophilen begangen, sondern von Männern, die eine Nähe zu Kindern haben und sie als Ersatzobjekte missbrauchen. Diese Männer sind meist nicht pädophil veranlagt, sondern genießen die Macht über von ihnen eingeschüchterte Jungen und Mädchen. Ich gehe davon aus, dass sehr viele Pädophile asexuell lieben - gerade die kennen oder ahnen ihre Neigung und suchen deshalb therapeutische Hilfe, zum Beispiel im Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden".

Natürlich gibt es Pädophile, die verwahrlost und sadistisch sind und sich an Kindern vergreifen. Die gelten als gefährlich. "Normale" Pädophile suchen zwar die Nähe zu Kindern, sexualisieren das aber nur selten, kümmern sich um sie, ohne – in den meisten Fällen wenigstens – sexuell zudringlich zu werden. Im Übrigen interessieren sich Pädophile für Kinder bis zur Geschlechtsreife – wer von Jungen im pubertären Alter angezogen wird, ist nicht pädophil, sondern ephebophil.

Parthenophil dagegen ist der erwachsene Mann, der pubertierende Mädchen bevorzugt – eine der am weitesten verbreiteten Neigungen überhaupt. Die Zahl der Strafanzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern geht übrigens kontinuierlich zurück, wobei sich ein Großteil der Fälle im familiären Bereich abspielt. Mädchen sind dabei weit häufiger betroffen als Jungen.

Aufgezeichnet von Werner Mathes
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?