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Pädophilie: Mann. Macht. Missbrauch.

Mädchen werden häufiger missbraucht als Jungen - Tatort ist meist die Familie. Was viele nicht wissen: Die Täter sind oft gar nicht pädophil. Sagt die Kriminologin Monika Frommel.

Die meisten Straftaten im Deliktfeld Kindesmissbrauch werden – das muss man klarstellen – nicht von Pädophilen begangen, sondern von Männern, die eine Nähe zu Kindern haben und sie als Ersatzobjekte missbrauchen. Diese Männer sind meist nicht pädophil veranlagt, sondern genießen die Macht über von ihnen eingeschüchterte Jungen und Mädchen. Ich gehe davon aus, dass sehr viele Pädophile asexuell lieben - gerade die kennen oder ahnen ihre Neigung und suchen deshalb therapeutische Hilfe, zum Beispiel im Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden".

Natürlich gibt es Pädophile, die verwahrlost und sadistisch sind und sich an Kindern vergreifen. Die gelten als gefährlich. "Normale" Pädophile suchen zwar die Nähe zu Kindern, sexualisieren das aber nur selten, kümmern sich um sie, ohne – in den meisten Fällen wenigstens – sexuell zudringlich zu werden. Im Übrigen interessieren sich Pädophile für Kinder bis zur Geschlechtsreife – wer von Jungen im pubertären Alter angezogen wird, ist nicht pädophil, sondern ephebophil.

Parthenophil dagegen ist der erwachsene Mann, der pubertierende Mädchen bevorzugt – eine der am weitesten verbreiteten Neigungen überhaupt. Die Zahl der Strafanzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern geht übrigens kontinuierlich zurück, wobei sich ein Großteil der Fälle im familiären Bereich abspielt. Mädchen sind dabei weit häufiger betroffen als Jungen.

Aufgezeichnet von Werner Mathes
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