Papst Benedikt am Turiner Grabtuch Vatikan stellt neue Echtheits-Prüfung in Aussicht


Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag Turin besucht, um am "Grabtuch Christi" im Dom der norditalienischen Stadt zu meditieren. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung soll nun endgültig klären, ob es sich um eine echte Reliquie oder eine mittelalterliche Fälschung handelt.

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag vor dem Turiner Grabtuch gebetet. Die Gläubigen sollten die Reliquie als fotografisches Dokument der Kreuzigung und Auferstehung Jesu sehen, des "dunkelsten Mysteriums des Glaubens", erklärte Benedikt. Das Grabtuch ist eine der wichtigsten und zugleich umstrittensten Reliquien der Christenheit.

Der Vatikan will es nach dem Ende der öffentlichen Ausstellung Ende Mai möglicherweise erneut wissenschaftlich untersuchen lassen, wie der Präsident der zuständigen Kommission in Turin, Monsignore Giuseppe Ghiberti, mitteilte. Bisher vermied es der Kirchenstaat, eine eindeutige Stellungnahme zu dem Tuch abzugeben. Die Kirchenspitze erlaubt aber den Gläubigen, es als ein Symbol für die Leiden Christi zu verehren.

Das seit 1578 im Turiner Dom aufbewahrte Tuch wird seit Mitte April erstmals seit zehn Jahren im Dom der italienischen Stadt präsentiert. Es soll das Leichentuch Jesu sein - eine Ansicht, die allerdings von zahlreichen Wissenschaftlern in Zweifel gezogen wird. Auf dem vier mal ein Meter großen Stoffstück sind die Umrisse und das Antlitz eines Mannes zu erkennen, der Kreuzmale trägt.

Zweifel an der Echtheit kamen 1988 auf, als Wissenschaftler nach Untersuchungen erklärten, der Stoff stamme mit 95-prozentiger Sicherheit aus dem Zeitraum von 1260 bis 1380. Das Ergebnis bleibt jedoch umstritten. Wie der Abdruck auf das Tuch gekommen ist, ist ungeklärt.

APN/AFP/DPA DPA

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