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Joseph und Georg Ratzinger: Papst Benedikt XVI. überraschend in Bayern: Ein womöglich letztes Treffen mit seinem Bruder

Seine Heimat Deutschland hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. seit Jahren nicht mehr besucht. Nun machte er sich auf den Weg nach Bayern – um seinen kranken Bruder Georg Ratzinger noch einmal zu sehen.

Georg Ratzinger (links) und Papst Benedikt XVI.

Der frühere Regensburger Domkapellmeister Georg Ratzinger (links im Bild) steht an seinem 80. Geburtstag im Jahr 2004 neben seinem Bruder, Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Picture Alliance / DPA

Das erste Mal seit seinem Rücktritt vor mehr als sieben Jahren kehrt der emeritierte Papst Benedikt XVI. nach Deutschland zurück. Der gebürtige Bayer besuche in Regensburg seinen kranken Bruder Georg Ratzinger, sagte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es ist das erste Mal seit dem Rücktritt im Jahr 2013, dass der mittlerweile 93 Jahre alte Benedikt den Vatikan verlässt – abgesehen von einem Abstecher zur Sommerresidenz nach Castelgandolfo bei Rom. Er bleibe so lange "wie notwendig" in Bayern, sagte Bruni.

Es sei das vielleicht letzte Treffen der Brüder

Das letzte Mal als Pontifex war Benedikt 2011 in Deutschland. Zu seinem 96 Jahre alten Bruder Georg hat er ein sehr enges Verhältnis. "Es ist vielleicht das letzte Mal, dass sich die beiden Brüder, Georg und Joseph Ratzinger, in dieser Welt sehen", erklärte Clemens Neck, Sprecher des Bistums Regensburg. Georg sei "schwer krank", die Begegnung sei ein "Herzenswusch der beiden hochbetagten Brüder" und solle privat bleiben. Der Papst emeritus sei am Donnerstagvormittag in München gelandet. Dort habe ihn Bischof Rudolf Voderholzer auf der Weiterfahrt nach Regensburg begleitet. Benedikt wohne im Priesterseminar. 

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Papst Benedikt XVI. ist geistig noch fit

Benedikt selbst ist körperlich schwach, aber nach Aussagen seines Privatsekretärs Georg Gänswein geistig noch fit. Er lebt zurückgezogen hinter Vatikan-Mauern in einem Kloster. Papst-Sprecher Bruni erklärte, neben Gänswein seien Benedikts Arzt, eine Krankenschwester und der Vize-Chef der vatikanischen Gendarmerie nach Deutschland aufgebrochen. 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, erklärte zu dem Besuch Benedikts: "Wir freuen uns, dass er (...) in die Heimat gekommen ist, wenngleich der Anlass ein trauriger ist." Der emeritierte Papst wolle seinem Bruder nahe sein, dessen Gesundheitszustand sich verschlechtert habe.

meh / DPA