HOME

Papst Benedikt XVI.: Und er bewegt sich doch

Wird sich die römisch-katholische Kirche unter Benedikt XVI. doch öffnen? Eine italienische Zeitung vermeldet, dass der neue Papst Geschiedene zur Heiligen Kommunion zulassen möchte.

Der neue Papst Benedikt XVI. plant nach einem unbestätigten Zeitungsbericht die Liberalisierung der bisher unnachgiebigen Haltung der katholischen Kirche gegenüber Geschiedenen. Ohne Quellenangabe meldet die römische Tageszeitung "La Repubblica", dass wieder verheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zugelassen werden sollen, also etwa zur Kommunion. Außerdem soll das Pensionsalter für Bischöfe und hohe Würdenträger von 75 auf 80 Jahre heraufgesetzt werden. Geplant seien auch zwei Dokumente zur Ökumene.

Lockerung der starren Haltung

Unter der Überschrift: "Die Wende Ratzingers" schreibt das Blatt, die Dokumente seien von Ratzinger in seiner Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation vorbereitet worden und sollen angeblich nun von seinem Nachfolger verabschiedet werden. Der Name des künftigen obersten Glaubenswächters steht noch nicht fest. Eine prinzipielle Lockerung der starren Haltung der Kirche zur Ehescheidung wird nicht erwartet. Nach Angaben der "Repubblica" könnten aber Ausnahmen für diejenigen zugelassen werden, die ohne eigenes Verschulden geschieden oder rechtlich zur Scheidung gezwungen worden sind.

Einen entsprechenden Vorstoß von den drei oberrheinischen Bischöfen im Jahre 1994 hatte Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation noch kategorisch abgelehnt. Damals hatten Karl Lehmann, Mainzer Bischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kasper, damals Bischof von Rottenburg- Stuttgart und heute Kurienkardinal, sowie der damalige Freiburger Bischof Oskar Saier die Initiative aus pastoralen Gründen gestartet. Lehmann bezeichnete die Art der Ablehnung aus dem Vatikan 1994 als "eine sehr harte Antwort". Im Jahr 200 bekräftigte der Vatikan noch einmal sein Nein in dieser Frage.

DPA / DPA