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Papstbesuch in Erfurt: Schüsse am Rand der Papstmesse

In einer Sicherheitsschleuse für die Papstmesse nahe des Erfurter Domplatzes sind Schüsse gefallen. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Am Rande der Papstmesse in Erfurt sind am Samstagvormittag laut Polizei vier Schüsse gefallen. Ein Anwohner hatte mit einem Luftgewehr auf zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma gefeuert, die an einer Sicherheitsschleuse mehrere hundert Meter entfernt vom Domplatz gearbeitet hatten. Verletzt wurde dabei allerdings niemand.

Nach Angaben der Polizei wurde der mutmaßliche Täter in einer Wohnung festgenommen. Dabei stellten die Beamten zwei Luftdruckwaffen sicher. Gegen den Mann wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach Angaben von Polizeisprecher Dirk Sauter handelt es sich bei dem Festgenommenen aber nicht um den Mieter.

Papst lobt Christen in Zeiten der DDR

Der Papst selbst bekam von dem Vorfall nichts mit, nach Angaben seines Sprechers wurde er über den Vorfall auch nicht informiert. Er hatte den dritten Tag seines Deutschlandbesuchs mit einer Fahrt in seinem Papamobil über den Erfurter Domplatz begonnen. Knapp 28.000 Menschen jubelten dem Papst dort vor dem Beginn eines Großgottesdiensts zu. In der Messe würdigte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Standfestigkeit der Christen in Zeiten der DDR als beispielgebend. "Die politischen Veränderungen des Jahres 1989 in unserem Land waren nicht nur durch das Verlangen nach Wohlstand und Reisefreiheit motiviert, sondern entscheidend durch die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit", sagte er.

Der feierliche Gottesdienst wurde von rund 250 Priestern und 32 Messdienern mitgestaltet. Auch Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nahmen an der Messe teil. Unter anderen die Vorsitzende der EKD-Synode Katrin Göring-Eckardt und die Landesbischöfin von Mitteldeutschland, Ilse Junkermann.

Derzeit ist Benedikt XVI. auf dem Weg nach Freiburg, wo er unter anderem mit Altkanzler Helmut Kohl (CDU) sowie mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprechen will. Darüber hinaus sind Treffen mit Vertretern von Orthodoxen und katholischen Laien geplant. Am Abend soll auf dem Freiburger Messegelände eine Gebetsvigil mit Jugendlichen gefeiert werden. Dazu haben sich 28.000 Menschen angemeldet.

DPA/AFP / DPA